Ein Kick voller Kreisliga-Klassiker: Trier-Irsch schlägt Krettnach

Kreisliga B Trier-Saar : Ein Kick voller Kreisliga-Klassiker: Trier-Irsch schlägt Krettnach

Der SV Trier-Irsch gewinnt ein schweres Auswärtsspiel in Krettnach deutlich mit 4:1. Der Gegner scheitert dabei, in einem Spiel, das viele Klischees erfüllt, auch an sich selbst.

Ach Kreisliga, was bist du einzigartig. Du hast dir gewisse Marotten angewöhnt, die du in manchen Spielen mehr und in anderen weniger zeigst. Nicht alle davon sind schön, doch alle unverwechselbar. Und beim Spiel des SV Tälchen-Krettnach gegen den SV Trier-Irsch hast du wieder einmal eine ganze Palette dieser Besonderheiten gezeigt.

Wobei, „beim“ Spiel dabei noch nicht einmal richtig ist. Denn wir müssen schon vor der Partie beginnen. Denn eigentlich standen die 22 Spieler von Krettnach und Irsch am Samstagabend schon bereit zum Einlaufen, als dem aufmerksamen Beobachter auffiel, dass einer fehlte: der Schiedsrichter. Also, versuchen den Unparteiischen zu erreichen – erfolglos. Kurzerhand musste ein Schiedsrichter aus dem benachbarten Konz organisiert werden. Rudi Schaaf übernahm die Leitung, pfiff übrigens vorzüglich. Bilanz dieses Schiri-Wirrwarrs: ein 36 Minuten verspäteter Anstoß – und die erste kreisligatypische (wenn auch unschöne) Marotte. Die Verspätung wurde auch deswegen brisant, weil im Kampf gegen den Sonnenuntergang jede Minute zählte. Und, Achtung, Kreisliga-Alleinstellungsmerkmal Nummer Zwei, es musste ja samstags gespielt werden, da in Niedermennig abends Oktoberfest gefeiert wurde.

„Wir haben“, sagt Irsch-Spielertrainer Tobias Spruck, „durch die Schwierigkeiten am Anfang einige Minuten gebraucht, um ins Spiel zu finden“. Und so stand es früh 1:0 für die Hausherren aus dem Tälchen. „Nur“ 1:0, wie Dietmar Hürter, Krettnachs Coach erklärt: „Wir müssen da höher führen, die Chancen waren da“. Aber allein in den ersten 15 Minuten ließ sein Team drei Hochkaräter liegen. Sein Gegenüber Spruck war ebenfalls froh „dass wir nicht 2:0 zurückgelegen haben“. Sein Team bekam das Spiel dann jedoch besser in den Griff und – Achtung, Fußballweisheit: Wer sie vorne nicht macht, bekommt sie hinten rein. So geschehen im Doppelschlag Elias Heitkötter (28.) und Yannik Briesch (30.). Irsch hatte in dieser Phase mehr Ballbesitz, ließ den Ball ruhig laufen und wartete auf die Lücke.

Nach der Pause flachte das Spiel dann erst einmal etwas ab. Kaum Torchancen, viele kleine Fouls und Nicklichkeiten bestimmten die Partie. Ein Grund dafür war, dass die taktische Idee von Dietmar Hürter, Irschs Top-Stürmer Christoph Nickl (Bereits 14 Saisontore vor dem Spiel) aus der Partie zu nehmen. „Es lief nix bei ihm“, so der Coach, „doch dann haben seine Sturmpartner gemerkt, dass sie ihm helfen müssen.

Neben der konzentrierten Abwehrleistung gegen Nickl brachte sich der Goalgetter aber auch immer wieder durch Unkonzentriertheiten aus dem Spiel, gipfelnd in zwei sehr grenzwertigen Unmutsbekundungen gegenüber dem Schiedsrichter, für die er zu seinem Glück nur einmal die Gelbe Karte erhielt. Allgemein herrschte gegenüber des Schiedsrichters ein sehr rauer Ton – wie in der Kreisliga inzwischen üblich. Sagen wir es so: Hätten die bereits vor Ort befindlichen Oktoberfest-Fans bei jedem „Ey Schiri“ einen Schluck aus ihrer Halben genommen, dann hätten wohl die wenigsten den Schlusspfiff mitbekommen.

Auch nachdem Irsch nach einem schönen Solo ihres spielenden Coaches Spruck und dem folgenden Abstauber von Elias Heitkötter (68.) erhöhten, gab sich Krettnach nicht auf. „Läuferisch und kämpferisch war das sehr gut“, konstatierte Trainer Hürter. Das Problem war jedoch, dass zwei seiner Kritikpunkte die entscheidenden Dinge auf dem Platz sind: „In der Abwehr und bei der Chancenverwertung müssen wir zulegen.“

Eine Kreisliga-Spezialität haben wir noch: Die Schuhe von Irschs erst kurz zuvor eingewechseltem  Daniel Frank gaben kurz vor Schluss den Geist auf. „Wer hat noch Schuhe in 42,5?“, wurde da gefragt. Als diese dann gefunden waren, passten sie doch nicht. Also blieb nur eines: die erneute Auswechslung.

Als Krettnach zum Ende hin immer mehr auf den Anschlusstreffer drängte, ergaben sich folglich immer mehr Räume für Irsch – Christoph Nickel durfte doch noch den Deckel drauf machen (89.). Und so reichte eine, wie Tobias Spruck es sagte: „Über 80 Minuten richtig geile Teamleistung“ zum verdienten, wenn auch etwas hohen Sieg. Damit bleibt Trier-Irsch oben dran und knüpft weiter an das Ziel „Top-3“ an.

SV Tälchen-Krettnach - SV Trier-Irsch 1:4 (1:2)
SV Tälchen-Krettnach:
Mayer, L. Kugel, Heß (82. Reuter), Schmidt (46. Steinmann), M. Kugel, Bosl, Bergmann, Faber, Henter, Reuter, Heß
SV Trier-Irsch:
Tiburtius, Imade, Stölzel, Heitkötter, Möller, Briesch (75. von Kreutz), Nickl, N. Spruck (51. Frank, 82. Lentes), T. Spruck, Grundmann, Döring
Schiedsrichter:
 Karl-Rudolf Schaaf (Konz)
Tore:
1:0 Nico Reuter (4.), 1:1 Elias Heitkötter (28.), 1:2 Yannik Briesch (30.), 1:3 Elias Heitkötter (68.), 1:4 Christoph Nickl (89.)

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