Ohne Fußball geht es nicht

Theo Kaiser hat mit seinem neuen Verein SG Welschbillig/Kordel das erste Ziel erreicht: 30 Punkte. Mit neuen Zielen geht es nun beim B-Ligisten in die zweite Halbzeit. Revanche für die 3:1 Hinspielniederlage ist am Sonntag in Welschbillig angesagt. Zu Gast ist die SG Mandern/Waldweiler.

Butzweiler/Kordel/Welschbillig. "Kaiser ist ein Kämpfertyp!" Eine Überschrift im Volksfreund aus früheren Zeiten, die auch heute noch uneingeschränkt ihre Gültigkeit besitzt. Theo Kaiser lebt für den Fußball und ist jemand, der sich sowohl als Spieler wie Trainer bis heute die Messlatte sehr hoch legt. Und mit einem unbändigen Einsatzwillen und großem Engagement verfolgt er stets seine Ziele. So hat er in jungen Jahren über ein halbes Jahr lang geübt, bis er es dann endlich geschafft hat, den Ball eintausend Mal zu jonglieren. "Ich wollte es wissen und habe auch nach etlichen Versuchen, an denen ich knapp dran war, nicht aufgegeben."
Vieles hat er in seinen 42 Fußballjahren bereits erreicht "und wenn die Gesundheit mitspielt, ist noch längst nicht Schluss", sagt der 51-Jährige aus Butzweiler, der seit Saisonbeginn den B-Ligisten SG Welschbillig/Kordel trainiert. Gerne blickt er gemeinsam mit Ehefrau Bettina zurück. Das Archiv ist groß genug und weckt viele schöne Erinnerungen. 33 Jahre ging Kaiser für etliche Vereine - von der C-Liga bis zur luxemburgischen 1. Liga (Nationaldivision) in der ersten Mannschaft von Victoria Rosport auf Torejagd. Es verging kaum eine Saison, in der der athletische Stürmer weniger als 20 Tore zum Erfolg seines Vereins beisteuerte. Und auch heute platziert er das Leder immer noch präzise im Kasten des Gegners, so wie am letzten Spieltag gegen die SG Zemmer. Per Flugkopfball gelang dem gelernten Bäcker der entscheidende Siegtreffer in der 88. Spielminute.
Sein Einsatz beschränkt sich heute allerdings nur noch auf Notfälle. Nach Knieproblemen musste er etwas kürzertreten, ist aber guter Dinge, dem Fußballsport noch lange erhalten zu bleiben. Als Trainer will er das weitergeben, was er in all den Jahren von vielen seiner sportlichen Wegbegleiter gelernt und abgeschaut hat. Und auf dem Platz will er den Jungen zeigen, dass das Alter keine Rolle spielt. "Auf dem Platz gilt nicht Alt und Jung, sondern nur gut und schlecht. Gemeinsam von Beginn an für den Klassenerhalt zu arbeiten, war das Ziel, 30 Punkte die Vorgabe."
Neue Agenda: Top drei



Ziel erreicht, heißt die Bilanz nach 14 Spieltagen. Mit dem Ziel unter die Top drei stimmt Kaiser sein Team nun für die Rückrunde ein, in der sich die SG Welschbillig vor allem gegen zwei erfahrene Mannschaften wie die SG Hochwald und den SV Morscheid behaupten muss. "Vielleicht schwächelt ja noch jemand", schmunzelt Kaiser, der sich die taktische und fußballerische Verbesserung seiner Spieler auf die Fahne heftet und großen Wert auf Teamgeist und Ordnung im Spiel legt.
Die Mischung zwischen Alt und Jung passt. Jörg Schmitt bringt seine Erfahrung ins Spiel ein und zeigt den Jungen, wo es lang geht. Nachwuchsspieler wie Pascal Lieser, Marc Willems, Pascal Jung machen schon jetzt anständig Dampf. "Die Erfahrung kommt mit der Zeit", freut sich Kaiser über die gute Stimmung im Team. Lediglich der dezimierte Kader macht ihm derzeit Sorgen. Ganz gelegen kommt dem Familienvater aus Butzweiler die bevorstehende Winterpause. "Dann ist Zeit, die Verletzungen auszukurieren, um voller Elan im neuen Jahr die letzte Etappe zu nehmen."
Begonnen hat seine sportliche Laufbahn im Heimatverein. Mit 17 Jahren spielte er bereits in der ersten Mannschaft und feierte zwei Aufstiege in Folge bis in die A-Liga mit. "Ich hatte damals den Ball weiter gestoppt, als die anderen geschossen haben", erinnert sich Kaiser, der in der Folgezeit drei erfolgreiche Fußballjahrzehnte als torgefährlicher Stürmer erleben durfte und mit einem fünfjährigen Einsatz bei Victoria Rosport unter dem guten Trainer Rainer Brinsa sogar noch drei Jahre Erstligaluft schnuppern durfte. eb