1. Sport
  2. Fußball
  3. Regional

Kollektives Daumendrücken der "alten" Garde

Kollektives Daumendrücken der "alten" Garde

Die einstige "Macht vom Dorf" hat die Chance, im Südwesten Deutschlands wieder auf sich aufmerksam zu machen. Wenn der FSV Salmrohr am Samstag den SVN Zweibrücken empfängt, geht es um eine Vorentscheidung im Aufstiegskampf zur Regionalliga. Zuspruch für den FSV gibt es von früheren Vorkämpfern des Clubs.

Salmrohr. Wolfgang Kleff ging schnurstracks auf die 40 zu, als er im Herbst 1986 beim FSV Salmrohr anheuerte. Zum Ende seiner Karriere zog es den 433-fachen Erstligaspieler zum Dorfverein in die zweite Bundesliga. 25-mal stand er für den FSV zwischen den Pfosten. Das erste Mal beim 1:1 gegen Bielefeld am 1. November 1986, das letzte Mal beim 5:5 gegen Hannover 96 am 14. Juni 1987. Ein kurzes, aber intensives Erlebnis für den heute 66-jährigen ehemaligen Nationalspieler. "Ich habe sehr gute Erinnerungen an die damalige Zeit, auch wenn es sportlich ein Abenteuer war. Wir waren eine kunterbunte Truppe. Trainiert wurde teilweise auf einem Aschenplatz - und das in der zweiten Liga!"
Kleff genießt heute sein Rentnerleben in Rheydt, aktiv ist er noch in der Lotto-Elf. "Dass Salmrohr jetzt in der Oberliga spielt, ist für so einen kleinen Ort schon eine tolle Sache", sagt Kleff, der als FSV-Spieler im Wittlicher Hotel Lindenhof wohnte. "Ich würde Salmrohr den Aufstieg gönnen", sagt der mehrfache deutsche Meister mit Mönchengladbach. Gleichzeitig mahnt er zu Bodenständigkeit: "An erster Stelle muss immer der Gesamtverein stehen, also auch die sehr wichtige Jugendarbeit. Die Regionalliga bringt Mehrkosten mit sich. Der Verein muss genau durchrechnen, was er sich leisten kann."
Zwischen 1994 und 1996 spielte Rainer Ernst (51) für Salmrohr. Der 56-fache Nationalspieler der DDR war Meister mit dem 1. FC Kaiserslautern (1991) und zehnfacher Titelträger mit dem BFC Dynamo Berlin. Von seiner Heimatstadt Neustrelitz (Mecklenburg-Vorpommern) aus schaut der heutige Sportartikelhändler "mit einem Auge" auf seine frühere Wirkungsstätte in Salmrohr, wo er seine Karriere ausklingen ließ. "Volodymyr Lyuty, Neale Marmon und ich waren damals die Erfahrenen neben jungen Heißspornen wie Rudi Thömmes. Ich drücke meinem Ex-Club die Daumen!" Zum Ende des TV-Gesprächs fragt er: "Gibt es Peter Rauen noch?"
Ja, den gibt es. Der Ehrenpräsident, der von 1971 bis 1999 an der Spitze des FSV Salmrohr stand, ist Stammgast bei den Spielen. "Ich bin mit der Gesamtentwicklung des Vereins sehr zufrieden. Da ist ein Team zusammengewachsen. Es ist schön zu sehen, dass zwölf Spieler der ersten Mannschaft einst schon in der Jugend des FSV gespielt haben." Rauen glaubt an den Aufstieg, ebenso wie Ex-FSV-Trainer Paul Linz (57): "Zweibrücken ist abwehrstark, aber Salmrohr stellt für mich die spielerisch stärkste Mannschaft in der Oberliga."
Zu Beginn des neuen Jahrtausends hatte Robert Palikuca (34) die Fußballschuhe für den FSV geschnürt (2000 bis 2003). Obwohl er inzwischen bei Fortuna Düsseldorf arbeitet, hängt sein Herz noch an den Salmtalern: "Ich würde mir wünschen, dass sie sportlich wieder in Regionen früherer Jahre kommen. Ich gönne dem Verein den Erfolg. Jedem Einzelnen. Vom Bratwurstverkäufer bis hin zum Präsidenten."