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Fußball: Schweich ist Vorreiter bei der Talentförderung

Schweichs Nachwuchs spielt ganz oben mit: Hier ist A-Junioren-Rheinlandliga-Spieler Dominik Casel (rechts) im Kopfballduell mit dem früheren A-Liga-Spieler des SV Konz, Kevin Dres. TV-Foto: Archiv/funkbild
Schweichs Nachwuchs spielt ganz oben mit: Hier ist A-Junioren-Rheinlandliga-Spieler Dominik Casel (rechts) im Kopfballduell mit dem früheren A-Liga-Spieler des SV Konz, Kevin Dres. TV-Foto: Archiv/funkbild
Schweich/Issel/Kenn. Es gibt im Bezirk Trier kaum einen Verein, der so konsequent auf den eigenen Nachwuchs setzt, wie der TuS Mosella Schweich. Aus der Jugendspielgemeinschaft mit Issel und Kenn kommt der Nachwuchs für die Seniorenteams. Das Credo von Jugendleiter Albert Mandler lautet: "Wir investieren lieber Zeit und Geld in unseren Nachwuchs, als in Spieler, die wir von anderen Vereinen holen."

Schweich/Issel/Kenn. Die Rechnung geht auf. Nicht nur, dass bei der Mosella Schweich der Zusammenhalt im Verein und die Identifikation der Zuschauer mit den Spielern höher ist, als bei manchem Nachbarn. Die in die Jugendarbeit Eingebundenen sehen sich auch deshalb auf dem richtigen Weg, weil sie ihre soziale Verantwortung wahrnehmen und den Begriff "Ausbildungsverein" vorbildlich interpretieren. "Jugendförderung ist ja kein Selbstzweck", sagt Mandler, "wir wollen fordern und fördern. Natürlich in erster Linie, um uns aus dem eigenen Fundus zu regenerieren. Aber wir sind nicht traurig, wenn jemand uns verlässt, weil er den nächsten Schritt gehen muss." So wie Dominik Kohr, der längst bei Bayer Leverkusen kickt, oder Jonas Raltschitsch, der kurz davor steht, beim FSV Mainz einen Vertrag zu unterzeichnen. "Das ist nun mal so", sagt Eric Schröder, "wir sind die Basis. Und für die Besten sind wir eben das Sprungbrett für hoffentlich große Karrieren. Darauf können wir nur stolz sein, und nichts anderes."
Schröders A-Junioren haben in der Rheinlandliga im Meisterschaftsrennen mit Salmrohr die Nase vorn. "Alle haben das Potenzial, den Sprung in die erste und zweite Mannschaft zu schaffen." Einige haben die ersten Einsätze schon hinter sich. Hans Schneider, der Coach der ersten Herrenmannschaft hat alle Altersstufen bei den Schweichern von der F-Jugend an durchlaufen. "Ich kenne die Jungs teilweise schon seit dieser Zeit", sagt Schneider. Ein weiterer Vorteil: In allen Jugendmannschaften werden die gleichen Systeme gespielt.
Wie intensiv in der JSG gearbeitet wird, zeigt die Auflistung von Mandler. In der kommenden Saison geht die Spielgemeinschaft mit je vier Teams bei der F- und E-Jugend, je drei bei der C- und D-Jugend und je zwei bei der B- und A-Jugend an den Start. Alle Trainer, von Schneider über Schröder (A-Junioren), Matthias Burbach (B-Junioren) und Andreas Junges (C-Junioren) arbeiten eng zusammen. Als eminent wichtigen Faktor sieht Mandler auch die Betreuung außerhalb des Trainings. "Wir machen Grillfeste, wir machen Ausflüge und fahren zu Turnieren. Das alles schweißt zusammen." Und es belastet den Haushalt nicht einmal, weil Mandler dafür immer Sponsoren findet. "Und wenn mal der eine oder andere Junge dabei ist, der sich längere Touren nicht leisten kann, dann bekommen wir das auch noch finanziert - inklusive eines Taschengelds."
So sollte Nachwuchsförderung aussehen. Und spätestens jetzt weiß auch mancher Trainer eines anderen Vereins, der ein Schweicher Talent locken wollte, warum er auf taube Ohren stieß. wir