Das Fairplay und die Punkte

Ein Blick auf die Fairplay-Wertungen in dieser Saison zeigt sehr skurrile Tendenzen, macht aber eines deutlich: Ein vom Abstieg bedrohtes Team muss nicht gleichzeitig unfair spielen. Zumal nicht nur die Schiedsrichtervereinigung oder die Staffelleiter vom Leitsatz "Es gibt keine unfairen Mannschaften" ausgehen.

Bitburg/Prüm/Daun. In der Kreisliga A steht der TuS Ahbach nicht nur sportlich an der Tabellenspitze - sondern ist auch die fairste Mannschaft. Die Begründung ist so einfach wie einleuchtend. "Wir haben es zumeist mit Mannschaften zu tun, die um den Klassenerhalt spielen. Die Tabellensituation lässt in diesem Jahr den Schluss zu, dass mehr als die halbe Liga zittern muss. Uns kommt zugute, dass wir einen schnellen und technisch guten Fußball spielen. So sind wir auch oft schneller am Ball und können Fouls vorbeugen. Im Umkehrschluss heißt das, dass die Defensivspieler mit ihrer Spielübersicht, Technik und Schnelligkeit den meisten Stürmern voraus sind, so dass es keiner Fouls bedarf", gibt Ahbachs Trainer Ludwig Clausen eine Erklärung ab. Seine Mannschaft rangiert vor Neunkirchen und Walsdorf.

In der B I zeigt sich ein nicht kongruentes Bild: Nicht wie in der höchsten Spielkasse, wo das Schlusslicht aus Ellscheid auch beim Fairplay ganz unten steht, rangiert mit der DJK Kelberg ein Team in der Fairnesswertung vorn, das ebenfalls das Tabellenende nach Punkte ziert. Diesen Widerspruch erklärt der Sportliche Leiter und Torjäger Jürgen Maas: "Wir haben in den vergangenen Jahren schon zweimal diesen Wettbewerb gewonnen. Dass wir jetzt sehr vorsichtig und zurückhaltend agieren, um keine Karten zu riskieren, kann ich eigentlich nicht sagen. Wir halten es mit einer normalen Härte. Vielleicht hatten wir auch oft Glück, dass die Schiris großzügig mit uns waren, weil wir im Abstiegskampf stehen." Doch insgesamt hätten Spieler und Trainer das Fairplay wohl ganz gut verinnerlicht. Es ginge ja auch darum, "dass wir alle Amateure sind und der Arbeitsalltag nicht auf dem Fußballplatz liegt. Für mich liegt dieses Phänomen also an den Personalien", sagt Maas. In dieser B-Staffel führt Kelberg vor Nohn und Birresborn.

In der Kreisliga B II ist mit der SG Alsdorf ein Verein in der Fairnesstabelle vorn platziert, der im sportlichen Niemandsland liegt. Trainer Jörg Bures spricht von "Rücksichtnahme auf die Gegenspieler. Obwohl wir nicht besonders vorsichtig in den Zweikämpfen sind, sind wir schon eine Mannschaft, welche die Fairness als primär ansieht". Andererseits gibt der Alsdorfer Trainer zu bedenken, dass "wir bei mehr Zweikampfhärte vielleicht besser dastehen würden. Oft zieht man zurück, um nicht eine Karte zu riskieren. Da wir personell auch nicht auf Rosen gebettet sind, brauchen wir jeden Spieler und können es uns nicht erlauben, Sonntag für Sonntag rotgesperrte Leute zu ersetzen." Andere Mannschaften seien etwas cleverer: "Die machen mal ein taktisches Foul im Mittelfeld und setzen mal ein Zeichen, um sich Respekt zu verschaffen", sagt Bures.

Im Allgemeinen ist im Spielkreis Eifel eine Tendenz zu mehr Fairness zu beobachten. Die Statistiken sprechen für sich.

EXTRA: FAIRPLAYWERTUNG



Die Fairplaywertung ergibt sich aus folgenden Komponenten: Für eine Gelbe Karte erhält die Mannschaft einen Minuspunkt. Für eine Gelb-Rote Karte gibt es drei Minuspunkte und für "Rot" fünf. Die Minuspunkte werden zusammenaddiert und durch die Anzahl der absolvierten Spiele geteilt. Das ergibt dann den Quotienten. Die Mannschaft mit dem niedrigsten Quotienten wird als fairstes Team auf Platz eins geführt.