Heimspiele vor der Haustüre

Heimspiele vor der Haustüre

Im zweiten Jahr trainiert der Ex-Fußballprofi von Eintracht Trier, Ludwig Dahler, die Mannschaft des TuS Trier-Euren auf der Bezirkssportanlage im Stadtteil Euren. Nach dem Verbleib in der B-Liga will Dahler seine begonnene Aufbauarbeit fortsetzen und sich mittelfristig etablieren.

Trier. Ludwig "Gipsy" Dahler hat in allen Belangen ein Heimspiel. Der 54-jährige Ex-Fußballprofi wohnt mit seiner Lebensgefährtin Diana in einer kleinen Oase im Stadtteil Euren, umgeben von mehreren Fußballplätzen, einer Sporthalle und Tennisplätzen. Dort trainiert der gelernte Bauschlosser im zweiten Jahr die Mannschaft des TuS Trier-Euren und ist zugleich als Hausmeister und Platzwart für die Instandhaltung und den Sportbetrieb der Bezirkssportanlage der Stadt zuständig, die beste Voraussetzungen für zwei Sportvereine und zwei Grundschulen bietet. Ein Job inmitten der Natur und das seit 25 Jahren.
"Auch wenn man quasi rund um die Uhr ansprechbar sein muss, es macht immer noch riesig Spaß", sagt Dahler, der selbst noch voller Ideen steckt, was die Erweiterung der Anlage angeht. Mit Unterstützung einiger Alte-Herren-(AH)-Spieler hat er vor einiger Zeit ein Kleinfeldrasenplatz für die Jugend hergerichtet. Die strahlenden Kinderaugen sind ihm jetzt noch in Erinnerung, als die Kids vom Hartplatz auf ihr neues Spielfeld umgezogen sind. "Alles ohne große Kosten", wie er berichtet. So könnte er sich auch vorstellen, die Rasenfläche am Tennisplatz in einen kleinen Sportpark für die Jugend zu verwandeln. "Mit ein paar helfenden Händen würde es gelingen", lässt Dahler seinen Ideen freien Lauf.
"Wenn man heute in den Vereinen nichts für die Jugend macht, läuft sie einem davon." Doch bei dem handwerklich begabten Fußballlehrer käme auch das ältere Semester im Stadtteil nicht zu kurz, denn auch ein Boule-Feld wäre in seinen Augen einfach und ohne große Kosten zu realisieren.
Was den Fußballnachwuchs angeht, muss sein Verein noch eine mehrjährige Durststrecke überstehen. Seit Auflösung der Spielgemeinschaft sind große Lücken entstanden. "Nach unten sind wir ab der D-Jugend bestens besetzt, aber uns fehlen die älteren Jahrgänge", sagt Dahler, der es gut fände, wenn man wenigstens im Fußballnachwuchs gemeinsame Wege gehen würde. Ein Nachrückerproblem für die beiden Seniorenmannschaften ist somit programmiert.
Mit gutem Teamgeist, Kameradschaft und abwechslungsreichem Training will Dahler seinen Verein aber im Gegenzug für die vielen Abgänger wieder attraktiv machen. "Mit einigen stehen wir schon in Kontakt, doch die Jungs werden ihre Saison natürlich erst einmal brav zu Ende spielen." Besonders wichtig sei für ihn heutzutage, dass man in den Vereinen den Senioren- und Jugendbereich kombinieren muss. "Es geht nur gemeinsam in einem Team!"
Sportlich durchläuft seine Mannschaft momentan noch ein Tief. Der gebürtige Pirmasenser schaut gemeinsam mit seinem Betreuer Wolfgang Weber aber weiter nach vorne und will sich mit der Ersten Schritt für Schritt ans rettende Mittelfeld herantasten. Die Zweite peilt derweil mit Betreuer Martin Montag den Aufstieg an. Viele Verletzte und Rotsperren sowie urlaubsbedingte Ausfälle hätten den Fehlstart verursacht. "Jetzt sind aber alle wieder zurück und es kann losgehen", ist Dahler gut gerüstet für das Heimspiel gegen die SG Temmels am kommenden Sonntag.
Auch mit 54 Jahren zeigt sich Dahler als brillanter Techniker auf dem Platz noch von seiner besten Seite und bringt seine Erfahrung als Profi mit ins Spiel. Ludwig Dahler spielte zwei Jahre in der Zweiten Bundesliga für die Trierer Eintracht und blickt auf mehr als 600 Oberligaeinsätze zurück.
Als Trainer beim VfL Trier hat er die Mannschaft innerhalb von vier Jahren in die Oberligaspitze geführt. Mit seinem jetzigen Verein will er langfristig in die höchste Kreisliga aufsteigen.