| 20:34 Uhr

Ölstand prüfen gehört auch dazu

Sammy Habte hat in Trier-Feyen seinen Stammplatz gefunden, nicht nur als Spieler der DJK St. Matthias, sondern auch beruflich als Platzwart. Da gehört es auch dazu, am Dienst-Traktor den Ölstand zu kontrollieren. TV-Foto: Edgar Breit
Sammy Habte hat in Trier-Feyen seinen Stammplatz gefunden, nicht nur als Spieler der DJK St. Matthias, sondern auch beruflich als Platzwart. Da gehört es auch dazu, am Dienst-Traktor den Ölstand zu kontrollieren. TV-Foto: Edgar Breit
Trier-St Matthias. Die DJK St. Matthias ist die Überraschungsmannschaft der laufenden Spielzeit in der Kreisliga A. Nach der Herbstmeisterschaft will die Mannschaft von Franz-Josef Blang weiter ganz oben mitmischen. Die Zeichen stehen gut, aber die Verfolger im Nacken. Ein Rückhalt in der DJK-Mannschaft ist dabei Ex-Teilzeit-Profi Sammy Habte, der zudem auch als Platzwart in Feyen angestellt ist. Edgar Breit

Trier-St. Matthias. An Ostersamstag erwartet die Fußballfreunde in Geisfeld ein echtes Spitzenspiel in der Kreisliga A. Tabellenführer DJK St. Matthias trifft auf den derzeitigen Zweiten SG Geisfeld/Rascheid. Während Reiner Knippel als Gastgeber auf Wiedergutmachung der 2:0 Hinspielniederlage hofft und ein weiteres Erfolgserlebnis verbuchen will (siehe "Drei Fragen an …" unten), gibt sich DJK-Trainer Blang schon mit einem Remis zufrieden. "Ich erwarte ein schweres Spiel, aber ich kann mit einem Unentschieden gut leben." Auch wenn seine Mannschaft mit einem Kunstrasen verwöhnt ist, sieht er dem Spiel auf dem Geisfelder Hartplatz gelassen entgegen. "Schließlich haben meine Jungs lange genug auf hartem Boden gespielt."
Seit 2011 Innenverteidiger


Nicht so gelassen sieht das Sammy Habte, Defensivspieler in der Blang-Elf. Der 29-Jährige aus dem Stadtteil Trier-Pfalzel denkt dabei vor allem an seine Knieprobleme und hat deswegen auch schon mal über ein Ende seiner Fußballerkarriere nachgedacht. Gründe für ein weiteres Engagement waren aber dann ein Angebot für die Stelle des Platzwartes auf der Feyener Bezirkssportanlage und das Interesse der DJK an seinen fußballerischen Fertigkeiten. Seit 2011 versucht er nun als Innenverteidiger die Gegentore für seinen Verein zu minimieren und kümmert sich beruflich als Angestellter beim Sportamt der Stadt Trier um die Sportanlagen in Trier-Feyen.
Im Alter von drei Jahren kam Sammy Habte mit seinen Eltern aus Eritrea nach Deutschland. Seine Laufbahn als Fußballer führte ihn in der Jugend schon früh zu Eintracht Trier, wo die Verantwortlichen sehr schnell sein fußballerisches und läuferisches Talent erkannten. Bereits nach einer halben Saison auf Probe in der Senioren-Reservemannschaft und der anschließenden Teilnahme am Wintertrainingslager erhielt Habte schon gleich einen offiziellen Vertrag für die erste Mannschaft. Als gelernter Maler und Lackierer arbeitete er damals halbtags beim Sportamt und nachmittags als Fußballer bei der Eintracht, bevor er nach zwei erfolgreichen Spielzeiten zum luxemburgischen Erstligisten Viktoria Rosport wechselte. "Eine Zeit, an die ich mich gerne zurückerinnere", sagt Habte und denkt dabei nicht nur an die vielen Erfolge in der ersten Liga, sondern auch an die Pokalspiele und das Spiel gegen IFK Göteborg im Rahmen des UI-Cups. Nach dem Abstieg aus der ersten Liga folgte nahtlos der Wechsel zum Erstligisten CS Grevenmacher. "Ich wollte immer die sportliche Herausforderung", begründete der athletische Fußballer damals seinen Wechsel zurück in die erste Liga im Ländchen.
Training zehrt an den Kräften



Die vielen Trainingseinheiten in all den Jahren (seit dem Wechsel nach Luxemburg arbeitete Habte auch wieder ganztags) zehrten aber nicht nur an den Kräften, sondern hatten auch immer wieder Verletzungen zur Folge. "Ich wollte dann eigentlich einen Schlussstrich ziehen, doch dann kam das Angebot in Feyen als Platzwart und kurze Zeit später von der DJK", erinnert sich Habte. Für ihn war es bis heute die richtige Entscheidung: "So lernte ich schnell das Umfeld kennen, habe viele Kontakte geknüpft und Freunde gewonnen und so ganz vom Fußball losreißen ging ja dann auch nicht."
Sammy Habte, der auch fast zwei Jahre Mitglied in der eritreischen Nationalmannschaft war und mit seinen afrikanischen Fußballfreunden eine tolle Zeit erleben durfte, hat nun bei der DJK wieder einen festen Stammplatz gefunden. "Als einer der ältesten Spieler gebe ich gerne meine Erfahrungen an den Nachwuchs weiter und der steht bei uns, nicht zuletzt wegen der tollen Anlage, bereits vor der Tür."