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Die Oberliga soll nur Durchgangsstation sein

Die Oberliga soll nur Durchgangsstation sein

Am Ende der vergangenen Saison hat Fußball-Oberligist FSV Salmrohr den bis 2013 laufenden Vertrag mit Trainer Robert Jung vorzeitig aufgekündigt. Als Nachfolger wurde Patrick Klyk verpflichtet. Nach vier Spieltagen steht der FSV auf Rang vier. Zeit, den neuen Trainer vorzustellen.

Salmrohr. Nach Aydin Ay (29 Jahre/SV Gonsenheim, Ex-Spieler von Eintracht Trier) ist Patrick Klyk der jüngste Trainer der Fußball-Oberliga Rheinland-Pfalz-Saar. Die Zwischenbilanz des 32-Jährigen kann sich sehen lassen: vier Spiele, drei Siege, ein Remis und Rang zwei in der Tabelle. Das macht optisch etwas her. Was aber viel auffälliger ist und jedem Besucher der Spiele des FSV auffällt, die jetzt wieder im Salmtalstadion über die Bühne gehen, ist die andere Philosophie, die Klyk seinen Schützlingen verordnet hat. Jungs Konzentration lag zunächst auf der Defensive. Auch in Heimspielen und oft auch gegen potenziell schwächere Gegner wurde Konterfußball praktiziert.
"Ich habe das Gesetz des Handelns lieber selbst in der Hand", sagt Klyk, "und ich bin davon überzeugt, dass wir auch die Spieler haben, die diese Philosophie umsetzen können." Was nicht heißt, dass die Defensive vernachlässigt wird.
Dass Klyk als Trainer in Salmrohr gelandet ist, ist eine außergewöhnliche Geschichte. Der Kontakt zum FSV-Präsidenten Helmut Meeth kam beim Gastspiel von Klyks letztem Club, dem SV Röchling Völklingen, zustande. Man traf sich nach dem Spiel, nicht um über Fußball, sondern über schlüsselfertige Häuser zu reden. Klyks Ehefrau Claudia ist in der Baubranche tätig, Meeth produziert Fenster und Haustüren. Mit dem Fazit "Es war ein cooler Abend" ging man auseinander. Zunächst. Nach einigen Wochen und etlichen Gesprächen war man sich nicht nur geschäftlich, sondern auch sportlich einig. Klyk arbeitet nun auch in Meeths Firma - er ist Diplom-Betriebswirt. Ein ganz anderer Berührungspunkt betrifft die Vergangenheit des Coachs, der es bis zum Zweitligaspieler (1. FC Saarbrücken, Waldhof Mannheim) gebracht hat. Nach seiner zweiten Knieverletzung landete er erneut beim FCS, dieses Mal in der Dritten Liga. Der Trainer: Klaus Toppmöller. "Toppi" wollte aufsteigen "und hat mir ganz ehrlich gesagt, dass er nicht glaubt, dass ich den Sprung in die Stammelf schaffe". Daraufhin kickte Klyk noch ein paar Jahre in Elversberg und stieg schon mit 26 Jahren auf die Trainerlaufbahn um, mit Klaus Toppmöllers Sohn Dino als spielendem Co-Trainer.
Nicht nur beim FCS herrschte eine hohe Erwartungshaltung. Die gibt es auch beim FSV. Die launige Rede von Meeth anlässlich der Wiedereröffnung des Salmtalstadions ließ viele schmunzeln, hat aber einen ernsten Hintergrund. "Wir wollen so schnell wie möglich in derselben Liga spielen wie der Verein aus der Stadt vor Konz", hatte Meeth verkündet. Klar, dass er damit Eintracht Trier gemeint hat. Klyk zur Aussage seines Chefs: "Wer so viel für einen Verein tut wie Helmut Meeth, und das in jeder Hinsicht, der hat immer das Recht, solche Ansprüche zu stellen."