DFB-Treffpunkt Ehrenamt Kreis Trier-Saarburg - Die Seelen der Vereine

Ehrenamt : Sie sind die Seelen der Vereine

Im Mittelpunkt stehen oft andere in den Clubs. Doch ohne die vielen Helfer im Hintergrund würde vieles nicht funktionieren. Einige, die sich in besonderer Weise engagieren, wurden nun beim DFB-Treffpunkt Ehrenamt des Fußballkreises Trier-Saarburg ausgezeichnet.

Völlig überrascht war er, geradezu gerührt. Unter dem Vorwand, an einer Versammlung des Fußballkreises teilnehmen zu sollen, lotsten ihn seine Vereinskameraden des FC Könen ins Clubhaus des FSV Trier-Tarforst. Und dann stellte ihn der Trier-Saarburger Ehrenamtsbeauftragte Wilbert Stoll am vergangenen Freitagabend als neuen Preisträger der DFB-Aktion Ehrenamt vor: Thomas Anton „konnte es gar nicht glauben“, dass ihm dies widerfuhr. Dabei leistet er schon seit dreieinhalb Jahrzehnten ehrenamtliche Arbeit für seinen Verein, war mal Abteilungsleiter Fußball, Kassierer und ist weiter Mitglied des Präsidiums. Besonders tat sich Anton beim Bau des Minispielfelds auf der Könener Sportanlage hervor. Gutachten, Behördengänge, Spendenakquise, der Bau selbst: Allerhand musste geleistet werden, bis das Kunstrasenareal vor rund einem Jahr fertig war. „Wir haben das im Team erreicht“, betonte Anton – bescheiden, wie sie nun mal sind, die Ehrenamtler. Doch der 60-Jährige machte keinen Hehl daraus, dass „eine solche Ehrung richtig guttut und auch für die Zukunft motiviert“. Geld erhält auch er schließlich keines für sein Engagement im FC Könen und Kritik bleibe mitunter nicht aus.

Offiziell geehrt wird Anton am 19. Januar in Koblenz, wenn auch die anderen Ehrenamtspreisträger aus den übrigen acht Kreisen des Fußballverbands zusammenkommen. Mit dabei ist dann auch die Trier-Saarburger Siegerin der Kategorie Fußballhelden, die für junge Ehrenamtler bis 30 Jahre gedacht ist: Lisa Sauer spielt nicht nur selbst Fußball beim FC Schöndorf, sondern bringt seit 2016 auch den Mädchenfußball beim Hochwaldclub voran – als Trainerin der C-Juniorinnen, aber auch, indem sie zahlreiche Werbeaktivitäten (in Schulen oder über die sozialen Netzwerke) entwickelt. „Die Auszeichnung bedeutet mir sehr viel. Der Rahmen hier beim Ehrenamtstag war auch sehr gelungen“, sagte die 30-Jährige. Sie sei Fußballerin durch und durch. „Wenn man dann die Fortschritte sieht und beobachten kann, wie eine Mannschaft zusammenwächst, ist das doch eine tolle Sache“, ließ Sauer durchblicken. Sie kommt Mitte des Jahres auch in den Genuss einer Bildungsreise in die Nähe von Barcelona, auf  Thomas Anton wartet ein Dankeschön-Wochenende im südpfälzischen Edenkoben.

Das Ehrenamt sei das Fundament des Fußballs. Es halte die Vereine zusammen, betonten Verbands-Vizepräsident Gregor Eibes, Michael Maxheim als Sportbund-Vize und Kreisvorsitzender Hans-Peter Dellwing in ihren Ansprachen. „Jene, die sonntags bei Wind und Wetter als Betreuer am Spielfeldrand stehen, im Vereinshaus den selbstgebackenen Kuchen backen oder Kinder oft über viele Kilometer hinweg zum Training oder zum Spiel und anschließend wieder nach Hause fahren, sind die wahren Helden des Fußballs, nicht die Profis in der Bundesliga“, unterstrich der Landesehrenamtsbeauftragte Jörg Ehlen.  

1,7 Millionen Fußballspiele seien pro Saison in Deutschland zu organisieren, in einer Woche sind es bis zu ­80 000 Partien. Wiederum 1,7 Millionen Menschen seien ehrenamtlich oder freiwillig in den Vereinen engagiert, so Ehlen. Seit 1997 gibt es bereits die Aktion Ehrenamt des Deutschen Fußball-Bundes, um die Anerkennungskultur im weltweit größten nationalen Fachverband nach vorne zu bringen. 2016 kam die Aktion „Fußballhelden – Junges Ehrenamt“ dazu. Dritte Säule sind die Sonderehrungen mit DFB-Uhren und -Urkunden.

Ob die beiden Hauptsieger Thomas Anton und Lisa Sauer oder die außerdem geehrten Vereinsmitarbeiter und Schiedsrichter (siehe Extra): Bei allen kam auch während der Feierstunde in Tarforst eines zum Vorschein: Sie sind die Seelen der Vereine, und ohne sie wäre der Fußball ein Stück ärmer.

Videointerviews mit Thomas Anton, Lisa Sauer und Jörg Ehlen finden Sie auf www.fupa.net/volksfreund

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