Einer siegt, einer pennt

Im Abstiegskampf der Kreisliga A hat der SG Pronsfeld eine Raketen-Halbzeit gegen Fließem zum Sieg gereicht. Während Fließem nur in Halbzeit zwei richtig Gas gab und weiter um die Ligazugehörigkeit bangen muss, gelang den Pronsfeldern ein Befreiungsschlag.

Lünebach. "Dieser Sieg fühlt sich richtig gut an", sagte Pronsfelds Trainer Heribert Reiffers nach dem glücklichen Sieg erleichtert. "Hätten wir die Probleme von Fließem bei den Standards noch effektiver genutzt, hätten wir bereits zur Halbzeit den Sack zuschnüren können. So haben wir uns selbst in die Bredouille gebracht und Fließem stark gemacht", sagte der Pronsfelder Coach, der ebenso wie sein Kollege Dieter Conrad nur einer Halbzeit durchgängig guten und druckvollen Fußball bescheinigte. Das offensive Spiel der Platzherren wurde schon nach fünf Minuten belohnt, als Karsten Klein einen Ball bekam, sich dann im Laufduell gegen zwei Gegenspieler durchsetzte und mit dem Außenrist verwandelte - 1:0 (5.). Fließem antwortete zunächst eindrucksvoll: So war Mario Stieren dem Ausgleich nahe, als er aus vollem Lauf bedient wurde und sein Kopfball von Stefan Munkler im Pronsfelder Kasten über die Latte gelenkt wurde. Doch tonangebend blieben die Gastgeber, die immer wieder bei Ecken und Freistößen für große Konfusion im Fließemer Strafraum sorgten. So entsprang das 2:0 ebenfalls einer Standardsituation, als eine Ecke genau auf den Kopf des völlig freistehenden Andreas Janssen landete und dieser unbedrängt vollstrecken durfte (15.). Janssen war erst kurz zuvor für den verletzten Mittelfeldspieler Andreas Mertens in die Partie gekommen. Fließems Alexander Neuerburg hatte danach den Anschluss liegengelassen. Im zweiten Abschnitt sahen die 100 Zuschauer ein völlig umgekehrtes Bild: Pronsfeld überließ dem Gegner das Mittelfeld und Fließem kam mit druckvollem Fußball über den eingewechselten Mohamed Mukthar zum Zuge. Doch Stefan Kill hatte für Pronsfeld die beste Chance zum 3:1 - Daniel Neuerburg im Gästetor hielt die Fließemer Elf von Coach Dieter Conrad im Spiel. Einen Moment später fiel der verdiente Anschlusstreffer: Mukthar wurde von Munkler im Sechzehner gefoult - den fälligen Elfmeter verwandelte der aus der Abwehr nach vorn beorderte Jörg Dingels sicher - 2:1 (67.). Einen Schrägschuss von Fließems Mario Stieren fischte Stefan Munkler anschließend noch aus dem Winkel. "Ein Ball, den man nicht unbedingt halten muss", fand auch Heribert Reiffers. Fließem warf alles nach vorn, hatte aber nicht mehr das Glück, zum Ausgleich zu kommen. "Wir haben die erste Halbzeit verpennt und die klare Zuteilung bei Standards vermissen lassen. Wir müssen uns im Abstiegskampf 90 Minuten lang gegen die Niederlage wehren. Es weiß immer noch nicht jeder, worum es geht", sagte Dieter Conrad, der damit mit seiner Mannschaft hart ins Gericht ging. Er appellierte an die Einstellung der guten zweiten Halbzeit, "an die es anzuknüpfen gilt. Jetzt kommen mit Weinsheim und Badem zwei Gegner, gegen die wir zu Hause zwingend gewinnen müssen". SG Pronsfeld: Munkler - C. Thiex, Probst (74. Thielen), Hoffmann, M. Thiex - Mertens (12. Janssen), Schmitz, Henkes, Peters - Klein (78. Simon), Kill. SG Fließem: D. Neuerburg - Kinnisch, Plein, Dingels, Haselsteiner - Tilkes (46. Mukthar), Weber (82. Fricke), P. Neuerburg, A. Neuerburg (46. Neises) - Leinen, Stieren. Tore: 1:0 (5.) Klein, 2:0 (15.) Janssen, 2:1 (67., Foulelfmeter) Dingels SR: Mario Schmidt (Darscheid) - ZS: 100