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Ein Fußballer ist reif für die Insel

Mit dem Fußballspielen will Alexander Klas auch in England weitermachen. Er plant, nach seiner Rückkehr wieder für die SG Ellscheid aufzulaufen. TV-Foto: Daniel John
Mit dem Fußballspielen will Alexander Klas auch in England weitermachen. Er plant, nach seiner Rückkehr wieder für die SG Ellscheid aufzulaufen. TV-Foto: Daniel John
Für die SG Ellscheid, die ohnehin - auch nach eigener Einschätzung - zu den Abstiegskandidaten in der Rheinlandliga zählt, wird das Traumziel Erhalt der Rheinlandliga nach nur vier Spieltagen noch schwerer zu erreichen sein. Alexander Klas, einer ihrer Besten, wird in dieser Saison nicht mehr für die Eifeler auflaufen. Von unserem Mitarbeiter Willi Rausch

Dockweiler. Mit 21 Jahren ist Alexander Klas einer der Jüngsten im Team der SG Ellscheid, gleichwohl aber einer der Profiliertesten. Der Talentiertesten sowieso. Bis vor dieser Spielzeit wirbelte er noch im Duett mit Markus Bauer über links die gegnerischen Abwehrreihen durcheinander.

Als Bauer nach Salmrohr wechselte, wurde Klas zum "offensiv orientierten Sechser" umgeschult - und jetzt ist er weg. Zum Studium nach England, an die University of Central Lancashire. Am Samstag startet er Richtung Insel, "und ich bleibe bis zum 20. Mai. Vielleicht hänge ich aber auch noch acht Monate dran." Mit dem Englischstudium in Preston, einer Stadt im Nordwesten des Königreichs, absolviert er den Bachelor in Betriebswirtschaft, und, je nachdem, wie es im gefällt und wie er klarkommt, "mache ich den Master auch noch." Nach seiner Rückkehr will er "auf jeden Fall nochmals zur SG Ellscheid zurück und als Europasekretär im Vertrieb oder Marketing arbeiten."

In Preston ist der erste Meister des Fußball-Mutterlands beheimatet, Preston North End, das heute in der zweiten Liga antritt. In dieser Klasse wird Klas vermutlich eher nicht unterkommen, "aber ich werde mich auf jeden Fall fithalten, am liebsten natürlich irgendwo in einer Amateurliga mit einer Gastlizenz spielen."

Bis dahin wird allerdings wohl noch etwas Zeit vergehen, denn zunächst gilt es für ihn, sich in einem fremden Land an einer neuen Uni zurechtzufinden, nachdem er zwei Jahre in Trier in der Sprachschule hinter sich gebracht hat.

Klas ist nicht nur "ein feiner Fußballer", sondern auch "ein patenter Bursche" (Trainer Jörg Stölben) und einer, der nicht nur auf dem Spielfeld keinen Weg scheut. Als er in der Jugend für Eintracht Trier spielte, fuhr er dreimal pro Woche mit dem Zug von Dockweiler nach Trier und zurück, einmal pro Woche fuhr ihn sein Vater.

"Es war den Aufwand wert", sagt der 21-Jährige im Rückblick. "Die halbe Stunde, die ich als B-Jugendlicher in der A-Jugend-Bundesliga gegen Hoffenheim spielen durfte", war bisher der Höhepunkt seiner Karriere.

Seinen Kumpels aus Ellscheid drückt Klas die Daumen und macht ihnen Mut: "Ich bin davon überzeugt, dass sie die Klasse halten."