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Dauerbrenner Hermann Wibier
Ein Niederländer mit jeder Menge Pfiff

Hermann Wibier
Hermann Wibier FOTO: Fußballkreis Trier saarburg
Trier. Hermann Wibier kann aus mehr als 50 Jahren als Schiedsrichter so einiges erzählen.

Seit mehr als einem halben Jahrhundert ist Hermann Wibier als Schiedsrichter aktiv. Der Niederländer kam einst der Liebe wegen nach Trier – und zählt hier seit vielen Jahren nicht nur den beständigsten, sondern auch zu den beliebtesten Unparteiischen. Als Spielleiter in den Jugendklassen und in der C- und Liga steht Hermann Wibier nicht gerne im Mittelpunkt: Wenn die Partie läuft und man als Aktiver oder als Zuschauer eigentlich gar nicht merkt, dass ein Schiedsrichter auf dem Platz ist, hat er mit seiner zurückhaltenden Art mal wieder sehr viel richtig gemacht. Neulich stand der 70-Jährige aber dann doch mal so richtig im Fokus, als er mit der DFB-Verdienstnadel eine ganz besondere und seltene Auszeichnung erhielt (TV berichtete bereits kurz).

Klare und lobende Worte findet Arndt Collmann, Schiedsrichterobmann des Fußballkreises Trier-Saarburg: „Wir sind stolz, einen so engagierten, zuverlässigen und liebenswerten Kameraden wie Hermann Wibier in unseren Reihen zu haben.“

Wibier wurde 1947 als Sohn eines Grundschulrektors im niederländischen Groningen geboren und hat sieben Geschwister. Der 1971 der Liebe wegen an die Mosel gekommene Referee legte beim niederländischen Fußballverband 1966 seine Prüfung ab. „Ich bin gelernter Bäcker und in Holland hat man in diesem Beruf nur wenig verdient. Der Wechsel nach Trier hat mir nicht nur eine langjährige berufliche Zukunft in der Bäckerei Zimmer in Trier-Biewer gesichert, sondern auch die Weiterführung meines Hobbys.“ Wibier pfiff über 30 Jahre für den  VfL Trier. In der Folge war er beim SV Grün-Weiß Mannebach aktiv. Weil der Verein sich aber aus dem aktiven Spielbetrieb zurückzog, schloss sich Wibier dem TuS Issel an. Für den Verein aus dem Schweicher Stadtteil ist er auch heute noch im Einsatz.

Vor allem Hans-Peter Dellwing, der heutige Trier-Saarburger Kreisvorsitzende  und frühere Bundesliga und Fifa-Schiedsrichter habe ihn immer wieder inspiriert: „Ich war 14 Jahre lang unter ihm als Assistent in der Regionalliga und Verbandsliga im Einsatz.“ Ein Höhepunkt in seiner Laufbahn war der Einsatz an der Seite von Dellwing bei einem Benefizspiel der Traditionsmannschaft von Eintracht Trier gegen eine Auswahl des ZDF-Sportstudioteams im Jahre 1994. „Ich kam ins Gespräch mit Dieter Kürten und dieser hat mir ein Ticket als Zuschauer für das Aktuelle Sportstudio besorgt.“

Zu seinem damaligen Verein in Holland unterhält Wibier immer noch gute Kontakte. „Im nächsten Jahr feiert der SC Neede sein 100-jähriges Jubiläum. Zu diesen Feierlichkeiten bin ich eingeladen. Das ist auch eine emotionale Sache“, sagt der in Biewer lebende, heutige Pensionär.

Der passionierte Radfahrer findet zudem viel Spaß als Sänger im Chor des Trierer Mutterhauses sowie als ehrenamtliche Aufsicht in der Trierer Liebfrauenkirche. „Es gefällt mir, dann einige Erklärungen in meiner Heimatsprache abzugeben, wenn Touristen aus Holland die Stadt  besuchen.“ Denkt man im gehobenen Schiedsrichter-Alter auch ans Aufhören? „2019 feiert die Schiedsrichtervereinigung Trier das 100. Jahr ihres Bestehens. Solange möchte ich schon noch pfeifen. Ich werde es langsam ausklingen lassen.“ Und Hermann Wibier freut sich schon, wenn es im März wieder so richtig losgeht in den Kreisligen.