Ein Fall für Zwei

Nach der Auftaktniederlage gegen die SG Zerf hat das Spielertrainer-Duo Thomas Werhan und Jochen Weber nach drei Siegen in Folge gleich die Ligakonkurrenz wachgerüttelt. Nächster Gegner des SV Morscheid ist auswärts die SSG Kernscheid.

Morscheid. Im regionalen Kreisfußball ein Novum: Zwei gleichwertige Spielertrainer stehen beim SV Morscheid auf der Kommandobrücke. Damit haben die Verantwortlichen des letztjährigen Absteigers aus der Kreisliga A gleich doppelt profitiert. Mit der Verpflichtung von Förderschullehrer Thomas Werhan (30) und Grundschullehrer Jochen Weber (30) konnte zum einen die Trainerbank neu besetzt, aber nach teils schmerzhaften Abgängen echte Verstärkung auf dem Spielfeld gefunden werden.
Gemeinsam Hochschulmeister


Im Fußballkreis sind die beiden Neuverpflichtungen, die sich während des Studiums an der Uni Landau kennenlernten, keine Unbekannten. Die Laufbahn von Defensivspieler Thomas Werhan begann beim FC Schöndorf und führte über Stationen wie Eintracht Trier, ASV Landau, SV Konz und SV Mehring ins Ruwertal. Als Highlight nennt er neben dem Bezirksliga-Aufstieg mit dem FC Schöndorf vor allem den Oberliga-Aufstieg als Mannschaftskapitän des SV Mehring in der vergangenen Saison.
Jochen Weber, vielseitig als Torwart, Verteidiger und Mittelfeldspieler einsetzbar, kommt vom Bezirksligisten SV Föhren und war zuvor sechs Jahre beim TuS Mosella Schweich aktiv. Der begeisterte Snowboarder aus Mehring holte 2004 mit der SG Rieschweiler den Titel in der Landesliga Südwest und feierte 2010 die Bezirksligameisterschaft mit TuS Mosella Schweich. Weber und Werhan wurden im Jahr 2004 mit der Uni Koblenz/Landau Deutscher Hochschulmeister.
Die neue Konstellation beim B-Ligisten SV Morscheid kommt beiden entgegen. "Wir verstehen uns bestens und haben somit einen verlässlichen Partner, können uns im Training abwechseln und sehen mit vier Augen einfach mehr", nennt der in Bonerath wohnende Werhan die Gründe für seine Entscheidung. "Wir sehen viele Dinge ähnlich und diskutieren konstruktiv, weshalb wir unsere Zusammenarbeit bisher als sehr positiv empfinden", ergänzt Weber. Wichtig für die beiden Familienväter ist es auch, dass sie selbst als Spieler aktiv ins Geschehen eingreifen können. "Die Abstiegssaison muss aus den Köpfen raus und wir müssen wieder Spaß am Siegen finden." Diese Vorgabe der erfahrenen Neuzugänge hat die Mannschaft nach dem verpatzten Saisonstart in Lampaden schnell umgesetzt und mit drei Siegen in Folge gezeigt, dass sie durchaus im Titelrennen mitreden können.
Beide Trainer erwarten allerdings eine ausgeglichene Saison, in der jede Mannschaft Woche für Woche konzentriert und entschlossen auf dem Platz stehen muss, um punkten zu können. Mit einem in der Breite und auf allen Positionen recht gut besetzten Kader sei der Grundstein beim SV Morscheid für eine erfolgreiche Saison gelegt. "Lediglich mit der Körpersprache und der Kritikfähigkeit sind wir bei einigen unserer Spieler noch unzufrieden", bemängeln die Trainer. "Wenn wir wirklich dauerhaft erfolgreich spielen möchten, müssen wir uns auch in diesen Bereichen steigern."
Das 4-4-2 System funktioniere bis dato taktisch schon ganz ordentlich, wobei es natürlich immer noch Luft nach oben gibt. Als großen Vorteil sehen sie auch, dass einige Spieler vielseitig einsetzbar sind und dadurch die Abgänge wie Dominik Stehle und Sebastian Brittner sowie die verletzten Spieler Florian Reis, Christian Backes und Lukas Herkenroth recht ordentlich auffangen können. "Dennoch haben wir nur zwei gelernte Stürmer im Kader, was natürlich auf Dauer sehr dünn ist", meint Werhan, der darüber hinaus auch den Nachwuchsbereich als verbesserungswürdig hält. "In der A-Jugend der SG Ruwertal ist mit Matthias Braun nur ein einziger Spieler mit Pass vom SV Morscheid. Gerne würden wir junge Spieler an unseren Verein binden."