Goldenes Tor durch Sonntagsschuss

Goldenes Tor durch Sonntagsschuss

In einem eigentlich typischen 0:0-Spiel hat sich die Partie der Derbykontrahenten aus Badem und Fließem als enges Spiel auf Augenhöhe entpuppt. Mit einem fulminanten Freistoßtor aus fast 30 Metern ließ es Alexander Plein jedoch so richtig krachen und sorgte bei Fließem für zufriedene Gesichter.

Gindorf. Es war das erwartet kampfbetonte Spiel, in dem es keinen Preis für "schönen" Fußball gab. Fließem hatte zum Derby in Gindorf gerade einmal zwölf gesunde Spieler zur Verfügung, so dass Coach Dieter Conrad erneut zum Improvisieren gezwungen war. Die vom Interimstrainerduo Comes/Epper gecoachte Heimelf hatte mit zuletzt zwei Siegen das Tabellenende verlassen. Rheinlandliga-Trainer Wolfgang Neumann ordnete das Spiel der Badem-Elf und war mit Stefan Epper und Christian Felz für die Abteilung Spieleröffnung verantwortlich.
Die Bademer waren zwar weitgehend spielbestimmend, doch die erste richtige Chance besaß Fließem. Aber Mohammed Mukhtar war im Strafraum zu unentschlossen und vertändelte den Ball.
Nach einer halben Stunde erzielten die Gäste ein optisches Gleichgewicht, besaßen aber im Abschluss nicht den zwingenden Zug zum Tor. Zu wenig Bewegung im Mittelfeld ließ auf beiden Seiten kaum schnelle Spielzüge zu. So blieb Eppers Drehschuss, der kurz vor Fließems Keeper und Kapitän Daniel Neuerburg noch tückisch aufsetzte, das einzige Signal, die triste Vorstellung beider Teams zu beenden - ein Signal ohne Wirkung.
Auch nach dem Wechsel blieb es ein kampfbetontes Derby mit wenigen Torraumszenen. Marko Zahnen hätte die Gastgeber in Führung bringen können, doch ein Verteidigerbein stellte sich seinem Schuss entgegen. Überhastete Aktionen und eklatante Fehlpässe im Mittelfeld "zeichneten" den weiteren Verlauf dieses Derbies aus.
Doch nach fast einer Stunde Spielzeit sollte eine Einzelaktion die Partie entscheiden: Ein direkt verwandelter Freistoß aus gut 30 Metern genau in den Winkel sorgte schließlich bei den Gästen für kollektive Glückseligkeit: Alexander Plein hatte genau Maß genommen und den immer länger werdenden Ball in die Maschen gesetzt - 0:1 (57.).
Endlich wachte der Gastgeber auf, spielte konstruktiver nach vorn, doch die stereotypen Angriffsaktionen beinhalteten wenig Überraschendes. Im Schlussabschnitt investierten die Bademer noch einmal alles, doch die Präzision fehlte ebenso wie die Ideen aus dem Mittelfeld. In der Gewissheit eines Sieges konterten die Gäste gefährlich, doch Badem war dem Ausgleich mehrfach sehr nahe.
"Es war ein Zitterspiel. Nicht der Bessere, sondern der Glücklichere hat heute gewonnen. Kompliment an meine Mannschaft, wie sie sich kämpferisch reingesteigert hat", sagte Fließems Trainer Dieter Conrad. Daniel Comes und Stefan Epper konstatierten unisono, dass "wir unglücklich verloren haben, weil wir die bessere Mannschaft waren und 75 Prozent Ballbesitz hatten. Außer diesem Freistoß hatte unser Torwart nichts zu tun. Doch so ist Fußball."
SG Badem II: Wonner - Epper, Neumann, Felz (80. Meyer), Peters - Budzak, Winter, Pauly (68. Hennig), Clahsen - Mathey, Zahnen.
SG Fließem: D. Neuerburg - M. Dingels, Plein, J. Dingels, Tilkes - Zeimens, Weber, Kinnisch, Neises - Mukhtar (89. Uttecht), P. Neuerburg.
Tor: 0:1 Plein (57.)
Schiedsrichter: Ennen (Bitburg)
Zuschauer: 130

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