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FCk-Fans aus der Region Trier fiebern mit ihrem Club

Der 1. FC kaiserslautern im Abstiegskampf : Zwischen Hoffen und Bangen

Endspurt in der Zweiten Fußball-Bundesliga: So sehen die 1. FC Kaiserslautern-Fans die Lage.

Sie hoffen, sie bangen und leiden mit ihrem 1. FC Kaiserslautern: Auch zwischen Hallschlag und Hermeskeil und von Dasburg bis Darscheid haben die Roten Teufel zahlreiche Anhänger, die ein großes Ziel haben – den Klassenverbleib ihrer Mannschaft.

Einer, der ganz nah an den Fans des FCK dran ist und ihnen auch selbst fest die Daumen drückt, ist Thomas Hilmes. 1990 wurde der heute 37-jährige Piesporter Lautern-Fan, erlebte so den Pokalsieg und die Meisterschaft eine Saison später auf Anhieb mit. 2000 gründete er das Online-Magazin www.der-betze-brennt.de. Wer auf dem Laufenden bleiben und mitdiskutieren will, was beim Fritz-Walter-Club passiert, kommt an DBB, wie es in Fankreisen nur genannt wird, nicht vorbei. Rund 25 000 registrierte Nutzer zählt die Website. Bis zu 3,5 Millionen Seitenaufrufe kommen monatlich im Schnitt zusammen. „Die Stimmung im Umfeld ist positiver geworden. Zwar wurde zuletzt das wichtige Spiel beim Mitkonkurrenten Aue verloren (1:2, d. Red.), aber wir sind jetzt dran“, hat Hilmes einen Umschwung festgestellt. Nach einigen ganz schwachen FCK-Leistungen in der Hinrunde ließen einige Fans der Lauterer gerade auch im Forum von DBB ordentlich Dampf ab. „Manchmal war das auch unter der Gürtellinie. Da müssen wir dann einschreiten und versuchen, die Wogen zu glätten“, berichtet der gelernte Diplom-Informatiker und freie Journalist.

„Seitdem Michael Frontzeck das Traineramt übernommen hat, ist unsere Mannschaft wieder konkurrenzfähig geworden und spielt teilweise sogar attraktiven Fußball“, hat Hardi Greza, Vorsitzender des Fanclubs Treverer Teufel beobachtet. „Der Fitnesszustand ist hervorragend. Daran hat Frontzecks Vorgänger Jeff Strasser wesentlichen Anteil“, merkt Patrick Schäfer vom Fanclub Eifelhölle aus Bitburg-Matzen an. „Die Körpersprache ist eine gänzlich andere als in der Hinrunde“, berichten Petra Beucher und René Kallenberg von den FCK-Freunden Mittelmosel.

Doch auch nach drei Siegen in den jüngsten fünf Partien ziert der FCK unverändert das Tabellenende in der Zweiten Bundesliga. Vor dem Heimspiel am heutigen Freitagabend, 18.30 Uhr, im Fritz-Walter-Stadion gegen den 1. FC Union Berlin beträgt der Rückstand zum rettenden Ufer satte sechs Punkte. Für DBB-Macher Hilmes ist das schon ein Brocken: „Die Spiele werden weniger, der Druck steigt. Ausrutscher könnten in dieser Phase fatale Folgen haben.“

Der vierfache Deutsche Meister und zweifache DFB-Pokalsieger in der Dritten Liga: Mit diesem Szenario beschäftigen sich bei aller Hoffnung aber auch die treuen Anhänger. Dass der FCK überhaupt so tief gesunken ist, schreibt Treverer-Teufel-Chef Greza „dem damaligen Chaos in der Vereinsführung, der neu zusammengestellten und nicht harmonierenden Mannschaft zu Saisonbeginn und der damaligen Trainerwahl“ zu. Nach nur zwei Punkten aus sieben Spielen musste Norbert Meier im Herbst gehen. Sein Nachfolger Strasser brachte das Team bis zu seinem gesundheitsbedingten Ausscheiden Ende Januar wieder auf Vordermann. Hinter den Kulissen ist der Kaiserslauterer Vermarktungsspezialist Patrick Banf als Aufsichtsratschef seit einigen Monaten der neue, starke Mann. Er ist auch dabei, eine Mietminderung fürs Fritz-Walter-Stadion bei der Stadt zu erwirken. Pacht und Unterhalt der 2006er WM-Arena sind für den finanziell gebeutelten Verein ein großer Klotz am Bein. „Sowohl das Land, als auch die Stadt und die damaligen Verantwortlichen sind hier gefragt. Schließlich wollten auch sie damals die WM in Lautern“, gibt Greza zu bedenken.

Der Bund der Steuerzahler (siehe Artikel unten) ist derweil mit einem Nachlass in Millionenhöhe zugunsten des FCK nicht einverstanden. „Andere Stadionumbauten in Deutschland wurden ebenfalls von der öffentlichen Hand großzügig unterstützt, da spricht kein Mensch davon“, sagen Petra Beucher und René Kallenberg.