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Ein Traumtor für die wunde Seele

Ein Traumtor für die wunde Seele

Nach drei Niederlagen in Folge hat der abstiegsbedrohte Bundesligist 1. FC Kaiserslautern beim 1:1 (0:0) gegen Spitzenreiter Borussia Dortmund mit Leidenschaft und Kampfkraft in letzter Minute ein schon verloren geglaubtes Spiel noch gedreht.

Es dauerte lange, bis am Samstagabend nach einem "finale furioso" und schier überschäumender Gänsehaut-Atmosphäre alle Beteiligten das angestaute Adrenalin aus ihren Körpern verbannt hatten. "So ein Spiel musst du dann auch mit zehn Mann irgendwie heimschaukeln. Auf diese Weise noch zwei Punkte zu verlieren, das ist einfach bitter. So dumm dürfen wir uns nicht anstellen", haderte BVB-Mittelfeld-Spieler Sven Bender, der die Gäste vor einer schwarz-gelben Wand von fast 8000 Dortmund-Fans neun Minuten vor dem Abpfiff von Schiedsrichter Florian Meyer in Führung geschossen hatte.

Der Unparteiische stand in den irren Schlussminuten selbst im Fokus, als er Dortmunds Abwehrspieler Neven Subotic mit einer Gelb-Roten Karte bedachte. Eine Fehlentscheidung nach korrektem Zweikampf mit Srdjan Lakic, wie nicht nur der des Platzes Verwiesene, sondern auch sein Trainer Jürgen Klopp später anmerkten. So nutzten die Lauterer in der Schlussminute die entstandene Lücke in der Borussen-Hintermannschaft durch ein Traumtor des Tschechen Jan Moravek (90.) zum hoch verdienten Ausgleich.

Es war ein über die gesamte Distanz von beiden Seiten mit unglaublich hoher Intensität geführtes Spiel. Serienweise Strafraumszenen, packende Zweikämpfe und Leidenschaft pur gab es auf dem "Betze" zu sehen, der eine grandiose Bühne für zwei Mannschaften war, die sich nichts schenkten. Die Roten Teufel wurden schließlich durch den Sonntagsschuss des jungen Jan Moravek in der Schlussminute nach einer Ecke des überragenden Tiffert für ihren nimmermüden Einsatz belohnt. "Spielerisch können wir uns mit Dortmund nicht messen. Aber das, was wir können, haben wir durchgezogen, ohne uns beirren zu lassen. Wir haben fast immer einen Fuß dazwischen gehabt. Und ein paar Mal hat uns auch Tobias Sippel vor einem früheren Rückstand bewahrt", bilanzierte der Taktgeber Tiffert.

"Kunstschütze" Moravek bekannte, dass "ich die Augen zugemacht und draufgehauen habe. Am Jubel habe ich dann bemerkt, dass der Ball drin war." Über den Treffer des jungen Tschechen freute sich auch Top-Scorer Srdjan Lakic ganz besonders. "Das Tor war Gold wert für das Selbstvertrauen. Es wäre sehr schlimm gewesen, wenn wir nach dieser Leistung wieder knapp verloren hätten."

BVB-Coach Jürgen Klopp sprach von einem "gerechten Unentscheiden mit zwei schönen, späten Toren." Wobei er auf das zweite (und schönere) Tor sicher liebend gern verzichtet hätte.