Die letzte Chance genutzt

Der SV Dörbach hat den letzten Strohhalm ergriffen, um dem Abstieg aus der Rheinlandliga doch noch zu entgehen. Aber auch nach dem 5:0 (1:0)-Sieg gegen den VfB Linz wird es noch schwer genug, die Klasse zu halten. Bei einer Niederlage hätte nur noch rechnerisch die Möglichkeit dazu bestanden.

Dörbach. Auf Spekulationen wollte sich Trainer Harry Koch schon im Vorfeld nicht einlassen. Unmissverständlich hatte er erklärt: "Wenn wir das Spiel nicht gewinnen, dann können wir einpacken." Und einpacken hatte er durchaus doppelsinnig gemeint. Denn: "Wer jetzt noch nicht kapiert hat, dass es um alles oder nichts geht, dem ist nicht mehr zu helfen."

Spielerisch hatte die Partie erwartungsgemäß wenig zu bieten. Bei Linz entstand von Beginn an der Eindruck, dass dies auch gar nicht beabsichtigt war. Mit Trainer Michael Theuer als Libero war die Taktik nur darauf ausgelegt, Tore zu verhindern, nach vorne wurde ausschließlich mit langen Bällen operiert. Und so war Dörbach von Beginn an die überlegene Mannschaft, musste allerdings auch erst einmal die eigene Nervosität in den Griff kriegen. Dies äußerte sich vornehmlich im Abschluss. Matthias Wey (3.) und Patrick Noske nach einer Ecke von Mike Gaugler hatten die ersten Möglichkeiten, dann traf Noske den Pfosten und brachte hinter einen Kopfball (24.) nicht genug Druck. Die sechste Chance nutzte dann endlich Florian Weirich, der einen zu kurz abgewehrten Schuss von Gaugler ins linke obere Eck zimmerte.

Der Einbahnstraßenfußball setzte sich nach dem Wechsel fort - bis auf eine Gelegenheit durch Andreas Bode, die An-dreas Ringelstein per Fußabwehr bereinigte. Dann konnte sich Linz gegen Gaugler nur mit einem Foul im Strafraum wehren - der Mittelfeldspieler, gemeinsam mit Weirich der stärkste Dörbacher, markierte selbst per Strafstoß das 2:0. Danach fielen die Rheinländer auseinander. Ohne Ordnung, ohne Gegenwehr und mit hängenden Köpfen ergaben sie sich in ihr Schicksal. Eine Viertelstunde vor Schluss erhöhte Weirich nach einem Alleingang auf 3:0. Zum 4:0 durch Noske leistete die Linzer Abwehr, die nun nicht mehr als ein Hühnerhaufen war, selbst die Vorarbeit. Derselbe Spieler erhöhte nach einer schönen Kombination ausgehend von Eric Wolff über Clemens Goepel den Schlusspunkt. "Der Sieg war verdient", so Koch, "aber wir alle dürfen ihn nur als Auftakt zu einer Serie sehen, die wir brauchen, wenn wir die Klasse halten wollen."

SV Dörbach: Ringelstein - Roderich, Schröder, Prüm, Wolff - Wey (Goepel), R. Müller, Gaugler, F. Weirich - Blang (83. Leistert), Noske

Tore: 1:0 (31.) Weirich, 2:0 (56.) Gaugler (Foulelfmeter), 3:0 (75. Weirich, 4:0, 5:0 (84./89.) Noske

SR: Schlösser (Mürlenbach) - Z: 80

Meinung

Wie in der Bundesliga

Beim Betrachten der Rheinlandliga-Tabelle liegt der Vergleich mit der Bundesliga nah. In der Dortmunder Rolle der FSV Salmrohr, bei dem nur noch Berufspessimisten am Aufstieg zweifeln. Der Vergleich mit dem Hauen und Stechen im Keller ist ebenso angebracht - nur die Gefahrenzone reicht nicht ganz so hoch. Sechs Mannschaften machen vermutlich fünf Absteiger unter sich aus. Mit fünf muss gerechnet werden, denn aus der Oberliga werden Eisbachtal und Bad Breisig mit hoher Wahrscheinlichkeit kommen. Also geht es vermutlich nur noch darum, wer den zum Objekt der Begierde avancierten 13. Platz erreicht. Die regionalen Abstiegskandidaten heißen Ellscheid, Dörbach und Bullay/Zell.