Die Ost-Importe kränkeln

Personell angeschlagen geht der 1. FC Kaiserslautern in die brisante Partie gegen Bundesliga-Vize Bayer 04 Leverkusen. Offensivspieler Ivo Ilicevic fällt gegen die Heynckes-Truppe wegen einer Bauchmuskelzerrung aus.

Der eigene Erfolg kann mitunter zum Fluch werden. Seit Außenbahnspieler Ivo Ilicevic zur kroatischen Nationalmannschaft gehört, plagt sich der fünffache Saisontorschütze des FCK immer mehr mit persönlichen Malaisen herum. Erst zwang ihn ein lädierter Knöchel zu einer zweiwöchigen Pause, jetzt zog er sich im Training in Kroatien eine Bauchmuskelzerrung zu. Gegen Leverkusen, für dessen Auftritt am Betzenberg bereits mehr als 45 000 Tickets verkauft worden sind, muss der 24-Jährige erneut zuschauen. Nicht viel besser sieht es beim zweiten torgefährlichen "Osteuropa-Import" der Gastgeber aus. Auch hinter dem Mitwirken der tschechischen Schalke-Leihgabe Jan Moravek, der sich mit einer schmerzhaften Prellung herumplagt, steht ein großes Fragezeichen. "Bei ihm haben wir zumindest noch ein bisschen Hoffnung, dass wir ihn hinkriegen", meinte Cheftrainer Marco Kurz.

Mit Geschlossenheit, so Kurz, wolle man die Ausfälle gegen den "klar favorisierten Gegner" kompensieren. Und der Coach ist sich sicher, dass "die schon wissen, was sie hier erwartet". Schließlich ist es erst knapp eineinhalb Jahre her, dass die Werkself als ungeschlagener Bundesliga-Spitzenreiter beim Zweitligisten in der Pfalz eine Pokal-Niederlage quittieren musste. Damals aber wirkte im Dress der Lauterer noch ein junger Mann mit, der jetzt den Bayer-Kick mächtig durcheinander wirbelt und als nächster potenzieller Nationalspieler gilt. Sydney Sam war mit seinen Dribbelkünsten maßgeblich am Bundesliga-Aufstieg seiner Mannschaft beteiligt.

Heute sei er "stolz darauf, unter so einem Mann wie Jupp Heynckes trainieren zu dürfen". Ein freundlicher Empfang - auch aus der "FCK-Hardcore-Kurve" - dürfte dem pfeilschnellen Sam, der beim 3:1-Hinspielerfolg in der Bay-Arena einen Kunstschuss aus großer Distanz im Kasten seines ehemaligen Kumpels Tobias Sippel versenkte, sicher sein. Ob eben jener Keeper auch am Samstag wieder das Trikot des aktuellen Tabellen-13. tragen wird, stand allerdings erst nach dem Abschlusstraining fest.

"Ich habe mehrfach gesagt, dass ich die Torwart-Frage von meinen Eindrücken in der Trainingswoche abhängig machen werde. Dann werden es die Beteiligten als Erste erfahren", ließ sich Kurz noch nicht in die Karten schauen. Für viel internen Konkurrenzkampf zwischen Sippel und seinem Vertreter Kevin Trapp, der in den beiden vergangenen Spielen das Tor hütete, ist jedenfalls gesorgt.