Kaiserslautern kommt im emotionsgeladenen Derby gegen Waldhof Mannheim nur zu einem 1:1.

Sport : Derby Kaiserslautern gegen Mannheim: Kraus trifft und rettet auf der Torlinie

Kaiserslautern kommt im emotionsgeladenen Derby gegen Waldhof Mannheim nur zu einem 1:1.

Schon knapp drei Stunden vor dem Spiel ist die Zufahrt „Zum Betzenberg“ über den 11-Freunde-Kreisel gesperrt, ein Polizeihubschrauber kreist über der Stadt, und Tausende FCK-Fans sind schon am Fuße des Betzenbergs und vor den Toren des Fritz-Walter-Stadions unterwegs, obwohl die Tore noch verschlossen sind: Das erste Derby gegen Waldhof Mannheim seit 18 Jahren lockt die Fans der Roten Teufel und sorgt für einen Ausnahmezustand in Kaiserslautern (siehe Info).

Im mit 36.766 Zuschauern gefüllten Fritz-Walter-Stadion ist die Atmosphäre gigantisch. In die Choreographie der Westkurve sind die Zuschauer auf der Nord- und Südtribüne eingebunden, sie schwenken rote und weiße Fahnen. Über den Fans in der Westkurve wird ein riesiges Banner hochgezogen, worauf der Teufel das Waldhof-Emblem verschlingt. Darunter steht: „In den Krallen des Teufels findet ihr den Tod, denn der Südwesten ist für immer Rot-Weiss-Rot“.

Dann kommt auch noch das Banner „Waldhof verrecke“ – ist das noch okay, wird FCK-Trainer Sascha Hildmann nach der Partie gefragt? Er wiegelt ab: „Das ist natürlich nicht im Sinne des Menschenverstandes. Ob das in Ordnung ist? Da bin ich komplett der falsche Ansprechpartner.“

Als sich der Rauch und die Nervosität legten, besitzt der auf der rechten Seite stark aufspielende Timmy Thiele die erste Chance, scheitert aber an SVW-Torhüter Königsmann (8. Minute). Nur zwei Minuten später klingelt es im Lauterer Kasten: Nach einer Flanke von Sulejmani köpft Gian-Luca Korte unbedrängt aus etwa acht Metern das 1:0 für Mannheim. Torhüter Grill ist gegen den Aufsetzer machtlos. Die erste und bis zur Halbzeitpause einzige wirklich gefährliche Aktion bringt die Gäste in Führung: „Was Effektivität heißt, hat uns heute Mannheim gezeigt“, sagt FCK-Coach Hildmann.

Die Lauterer drücken auf den Ausgleich, doch der agile Thiele (18., 20., 33.) scheitert jeweils. Mannheim steht massiv in der Defensive und lauert auf Konter, der FCK tut sich beim Spielaufbau schwer. Da hilft zum ersten Mal in dieser Saison eine der zahlreichen Standardsituationen: Nach einer Ecke von Starke köpft Innenverteidiger Kevin Kraus zum 1:1 (34.) ein. „Heute hat es zum Glück mal geklappt“, freute sich der Torschütze, der später auch noch zum Retter auf der Torlinie wird: In der 71. Minute hebt Diring den Ball auf Pass des für den verletzten Sulejmani (28.) eingewechselten Koffi zwar über den herauseilenden Grill, aber Kraus verhindert den Rückstand.

„Nach einer Stunde haben wir den Faden verloren, da muss man am Ende mit dem 1:1 zufrieden sein“, sagte Kraus. In der Tat: Conrad (66.) mit einem Kopfball nach Diring-Freistoßflanke und zweimal Koffi in der Schlussphase (88./90.) hatten die Chancen zum Siegtreffer, ließen sie aber ungenutzt. „Da hätten wir das Ding eigentlich machen müssen“, ärgerte sich Waldhof-Coach Bernhard Trares.

Die Lauterer haben ihre beste Chance gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit: Nach einem Solo schießt Schad Waldhof-Verteidiger Schultz an – der Ball kullert knapp neben den Pfosten ins Toraus (47.). Zehn Minuten später taucht Kühlwetter frei vor Königsmann auf, vergibt aber die Chance zum 2:1. Danach reißen die Kurpfälzer das Spiel an sich und werden gefährlicher, müssen sich aber am Ende mit einem Punkt begnügen.

Die Waldhof-Fans machen sich trotzdem zufrieden auf den Heimweg. Über ihnen kreist eine Stunde nach Spiel-Ende der Polizeihubschrauber immer noch über dem Betzenberg.

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