| 20:54 Uhr

Ihr Job ist es, Tore zu verhindern

Handball ist eine Leidenschaft von Manuela Hennen. Die 17-jährige Torfrau spielt bereits in der Dauner Frauen-Mannschaft. TV-Foto: Helmut Gassen
Handball ist eine Leidenschaft von Manuela Hennen. Die 17-jährige Torfrau spielt bereits in der Dauner Frauen-Mannschaft. TV-Foto: Helmut Gassen
Daun. Zwei bis drei Mal Training pro Woche — bei sportbegeisterten Jugendlichen ist das keine Seltenheit. Manuela Hennen (17) aus Daun setzt noch einen drauf. Sie steht werktags jeden Abend auf dem Handball- oder Fußballfeld. Von unserem Redakteur Mirko Blahak

So etwas nennt man Enthusiasmus. Manuela Hennen führt ein Leben für den Handball und Fußball. Vor kurzem wurde sie 17 Jahre alt. Ihre Abende von montags bis freitags sind verplant. Training, Training, Training. Beim TuS Daun spielt Hennen Handball — sie ist Torfrau in der B-Jugend und seit dieser Saison zusätzlich auch schon bei den Damen in der Rheinlandliga.

Daneben spielt sie bei der JSG Stadtfeld Fußball — als Innenverteidigerin in B-Jugend-Jungenmannschaft (!). "Da ich schon von Kindesbeinen an Fußball spiele, bin ich gut im Team integriert. Schiefe Blicke ernte ich noch manchmal von den Gegnern, doch die verschwinden schnell nach dem Anpfiff", sagt Hennen.

Ab Sommer, wenn sie in die A-Jugend wechselt, darf die Daunerin nicht mehr mit Jungs am Spielbetrieb teilnehmen. Ob sie in eine Mädchenmannschaft wechselt, ist noch offen. Größere Ambitionen hegt die Eifelerin ohnehin im Handball. Eine Stütze in der ersten Frauen-Mannschaft will sie werden und vielleicht mal höherklassiger spielen. Für diese Ziele arbeitet sie eifrig. Montags, mittwochs, donnerstags und freitags steht sie in der Wehrbüschhalle bei den Übungseinheiten der B-Jugend und der Damen zwischen den Pfosten. Hinzu kommen die Spiele am Wochenende. Positiver Stress für Hennen, die im ersten Lehrjahr eine Ausbildung als Fachkraft für Lagerlogistik absolviert.

Ihr Arbeitstag im Dauner Unternehmen apra plast beginnt um 7.30 Uhr, das abendliche Handball- und Fußballtraining endet erst zwischen 20 und 22 Uhr. Hennen: "Abends falle ich oft direkt todmüde ins Bett. An manchen Tagen ist es schwer, sich fürs Training aufzuraffen. Aber es funktioniert."

Am Handball fasziniert sie die Schnelligkeit. "Als Torfrau steht man im Blickpunkt. Man kann auf dieser Position Spiele entscheiden", sagt die Daunerin. Derzeit muss Hennen allerdings kürzertreten. Eine Bänderdehnung im Sprunggelenk lässt kaum Training zu. Doch die 17-Jährige sieht Licht am Ende des Tunnels: "Ich denke, in einer Woche wieder voll einsteigen zu können."

Frauen-Pokal

TuS Daun - TuS Weibern II 22:30 (11:14) Erwartungsgemäß hat sich Oberligist Weibern II beim Rheinlandligisten TuS Daun durchgesetzt. Ein Klassenunterschied war allerdings nicht erkennbar. Die mit Maja Klingenberg aus dem Bundesligateam angetretenen Gäste konnten sich anfangs nicht absetzen, Daun hielt über 6:6 (17. Minute) das Spiel offen und war kurz vor dem Wechsel beim 9:10 dran. Als Daun nach der Pause den Start verschlief, zog Weibern auf 19:11 davon. Die Auszeit von Dauns Spielertrainerin Marion Reufsteck zeigte Wirkung. Ihre Mannschaft kämpfte sich über 14:20 wieder heran, sie konnte den Sieg der Gäste aber nicht verhindern. "Viele technische Fehler und ein schwaches Rückzugsverhalten haben uns um ein besseres Ergebnis gebracht", klagte Reufsteck. (R.S.)