Im Fahrstuhl nach unten

Der 1. FC Kaiserslautern kommt den Abstiegsrängen bedrohlich näher. Durch die ebenso unnötige wie ärgerliche 2:3 (0:2)-Niederlage bei 1899 Hoffenheim sind die Pfälzer jetzt punktgleich mit Köln.

Und täglich grüßt das Murmeltier: Es war ein Spiel, dessen Regie und Ablauf der 1. FC Kaiserslautern in seiner Premieren-Saison nach vier Jahren Zweitklassigkeit nun schon so oft hat miterleben müssen. Ordentlich gespielt, nicht abgewartet, die eigene Chance gesucht, am Erfolg geknabbert und schließlich ins eigene Verderben gerannt - durch dumme, anfängerhafte Fehler. "Wir haben es dem Gegner zu einfach gemacht nach dem Ausgleich. Da wollten wir mehr und agierten kopflos in der Euphorie. Das müssen wir abstellen", bilanzierte FCK-Coach Marco Kurz.

Zu welchen Ergebnissen dagegen Abgeklärtheit und Cleverness befähigen, machten die Gastgeber aus dem Kraichgau in der ersten Halbzeit und unmittelbar nach dem Ausgleich deutlich. Nach einem Konter der zunächst druckvoll agierenden "Roten Teufel" staubte Sigurdsson einen von Torwart Tobias Sippel abgewehrten Ball zum 1:0 ab (28.). Nur zwölf Minuten später kam der Ex-Stuttgarter Sebastian Rudy gegen den in dieser Szene indisponiert wirkenden Sippel zu seinem ersten Bundesliga-Tor.

Doch der FCK bewies auch in der Fremde Moral, stemmte sich mit Macht gegen die erneute Niederlage. Vor allem das Mitwirken von Flügelflitzer Ivo Ilicevic, der beim 0:1 gegen Mainz noch zusehen musste, wirkte sich wie ein Jungbrunnen auf die Offensivbemühungen der Pfälzer aus. Innerhalb von nur zwei Minuten (58., 59.) drehten sie die Partie durch Hoffer und den ersten Bundesliga-Treffer von Abwehrspieler Rodnei. Um dann voller Euphorie und voll gepumpt mit Adrenalin ins Verderben zu stürzen. Einen plumpen Abspielfehler im Mittelfeld nutzte 1899 zum nächsten perfekt gespielten Konter, den Ibisevic nur zwei Minuten später zum 3:2 abschloss.

Neben der Niederlage musste der FCK noch eine weitere personelle Schwächung verkraften. Mittelfeldspieler Oliver Kirch wurde bereits nach 27. Minuten mit einer schweren Knöchelverletzung ausgewechselt. Für ihn kam Neuzugang Adam Hlousek ins Spiel, der in seiner Auftaktpartie in der Bundesliga jedoch ohne Wirkung blieb. Kuriosität am Rande. Der in der Schlussphase bei Hoffenheim eingewechselte Ex-Bayern-Profi Braafheid sah nur sechs Minuten später nach Revanchefoul an Christian Tiffert die Rote Karte.

"Es ist fast jedes Mal das Gleiche. Wir erhalten gute Kritiken, sind nicht schlechter als der Gegner, aber am Ende stehen wir mit leeren Händen da", legte FCK-Spielmacher Christian Tiffert, der eine deutliche Leistungssteigerung nachwies, den Finger in die Wunde seines Teams.

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