Diskrepanz zwischen Heim- und Auswärtsspielen

Diskrepanz zwischen Heim- und Auswärtsspielen

Nach der jüngsten Niederlage in Mülheim droht dem Titelmitfavoriten der Sturz ins Mittelmaß. Vor allem ist es eine unüberbrückbare Diskrepanz, die sich zwischen den Leistungen vor eigenem Publikum und der Präsentation auf fremden Plätzen auftut.

Niederkail/Landscheid/Binsfeld. Die Niederlage in Mülheim hat wehgetan. Nicht nur, dass der Titelmitfavorit einmal mehr auswärts ins Straucheln geriet, war bemerkenswert, sondern auch die Art und Weise, wie sich die Mannschaft im Defensiv-Verhalten präsentierte. "Wir haben wirklich eine schlechte Leistung geboten, nie Zugang zum Spiel gefunden und uns mit individuellen Fehlern selbst bestraft", fasste Norbert Heinz das Debakel an der Mosel zusammen.
Zu allem Überfluss verletzte sich Manuel Krischel schwer, fällt nach einem groben Foul mit Schienbeinbruch bis zur Winterpause aus. Dabei hätte alles so gut weiterlaufen können. Die Mannschaft befand sich nach dem deutlichen und überzeugenden 5:1-Sieg gegen Klausen im Aufwind und kratzte an den oberen Plätzen. Nun ist es erst mal vorbei mit dem Thema Aufstiegsplatz, denn die Konkurrenz aus Traben-Trarbach und Buchholz ist bereits auf sieben und sechs Zähler eingeteilt.
Gute Kameradschaft


Doch Norbert Heinz sieht auch Positives: "In den meisten Spielen hat sich die Mannschaft sehr ordentlich und offensiv ausgerichtet präsentiert. Die Niederlage gegen Gonzerath war gerecht, doch in Traben-Trarbach hätten wir gewinnen können, ja müssen. Wir besaßen ein spielerisches Übergewicht und die klareren Chancen, können sie aber nicht immer auf dem Platz umsetzen." Auch die unübersehbare Diskrepanz zwischen Heimspielen und Auswärtsauftritten wirft Fragen auf. Die neue SG hat alle drei Heimspiele souverän und mit einer Tordifferenz von 15:3 gewonnen - steht in dieser Rubrik gar an der Spitze der Liga. Doch auswärts tun sich die Spieler schwer, haben alle drei Partien in den Sand gesetzt. "Uns fehlt das nötige Glück und in 1:1-Situationen die Effizienz. Dann bringen uns vermeidbare Leichtsinnsfehler in Rückstand und auf die Verliererstraße, weil dann der Gegner richtig robust zur Sache geht und den mentalen Rückenwind für sich nutzt. Die Konzentration beim Abschluss und über die gesamte Spielzeit fehlt uns noch. Es gibt aber auch Fortschritte", sagt Heinz, der eine gewachsene Identifikation der Spieler mit der neuen Spielgemeinschaft ausgemacht hat. "Die Kameradschaft ist top, die Jungs engagieren sich toll, und die spielerische Harmonie ist auf einem guten Weg".
Ein Weg, der durch Verletzungen von Stammspielern immer wieder durchkreuzt wird. So fallen Toni Förster mit Kreuzbandriss, Spielmacher Robert Wilwers mit einer Leistenverletzung und nun Manuel Krischel mit Schienbeinbruch mindestens bis zur Winterpause aus. "Das Team hat unbestritten ein großes spielerisches Format und muss stetig wachsen. Das Trainerteam um Coach Jörg Kröschel, Uwe Zwilling und Torwarttrainer Daniel Kuder arbeitet fieberhaft an allen Baustellen", betont Norbert Heinz, der für die Zukunft mit dem Vorstand aller Vereine ein tragfähiges Nachwuchskonzept erstellen will. "Wir müssen in diesem Bereich was machen und uns neu aufstellen. Wir haben erkannt, dass, wenn wir den jungen Spielern auf Dauer eine sportliche Zukunft geben wollen, ein Jugendkonzept mit entsprechenden Perspektiven entwickelt werden muss." L.S.