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Guter Typ auf und neben dem Platz

Guter Typ auf und neben dem Platz

Um in Andreas Sicken einen der besten Torhüter der Rheinlandliga zu sehen, muss man keine Vereinsbrille aufsetzen. Die Fähigkeiten des Schlussmanns der SG Udler werden nicht nur von den eigenen, sondern auch von den gegnerischen Trainern hoch gelobt.

Strohn. Mit knapp 29 Jahren hat für Andreas Sicken das beste Torhüteralter gerade erst begonnen. Dass die SG Udler, die von Saisonbeginn an nur das Ziel formulierte, die Liga halten zu wollen, bislang nur 21 Gegentreffer kassiert hat, ist nicht zuletzt sein Verdienst. Seine Leistungen gewinnen noch an Wert, wenn man weiß, dass Sicken als Ingenieur für Landmaschinentechnik in der Nähe von Osnabrück arbeitet. "Torwarttraining kann ich seit kurzem einmal in der Woche absolvieren", erzählt Sicken - "beim Bezirksligisten SC Altenrhein."

Den Rest der Woche arbeitet er für sich alleine: gerade für einen Torhüter keine optimale Spielvorbereitung. Am Wochenende geht es dann zu Freundin Lea nach Schalkenmehren. "Seit acht Jahren führen wir eine Wochenendbeziehung. Ich hoffe, damit ist bald Schluss." Der Arbeitsvertrag bei seiner jetzigen Firma läuft aus, er hat sich bei Firmen beworben, die heimatnäher angesiedelt sind.

Was für ein Charakter dieser Andreas Sicken ist, zeigt auch seine berufliche Vita. Auf die Ausbildung zum KFZ-Mechaniker folgten der Fachhochschulabschluss und das Ingenieursstudium. Und er spielte dabei immer Fußball. In Adenau geboren, führten ihn seine Stationen über Walsdorf, Wittlich und die SG Auw schließlich zur SG Udler.

"Wir sind durch Zufall auf ihn gestoßen", sagt Jörg Stölben, einer seiner Trainer. "Er ist für uns ein Glücksfall. Unsere junge Mannschaft braucht einen Torwart, der weiß, wie er eine Abwehr stellen muss."

Udler hatte mit Fabian Lehnen gerade die alte Nummer eins nach Mehring abgegeben, "dann gab uns jemand den Tipp, dass in Schalkenmehren ein guter Torwart wohnt." Mit der SG Auw wurde ein Deal gemacht. "Die haben für mich zwei Nachwuchsfeldspieler bekommen", sagt Sicken.

Für Uwe Schüller, den anderen Coach der SG, ist der Neuzugang "genau der Mensch und der Spieler, den wir gebraucht haben. Einer, der Verantwortung übernimmt und sich auf dem Platz und abseits davon als Typ einbringt." Und der mit Lob überhäufte Schlussmann, der im bisherigen Saisonverlauf nur einen gravierenden Fehler machte - "gegen Trier, und das hat uns zwei Punkte gekostet" -, hat seinen Wechsel nicht bereut. "Ich fühle mich sehr, sehr wohl hier. Die Stimmung im Team, die Kameradschaft, das passt alles. Es ist ein richtig gutes Miteinander." Und deshalb verschwendet er derzeit keinen Gedanken daran, sich nach einem anderen Verein umzusehen. Eine Klasse höher zu spielen, traut er sich zu. "Aber bis jetzt hat keiner gefragt, also muss ich mir keine Gedanken darüber machen."

Wichtig ist, mit dem jungen, entwicklungsfähigen Team die Klasse zu halten. Und Sicken ist sicher: "Wir schaffen das. Erst recht, wenn wir wieder komplett sind."