"Meister werden können wir nicht mehr"

"Meister werden können wir nicht mehr"

Bis Freitag hat der abstiegsbedrohte Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt in der Sportschule Bitburg sein Trainingsquartier aufgeschlagen. Am Mittwochnachmittag absolvierte der Tabellen-16. die erste Einheit.

Bitburg. Die Sonne strahlt. Eine Armada von Markierhütchen zeigt den Akteuren von Eintracht Frankfurt im kleinen Stadion der Sportschule Bitburg die Grenzen des Spielfelds auf. Assistent Roland Koch gibt Anweisungen, Chef Christoph Daum greift nur selten ein. Am Rande des Rasens verfolgen ein paar Kiebitze, mehrere Journalisten, ein Fernsehteam des Hessischen Rundfunks und Eintracht-Clubboss Heribert Bruchhagen das Treiben. "Die Lage ist sehr prekär. Entweder Borussia Mönchengladbach oder uns wird es als direkten Absteiger erwischen", sagt Bruchhagen, gekleidet in einen schwarz-weißen Trainingsanzug des Vereins.

Zur Vorbereitung auf das "Endspiel" am Samstag zu Hause gegen den 1. FC Köln hat Daum die Mannschaft für drei Tage in der Sportschule Bitburg zusammengezogen. "Christoph ist erfahren genug. Er hat es für richtig erachtet, hierher zu fahren", beurteilt Bruchhagen die Dienstreise. Daum wirkt angespannt. Nach dem Training legt er im kleinen Pressegespräch fast jedes Wort auf die Goldwaage. "Wir treffen hier in Bitburg optimale Trainingsbedingungen an. Wir können uns total auf unseren Beruf konzentrieren. Das ist das einzig Bedeutende", sagt er.

Der 57-Jährige, der wegen seiner Schiedsrichter-Schelte im Spiel gegen Bayern München 5000 Euro Strafe zahlen muss, war schon mit seinen früheren Mannschaften in der Eifel. Mit dem 1. FC Köln 2007. Mit Fenerbahçe Istanbul in den Jahren 2003 und 2004. Mit "Fener" wurde er in der Türkei anschließend zwei Mal Meister. "Ein gutes Omen?", wird Daum gefragt. Der gebürtige Zwickauer kontert kühl: "Ich glaube nicht, dass wir mit Frankfurt noch Meister werden können." bl