Dribbelkönig aus Brazzaville

Dribbelkönig aus Brazzaville

Einst im Kongo zum Nationalspieler gereift und über diverse Stationen bei Profivereinen in den Fokus gerückt, hat Rodalec Souza in dieser Spielzeit beim FSV Salmrohr II das Kapitänsamt übernommen. Er ist zugleich der verlängerte Arm von Trainer Uwe Kasper.

Salmrohr/Wittlich. Roda Souza ist jetzt fast 36 Jahre alt - spielt aber mit der Leichtigkeit eines 20-Jährigen. Von seinen technischen Fähigkeiten, auf engstem Raum die Gegenspieler serienweise zu düpieren und auch mal den tödlichen Pass zu spielen, hat er nichts eingebüßt. Als der Kongolese 1997 in die Regionalliga zum FSV Salmrohr kam, hatte er schon einige Vereine mit seiner Spielkunst beeindruckt. Der Techniker aus Brazzaville spielte zwölfmal für die kongolesische Nationalelf und in der Champions-League Afrikas. Als er mit 21 Jahren in Kerpen bei Köln anheuerte, wurden die Späher auf den schmächtigen, aber schnellen Stürmer aufmerksam. Der aus Fortuna Düsseldorf und Union Berlin bekannte Landsmann Younga-Mouhani "entführte" ihn nach Deutschland. "Ich war wahrscheinlich zu gut für die Bezirksliga", sagt Souza und schmunzelt dabei.
Die Folge waren diverse Verpflichtungen beim FSV Salmrohr, als er unter Werner Kartz Regionalliga spielte, die Zwischenstation Bonner SC (Oberliga) und Eintracht Trier, wo er 2002 unter Paul Linz in die zweite Liga aufstieg (dort aber nicht zum Einsatz kam). Nach den Stationen SV Wittlich - Konny Klar hatte ihn in die Säubrennerstadt gelotst - und SV Dörbach (unter Harry Koch), kehrte der Vater von drei Töchtern nach Salmrohr zurück. "Ich fühle mich in Salmrohr am wohlsten. Das Umfeld ist perfekt, die Leute, angefangen vom Präsidenten Helmut Meeth, verstehen ihr Handwerk und sind auch menschlich 1A. Ich bin dankbar, dass ich die jungen Spieler der zweiten Mannschaft führen und dirigieren darf und mit meiner Erfahrung das Team weiterbringen kann."
Das Ziel heißt Aufstieg


Dabei soll in diesem Jahr der Aufstieg in die Bezirksliga gelingen. "Das wird nicht einfach, doch alle Spieler trainieren auch mit dem Oberligateam zusammen und haben genug Qualität, dieses ehrgeizige Ziel auch umzusetzen", so Souza, der die von Uwe Kasper gegebenen Anweisungen auf den Platz transportiert. "Wir verstehen uns gut, die Zusammenarbeit ist hervorragend", verrät er. An eine Episode aus seinen Jugendjahren erinnert sich der bei der Firma Helmut Meeth arbeitende Fensterbauer nur allzu gern: "Als ich noch für Brazzaville spielte, sah mich mein Vater erstaunt im Fernsehen. Er wusste gar nicht, dass ich dort Champions League spielte und war total baff."
Im Kongo begann er als Linksverteidiger, wurde aber schnell zum Stürmer umfunktioniert. Rodalec Souza hat Abitur gemacht, lebt in Wittlich und ist besonders stolz auf die älteste Tochter, die in Wittlich Handball spielt und als großes Talent gilt.

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