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Einladung zum Tore schießen

Einladung zum Tore schießen

Im Kampf um den Klassenerhalt hat Aufsteiger 1. FC Kaiserslautern einen Rückschlag hinnehmen müssen. Eine Woche nach dem Punktgewinn gegen Tabellenführer Borussia Dortmund unterlagen die Roten Teufel bei Hannover 96 deutlich mit 0:3 (0: 2)

(jüb) Die Stimme von Christian Tiffert klang gepresst und ungläubig wenige Minuten nach dem Schlusspfiff. "Es ist mir unerklärlich, wie man Woche für Woche den Gegner auf diese Weise zum Tore schießen einladen kann. Wir spielen doch keinen schlechteren Fußball als viele andere." Dann fügt er fast schon fatalistisch hinzu: "Aber gegen uns müssen die Gegner im Moment ja nicht mal gut spielen. Gegen uns gewinnen sie ja trotzdem."

Auch das Gastspiel beim Tabellenvierten begannen die Pfälzer, die von mehr als 2000 Zuschauern an die Leine begleitet worden waren, forsch und durchaus mutig. Und vor allem konzentriert. Schalke-Leihgabe Jan Moravek wurde aus aussichtsreicher Position wegen angeblichen Foulspiels im gegnerischen Strafraum abgepfiffen.

Der seit Bekanntgabe seines Wechsels nach Wolfsburg im Sommer glücklose Torjäger Srdjan Lakic deutete seine Gefährlichkeit immer wieder an, doch dem elffachen Torschützen fehlt im Moment genau so die Fortune wie seiner gesamten Mannschaft die Konstanz. Nach 17 Minuten verlor Kapitän Amedick ein Laufduell gegen Abdellaoue, der auf Ya Konan passte. Von dessen klugen Zuspiel profitierte Jan Schlaudraff zum ebenso frühen wie unnötigen Führungstreffer der Niedersachsen.

Dem 0:2 nur wenige Sekunden vor dem Pausenpfiff ging wieder ein leichtfertiger Ballverlust, diesmal von Rodnei an Ya Konan, voraus. Abdellaoue bedankte sich mit dem zweiten 96-Treffer. Auch bei Schlaudraffs zweitem Tor (57.), einem feinen Schlenzer aus spitzem Winkel, machte die FCK-Defensive nicht eben einen geordneten Eindruck.

Nach nur zwei Punkten aus den ersten sechs Rückrunden-Spielen wird die Situation für den Aufsteiger prekärer, als man dies vielleicht zum Abschluss der Vorrunde hat vorstellen können. Dennoch halten die Verantwortlichen an ihrem klaren Kurs und am Bekenntnis zur Mannschaft fest: "Dieses Team hat in der Vorrunde 21 Punkte geholt. Die werden in der Rückrunde vielleicht nicht genau so viel holen. Aber genug, um die Liga zu halten", äußerte sich Vorstands-Vorsitzender Stefan Kuntz noch am Sonntagmorgen in einem Fernsehinterview. Ein Treuebekenntnis gab es vom FCK-Chef zudem für Trainer Marco Kurz: "Unser Coach holt aus diesem Team, das wir als 1. FC Kaiserslautern ihm zur Verfügung stellen können, das Maximale raus."