Der Kämpfer auf der Kogge

Der Kapitän bleibt der Hansa-Kogge treu: Der Bekonder Sebastian Pelzer (32) hat seinen Vertrag beim Drittligisten Rostock um zwei Jahre verlängert. Auch nach der aktiven Zeit möchte der kampfstarke Abwehrspieler dem Ostsee-Club erhalten bleiben.

Rostock. Ostersamstag in Osnabrück, Rostock führt kurz vor der Halbzeitpause mit 1:0. Sebastian Pelzer rauscht in einen Zweikampf, trifft den Ball - und wird auch vom Gegenspieler am Fuß erwischt. "Ich habe das Knacken gehört. Aber ich habe erst mal weitergemacht. Ich wollte die Mannschaft ja nicht im Stich lassen", sagt der 32-Jährige, der sich den Ruf des Kampfschweins mit Aktionen wie dieser manchmal schmerzhaft erarbeitet hat. Nach 55 Minuten war dann doch Schluss für ihn: Einen dreifachen Bruch im Zeh diagnostizierte anschließend der Teamarzt. Damit war die Saison für den in Trier geborenen und in Bekond aufgewachsenen Linksverteidiger nach 26 Einsätzen gelaufen. Die Anspannung war aber erst am vergangenen Wochenende komplett weg. Da war klar, dass der Zweitliga-Absteiger des Vorjahres keinen Durchmarsch in die Regionalliga machen würde. "Das war eine Katastrophensaison, die wir schnell abhaken müssen", sagt Pelzer, der nach seiner ersten Saison in Rostock in die zweite Liga aufgestiegen war (2011).
Der Hansa-Kapitän hat seinen Vertrag inzwischen bis 2015 verlängert. Auch danach will er gerne mit seiner Frau Kerstin und den Söhnen Gianluca (7) und Amon (wird 2) beim Ostsee-Club bleiben. "Ich kann mir da vieles vorstellen, zum Beispiel einen Job im Management oder Trainerbereich." Aber erst einmal konzentriert er sich auf seine aktive Laufbahn. "Pünktlich zur Vorbereitung auf die neue Saison werde ich wohl wieder dabei sein", sagt Pelzer, der in der zweiten Liga unter anderem für Rostock, Eintracht Trier und den 1. FC Saarbrücken gespielt hat. Für seine Teamkollegen ist die Pause in der dritten Liga kurz. Nach dem letzten Saisonspiel gegen Erfurt steht am 29. Mai noch das Finale um den Verbandspokal gegen Neustrelitz an. Keine zwei Wochen später beginnt dann bereits die Vorbereitung auf die nächste Saison.
Mit welchem Trainer? Das ist noch unklar. Fest steht, dass der Vertrag mit Marc Fascher nicht verlängert wird. Als Kandidat wird in Medienberichten der frühere St. Pauli- und Bochum-Trainer Andreas Bergmann gehandelt. Bei seinen bisherigen Clubs war Pelzer meist links in der Viererkette gesetzt. Das ist seine Stammposition. Aber auch im defensiven Mittelfeld und in der Innenverteidigung (zwölf Einsätze in dieser Saison) fühlt sich Pelzer zunehmend wohl - auch wenn er mit 1,78 Metern für einen Innenverteidiger eher klein ist. Kein Problem, findet Pelzer: "Es gab Spiele, in denen ich kein Kopfball-Duell verloren habe. Und von der Innenverteidigung aus kann ich die Mannschaft besser erreichen als von außen."