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Fußball-Regionalliga: Duell auf Augenhöhe – Trier trotzt Münster 1:1-Remis ab

Fußball-Regionalliga: Duell auf Augenhöhe – Trier trotzt Münster 1:1-Remis ab

Es waren 90 Minuten auf des Messers Schneide. Eintracht Trier und Spitzenreiter Preußen Münster haben sich in einem intensiv geführten Regionalliga-Topspiel am Samstagnachmittag mit 1:1 getrennt. Die Treffer vor 2735 Zuschauern im Moselstadion erzielten Dominique Ndjeng und Josef Cinar.

Ist das Glas halbvoll oder halbleer? Thomas Drescher tat sich in der Bewertung des Unentschiedens gegen Münster schwer: „Was der Punkt wert ist, wissen wir erst in ein paar Wochen.“ Das 1:1 ist gerecht, doch für die Eintracht wäre sogar mehr drin gewesen. „Läuferisch und kämpferisch war es ein Spiel auf hohem Niveau, am Ende hat man gemerkt, dass uns das Dienstags-Spiel gegen Verl noch in den Knochen steckte“ kommentierte Eintracht-Trainer Roland Seitz die 90 Minuten vor 2735 Zuschauern im Moselstadion. Seine wichtigste Erkenntnis: „Wir haben gesehen, dass wir mithalten können.“Dennoch ärgerte er sich. Etwa darüber, dass in manchen Aktionen vor dem gegnerischen Tor der letzte Tick Cleverness oder Glück gefehlt hat. Und vor allem darüber, dass seine Mannschaft erneut nach einer Standardsituation einen Gegentreffer kassierte – so, wie auch kürzlich im Heimspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern II. Diesmal war der Ausgangspunkt ein Eckball von Massimo Ornatelli. Das Spielgerät landete bei Stefan Kühne, der den Ball per Kopf auf Dominique Ndjeng ablegte. Für den aufgerückten Innenverteidiger war es keine große Schwierigkeit mehr, zum 1:0 zu treffen (13.). Sowohl der Vorlagengeber als auch der Torschütze waren nicht gedeckt – obwohl es klare Zuordnungen bei Standards gibt. „Das sind persönliche Fehler, die so nicht passieren dürfen“, schimpfte Seitz. Immerhin: Die Eintracht grämte sich nicht lange. Schon vor dem Gegentreffer hatte sie die große Chance, selbst vorzulegen. Ein Schuss von Piero Saccone zischte an den Pfosten (10.). Zuvor war Alban Meha im Strafraum der Gäste nach einem Lauf-Duell mit Jürgen Duah zu Boden gegangen. Schiedsrichter Robert Hartmann, der den ursprünglich vorgesehenen Referee Jochen Drees (Krankheit) ersetzte, pfiff nicht. Seitz sah das anders: „Da kann man Elfmeter geben.“Die Partie war intensiv, sie hatte Pfeffer. Um viele Bälle wurde auf engem Raum gekämpft. Die Eintracht nahm es mit dem Favoriten auf und wehrte sich. 17. Minute: Ein Meha-Freistoß flog an Freund und Feind vorbei – im Strafraum kam Ahmet Kulabas einen Schritt zu spät. Vier Minuten später profitierte der SVE von Abstimmungsproblemen in der Preußen-Defensive und der eigenen Konsequenz. Münster bekam nach einem Freistoß den Ball nicht aus der Gefahrenzone. Torge Hollmann passte den Ball zu Josef Cinar, dessen Kullerball aus elf Metern zum 1:1 ins Tor ging. Trier war auf eine gute Raumaufteilung bedacht, das Sturmduo Kulabas und Thomas Kraus zog sich bei Ballbesitz des Gegners bis zur Mittellinie zurück. Nach vorne ging es nach dem Ausgleich vor allem über die linke Seite. Dort, wo Münster mit Außenverteidiger Jürgen Duah einen Schwachpunkt hatte (er wurde zur Halbzeit ausgewechselt). Eine tolle Gelegenheit ließ Kraus liegen, als er mustergültig von Kulabas bedient wurde. Doch der 23-Jährige zögerte in sehr aussichtsreicher Position mit dem Torschuss (36.).In der zweiten Halbzeit war die Partie recht zerfahren – der holprige Rasen tat sein übriges. Der Spitzenreiter aus Westfalen leistete sich mehrere Ballverluste und blieb dennoch gefährlich. Wie angekündigt ließ Eintracht-Trainer Roland Seitz jene Elf auflaufen, die zuletzt auch gegen Verl begann. Nach 57 Minuten stellte der Oberpfälzer um. Lukas Mössner kam für Thomas Kempny. Kraus rückte zurück ins rechte Mittelfeld. Wenig später ersetzte Fahrudin Kuduzovic Saccone. Ein klares Signal: Trier wollte mehr als das Remis. Die Blau-Schwarz-Weißen erhöhten die Schlagzahl. Auch das Publikum merkte: Das geht was! Klare Strafraumszenen blieben indes aber Mangelware. Von den Gästen war in der Offensive kaum noch etwas zu sehen, in der Abwehr ließen sie jedoch wenig zu. Kapitän Josef Cinar sprach von einer Punkteteilung, die in Ordnung geht: „Münster hat uns alles abverlangt. Aber wir brauchen uns vor niemandem verstecken.“Statistik:Eintracht Trier: Poggenborg – Cozza, Cinar, Hollmann, Drescher – Kempny (57. Mössner), Kohler, Saccone (66. Kuduzovic), Meha – Kraus, Kulabas (83. Eckstein)Preußen Münster: Buchholz – Duah (46. Halet), Kirsch, Ndjeng, Huckle – Ornatelli, Kühne, Beaulieu, Kara – Dogan (78. Lorenz), Güvenisik (90. N’Diaye)Tore: 0:1 Ndjeng (13.), 1:1 Cinar (21.)Zuschauer: 2735Schiedsrichter: Robert Hartmann (Wangen)