FSV Salmrohr spielt im DFB-Pokal gegen Holstein Kiel

DFB-Pokal : Die Kieler Störche sind im Anflug aufs Salmtal

Zwischen Enttäuschung, Trotz und verhaltener Freude: Zweitligist Kiel als Salmrohrer Gegner im DFB-Pokal sorgt für geteiltes Echo.

  Sie sind vor gut einem Jahr erst in der Relegation am Bundesligaaufstieg gescheitert, schlossen die abgelaufene Zweitligasaison auf Platz sechs ab und bieten oft attraktiven Fußball. Holstein Kiel war sogar schon mal Deutscher Meister – wenn das auch bereits 107 Jahre zurückliegt. Trotzdem: Als der Club aus der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt am Samstagabend bei der Auslosung zur ersten DFB-Pokal-Hauptrunde (9.-12. August) als Gegner des Rheinlandligisten FSV Salmrohr feststand, zog ein enttäuschtes Raunen durch die Vereinsgaststätte „Hattrick“.

„Wir sind zufrieden mit dem Los. Wir nehmen jeden Gegner. Unser Highlight war der Gewinn des Rheinlandpokals. Nun wollen wir den Kielern ein guter Gastgeber sein“, sagte aber Karl-Heinz Kieren beim Live-Interview im ARD-Fernsehen aus dem Deutschen Fußballmuseum in Dortmund, wo die 2003er Weltmeisterin Nia Künzer als Losfee agierte. Später ergänzte er im Gespräch mit dem TV: „Andere im Fußballverband Rheinland wären total froh, wenn sie jetzt mit uns tauschen könnten.“ Immerhin sei man „jetzt aus den Problemspielen raus“, wusste Kieren: Sicherheitstechnisch und organisatorisch erwarten die Salmrohrer gegen die Störche wohl keine besonderen Herausforderungen. Bereits am morgigen Dienstag nimmt er in Offenbach an einem Workshop teil, bei dem es konkrete Instruktionen vom DFB gibt.

Kieren, der den FSV als zweiter Vorsitzender gemeinsam mit Christian Rauen führt, war der Kopf der insgesamt sechsköpfigen Delegation aus dem Salmtal, der außerdem noch Trainer Lars Schäfer, Spieler Nico Toppmöller, dessen Freundin Kristina, der Medienbeauftragte Marco Bader und Physiotherapeut Rouven Klaes angehörten. Coach Schäfer (erst in der Nacht zuvor aus dem Ägypten-Urlaub zurückgekehrt) konnte „mit dem Los gut leben – Kiel hat sich innerhalb von zwei Jahren nach dem Aufstieg schon einen Namen in der zweiten Bundesliga gemacht“.

Um Informationen über die Norddeutschen zu erhalten, will er auch die Drähte zu seinem früheren Mannschaftskollegen bei der Trierer Eintracht, Markus Anfang (Trainer der Kieler von 2016 bis 2018) glühen lassen: „Mal sehen, ob er mir was verraten will.“

Nachdem die Kieler dem FSV zugelost worden waren, musste sich Christian Rauen im „Hattrick“ derweil erst mal sammeln und machte aus seiner Enttäuschung keinen Hehl: „Da wird sich die Zuschauerresonanz mit knapp über 1000 wohl sehr in Grenzen halten, zumal von Kiel nur wenige Fans mitkommen werden.“ Rauen sagte aber auch: „Wir haben im Rheinlandpokalfinale gegen die TuS Koblenz gewonnen. Das war die Hauptsache. Der Gegner im DFB-Pokal ist das Sahnehäubchen.“ Kapitän Michael Dingels war im Trierer Dress früher Dauergast im DFB-Pokal. Nun hätte er auch seinen Salmrohrer Teamkollegen, die zum großen Teil noch nie in diesem Wettbewerb gespielt haben, einen attraktiven Gegner Mitte August im Salmtalstadion gewünscht. Trotzig fügte der 33-Jährige an: „Dann schmeißen wir Holstein halt raus und bekommen dann in der zweiten Runde ein tolles Los.“

Wenig begeistert war auch Offensivmann Marco Unnerstall, sieht aber genauso wie seine Mitspieler Florian Gelbe und Niklas Lames zumindest „eher die Chance, gegen einen solchen Gegner mitspielen zu können“.

Das Los FSV Salmrohr hat bei Holstein Kiel, das gestern André Schubert als neuen Trainer vorgestellt hat (siehe Extra), auch kein DFB-Pokal-Fieber entfacht. Dem einzigen Sechstligisten im laufenden Wettbewerb begegnet Spielführer Dominik Schmidt derweil mit Respekt: „Salmrohr hat sich nicht einfach so für den DFB-Pokal qualifiziert. Deswegen werden wir den Gegner auf keinen Fall auf die leichte Kappe nehmen.“

Mehr Informationen zur Erstrunden-Auslosung im DFB-Pokal und die Übersicht aller 32 Partien finden Sie auf Seite 16

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