Der Eifeler Kicker in England

Der Eifeler Kicker in England

Rund fünf Monate ist Alexander Klas, Spieler des Rheinlandligisten SG Ellscheid, nun als Student an der University of Central Lancashire. Und geht auch dort seinem größten Hobby nach, dem Fußball.

"Mir geht es prima", sagt Alexander beim Telefonat mit unserer Zeitung, "an der Uni läuft es so, wie ich es mir vorgestellt habe, und Fußballspielen kann ich hier auch." Der 21-jährige Alexander Klas studiert im englischen Preston und spielt dort sogar in zwei Mannschaften Fußball. Zum einen in der Universitätsmannschaft, zum anderen beim Garstang FC in der Western Lancashire League. "Die ist von der Qualität etwa vergleichbar mit der Bezirksliga bei uns", sagt Klas, "wobei es hier weitaus mehr Ligen gibt als in Deutschland."

Der junge Mann aus Dockweiler (Kreis Vulkaneifel) studiert International Business Communication, "das ist vergleichbar mit BWL", wird Mitte bis Ende April seine letzte Klausur schreiben und dann mit dem Bachelor-Abschluss in der Tasche nach Hause kommen. "Ich hoffe, ich kann dann meinem Heimatverein in der Endphase der Saison noch helfen, den Klassenerhalt zu schaffen." Danach wird er das BWL-Studium bis zum Master fortsetzen. Sein Berufswunsch: "Ein Job in der Marketingbranche."

Probleme nur mit dem Linksverkehr



An das Leben in England hat er sich schnell gewöhnt. Den Schritt auf die Insel habe er gemacht, um seine Sprachkenntnisse zu vertiefen. Zunächst galt es, sich umzustellen. Die meisten Probleme hatte er beim Autofahren. "Ich habe ziemlich lange gebraucht, mich an den Linksverkehr zu gewöhnen. Das gelingt im wahrsten Sinn des Wortes nicht mit links", erzählt er. Auch fußballerisch ist dort nicht alles so wie hier. Er musste sich an eine andere Spielart gewöhnen. Weniger im College, wo er nach einem Probetraining gleich Aufnahme fand und sich mit seinem Team in der zweiten Universitätsliga im gesicherten Mittelfeld wiederfindet. Im Verband dagegen schon. "Ich habe gleich gemerkt, wo der Begriff "Kick-and-Rush" herkommt", lautet seine Erkenntnis, "hier wird noch die etwas rustikalere Art des Fußballs gepflegt." Vielleicht muss das dort auch so sein, in einer Region Englands, in der die Wiege dieser Ballsportart steht. Preston North End war der erste englische Meister (1889), und auch heute noch "atmet das Stadion Tradition", wie Klas von einem Besuch dort weiß. Dem Traditionsverein, den "Lilienweißen" (The Lilywhites), wie sie genannt werden, "geht es heute nicht so wirklich gut", erzählt der Eifeler, "die dümpeln irgendwo im Niemandsland der zweiten Liga rum." Er hat sich das eine oder andere Spiel angesehen. "Das Publikum passt zur Tradition. Junge Leute sieht man bei den Spielen kaum."

Gespielt wird in "Good old England" auch in den unteren Ligen nur auf Rasen. "Allerdings", gibt er zu, "ähneln manche Spielfelder der unteren Klassen eher einem Kartoffelacker als dem bei uns verbreiteten Klischee vom gepflegten englischen Rasen."

Wenn er in Kürze seine Zelte auf der Insel abbricht, wird er viele schöne Erfahrungen mitnehmen: "Es war gut, dass ich mich zu diesem Schritt entschlossen habe. Ich habe hier eine schöne Zeit und habe viele nette Menschen kennengelernt. Vorurteile wegen meiner Nationalität sind mir hier nie begegnet."