FSG Ehrang will die Heide zum Beben bringen

Fußball-Rheinlandpokal : Sie wollen die Heide zum Beben bringen

Achte gegen vierte Liga, Feierabendkicker gegen Halbprofis: Die Rollen vorm Rheinlandpokal-Viertelfinale zwischen der FSG Ehrang/Pfalzel und Rot-Weiß Koblenz (Mittwoch, 19.30 Uhr, Ehrang) sind klar verteilt.  Um den Gästen zumindest einen ungemütlichen Abend zu bereiten zu können, hat der A-Ligist sogar Eintracht-Pokallegende Rudi Thömmes eingeschaltet.

Wenn einer weiß, wie Pokalsensationen funktionieren, dann Rudi Thömmes: Im Dress des SV Eintracht Trier 05 erlegte er vor gut 20 Jahren die hochfavorisierten Bundesligisten Borussia Dortmund und Schalke 04 fast im Alleingang und sorgte so dafür, dass sich der SVE 1998 bis ins Halbfinale um den DFB-Pokal vorkämpfen konnte. Gegen Ende seiner aktiven Laufbahn kickte der heute 50-Jährige auch noch vor seiner Haustüre bei der FSG Ehrang und trainierte bis Sommer die zweite Mannschaft in der Kreisliga B Mosel/Hochwald. Als Co-Trainer der SV Elversberg kennt Thömmes auch den morgigen Pokalgegner der Ehrang/Pfalzeler von Rot-Weiß Koblenz, spielen beide Teams doch in der Regionalliga Südwest. „Ob Videos oder schriftliche Infos: Ich habe Kevin alles gegeben, was ich über Koblenz habe“, sagt Thömmes. FSG-Coach Schmitt fühlt sich denn auch gut vorbereitet. Seine Mannschaft, welche in der Kreisliga A Trier-Saarburg gerade den Herbstmeistertitel eingefahren hat, bittet er im Rahmen der Abschlusseinheit am heutigen Dienstagabend eigens zum Videostudium.

Im jüngsten Ligaduell beim SV Freudenburg (4:0) konnte sich Schmitt sogar den Luxus erlauben, Leistungsträger wie Spieler-Co-Trainer André Thielen und Jonas Streit vorzeitig auszuwechseln und sie für das „Spiel der Spiele“, wie sie das Viertelfinalmatch bezeichnen, zu schonen.

Zwar hat die FSG im bisherigen Pokalwettbewerb bereits drei Bezirks- und mit dem SV Mehring einen Rheinlandligisten ausgeschaltet, diesmal „muss alles, aber auch alles passen, um überhaupt in die Nähe einer Überraschung zu kommen“, weiß Schmitt, der aufgrund von hartnäckigen Verletzungsproblemen allzu früh als Spieler  aufhören musste. Mit seinen gerade mal 30 Jahren gilt er als Trainertalent.

Zumindest wolle man den Rot-Weißen vom Deutschen Eck „einen ungemütlichen Abend bescheren“, so Schmitt. Auch dank des von Rudi Thömmes bereitgestellten Materials hat sich eine ganz bestimmte Taktik zurechtgelegt: „Wir wollen Koblenz ein anderes Spiel aufzwingen, als sie es aus der Liga gewohnt sind.“ Der Fokus liege darauf, dem Gast den Ball zu überlassen. „Wir wollen vor allem Wert aufs Verteidigen legen, werden das Fußballspielen aber nicht einstellen“, so Schmitt.

„Wenn alles normal läuft, wird Rot-Weiß das Ding gewinnen“, weiß Thömmes. Doch schnell habe der Favorit im Pokal mal den Underdog unterschätzt, werde womöglich kalt erwischt – und könne dann ins Schwitzen kommen. „Sich nur hinten reinzustellen, bringt nichts. Sobald du versuchst, Nadelstiche zu setzen, spürt auch der Gegner das Selbstbewusstsein des anderen.“ Allzu gerne hätte der Ehranger morgen auch vor Ort die Daumen gedrückt, ist aber mit seinen Elversbergern selbst im Saarlandpokaleinsatz.

Egal, wie die FSG-Begegnung mit Rot-Weiß Koblenz ausgeht: Es soll ein außergewöhnlicher  Abend auf der Heide werden. Auf bis zu 1000 Besucher sind sie organisatorisch eingestellt, mit 500 rechnen sie mindestens. „Wir wollen unseren Jungs einen Rahmen bieten, damit sie ein solches Spiel nicht vergessen werden“, sagt Peter Grundhöfer. Der 67-jährige Ehranger ist mit seinem Pfalzeler Kollegen Frank Bertges für die sportliche Leitung bei der Fußball-Spielgemeinschaft zuständig. Gemeinsam mit rund 20 Helfern rühren sie schon seit Tagen die Werbetrommel.

Auch mithilfe der Zuschauer soll die Ehranger Heide am Mittwochabend beben.

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