Oberwasser an der Obermosel

Traumstart für die SG Obermosel. Nach jahrelangem Engagement im Jugendbereich trainiert Michael Kohns seit Saisonbeginn die Spielgemeinschaft der Ortschaften Nittel, Wellen und Temmels. Ungeschlagen mit 16:2 Toren steht die SG nach drei Spieltagen an der Spitze der Liga.

Nittel. Michael Kohns spricht im TV-Interview über den guten Saisonstart und blickt in die Zukunft des Vereins. Mit Kohns sprach TV-Mitarbeiter Edgar Breit.
Wie kam es zu Ihrem Engagement im Seniorenbereich der SG Obermosel?
Kohns: Als langjähriger Jugendtrainer kenne ich die Spieler von klein auf, und ich verfolge mit unserem Juniorenkonzept ein klares Ziel. Allein im nächsten Jahr erwarten wir acht Neuzugänge aus der eigenen Jugend.
Was sind die Gründe für den guten Start?
Kohns: Die Mannschaft ist sehr jung und hat ihre fußballerische Ausbildung in der eigenen Jugendabteilung durchlaufen. Die Saisonvorbereitung war gut. Wir haben eine hohe Trainingsbeteiligung, und man spürt einfach, dass alle im Verein einen neuen Weg gehen wollen.
Welche Ziele haben Sie sich gesetzt?
Kohns: Wir möchten unseren Fans einen attraktiven Fußball bieten. Ein Platz unter den Top fünf ist in dieser Saison drin, sofern wir bei dem dünnen Kader nicht zu viele Ausfälle haben. Mit Blick auf die in den Startlöchern stehenden Jugendspieler bin ich überzeugt, dass wir es in einigen Jahren sogar bis in die Bezirksliga schaffen können.
Mit welchem System spielen Sie und welche Erfahrung haben Sie damit gemacht?
Kohns: Wir spielen ein 4:2:3:1-System, da wir über ein spielstarkes Mittelfeld verfügen. Sowohl in der Abwehr als auch im Mittelfeld verfügen wir über sehr gute Spieler. Leider besitzen wir keine echte Alternative im Angriff, hier müssen wir sofort auf "gelernte" Mittelfeldspieler zurückgreifen.
Wo liegen die Stärken innerhalb der Mannschaft?
Kohns: Die Mannschaft ist sehr homogen, da fast alle Spieler den Jahrgängen 1987 bis 1993 angehören und somit schon über Jahre zusammen spielen und auch ihre Freizeit gemeinsam gestalten. Zudem verfügen fast alle Spieler über eine sehr gute Technik und ein ausgeprägtes Spielverständnis.
Gibt es auch Schwächen? Was könnte besser sein?
Kohns: Bei einer jungen Mannschaft gibt es natürlich auch Dinge, die es zu verbessern gilt. Aufgrund unserer "Offensivkraft" liegt es natürlich nahe, dass unser Abwehrverhalten häufig nicht überzeugend wirkt. Das Umschalten von Angriff auf Abwehr geschieht oft zu langsam, so dass unsere Gegner immer ihre "Chancen" bekommen.
Ihr Ligakonkurrent SV Trier-West-Euren wurde nach den Vorfällen im Spiel gegen Saarburg für drei Monate vom Ligabetrieb ausgeschlossen. Wie bewerten Sie das Urteil?
Kohns: Ich halte das Strafmaß für angemessen, sowohl für den Verein als auch für die betreffenden Spieler. Ein weiteres Vergehen solcher Art sollte allerdings für den kompletten Ausschluss des Vereins für unbestimmte Zeit genügen. Wünschenswert wäre, dass der Verein alle Spiele der Rückrunde auswärts bestreiten müsste, da man es keinem Spieler und Verein zumuten kann, dort anzutreten. Weder die Spieler noch der Schiedsrichter sind in der Lage, dort eine entsprechende Leistung zu erbringen.
Wie sehen Sie die Klasse in der laufenden Saison?
Kohns: Ich erwarte eine sehr spannende Saison, in der keine Mannschaft sich frühzeitig absetzen kann. Zum Kreis der Favoriten zähle ich den FSV Trier-Tarforst II, die SG Saarburg/Serrig und den SV Olewig. Aber auch unsere Mannschaft wird ein gewichtiges Wort im Rennen um die ersten Plätze mitreden.
Extra

Zur Person: Der Nitteler Trainer Michael Kohns (48) ist selbstständiger Physiotherapeut, studiert an der Uni Koblenz/Landau Betriebs-, und Führungspädagogik und widmet sich in seiner Freizeit voll und ganz dem Fußball in seinem Heimatort Nittel. Beide Söhne wie auch seine Ehefrau Susanne teilen diese Leidenschaft und sind ebenfalls immer auf Ballhöhe. Während Yannick Kohns als Neuzugang bereits mit sechs Treffern die Torjägerliste der Liga anführt, steht Michael Kohns junior seit 2011 im U 19-Kader des FSV Mainz 05. Vater Michael blickt auf zwölf Jahre Fußballlehrer in der heimischen Jugend zurück und engagiert sich fast zeitgleich auch schon als Vorstandsmitglied im TuS Nittel und Jugendleiter in der SG Obermosel. b