Ohne Lakic nur ein laues Lüftchen

Ohne Lakic nur ein laues Lüftchen

Durch ein torloses Unentschieden gegen den VfL Wolfsburg hat es der 1. FC Kaiserslautern verpasst, sich im letzten Heimspiel der Hinrunde weiter von den Abstiegsrängen abzusetzen. Im Lager des Aufsteigers ist man mit der bisherigen Bilanz von 18 Punkten aus 16 Spielen dennoch nicht unzufrieden.

Torwart Tobias Sippel brachte es nach der Partie mit nur wenigen Höhepunkten vor 38 181 Zuschauern im Fritz-Walter-Stadion auf den Punkt: "Wir entwickeln uns immer weiter. Vor ein paar Wochen hätten wir dieses Spiel vielleicht noch mit 0:1 verloren. Jetzt aber haben wir diesen Punkt, und den nimmt uns jetzt niemand mehr ab." Die Roten Teufel waren zwar über weite Strecken der Partie die Mannschaft, die mehr für Spielfluss und Aktionen in der gegnerischen Hälfte sorgte, das allerletzte Risiko auf dem Weg nach vorn ging die Truppe von Trainer Marco Kurz aber nicht. "Wir wussten natürlich auch, dass der VfL da vorn mit Edin Dzeko und Diego zwei absolute Weltklassespieler in seinen Reihen hat, die ein Spiel mit einem einzigen Gedankenblitz und einer guten Aktion entscheiden können. Deshalb muss ich sagen, dass wir in der Defensive eine sehr starke Leistung gezeigt haben und uns auch immer wieder bemüht haben, spielerische Akzente zu setzen", lobte Kurz seine Mannschaft. In der Tat ließ die Lauterer Innenverteidigung Mathias Abel ("Es macht unheimlich Spaß, sich mit solchen Ausnahmekönnern zu messen") und Martin Amedick nur ganz wenige knifflige Situation zu, bei denen der Angriff der "Wölfe" Gefahr ausstrahlen konnte.

Auf Seiten der Gastgeber sah es aber auch nicht viel besser aus. Ohne den gesperrten Torjäger Srdjan Lakic fehlte den Gastgebern die Durchschlagskraft. Der Bulgare Ilian Micanski war ein unzureichender Ersatzmann. Nach dem Wechsel machte es dessen Nachfolger Adam Nemec zwar etwas besser, aber der Tscheche scheiterte mit einem präzisen Kopfball (60.) an VfL-Torwart Diego Benaglio.

Noch einmal Pech hatten die Pfälzer acht Minuten vor dem Ende, als ein Distanzschuss von Ivo Ilicevic ans Lattenkreuz krachte. Den Abpraller schob Thanos Petsos zwar ins Tor, allerdings aus Abseitsposition, so dass es beim 0:0 blieb.

Für Aufregung in den Schlusssekunden der ansonsten eher zurückhaltend geführten Partie sorgten die beiden Trainer Marco Kurz und Steve McClaren in der Nachspielzeit, die sich am Spielfeldrand heftig in die Haare gerieten. Wenige Minuten später aber war (zumindest offiziell) zwischen den beiden Streithähnen alles vergessen. "Fußball ist ein Spiel mit vielen Emotionen. Aber nach dem Spielfeld ist mit derlei Reibereien auch Schluss", bekräftigten beide Fußball-Lehrer.

Zum Hinrunden-Abschluss treten die Roten Teufel am Samstag bei den derzeit krisengeschüttelten Bremern an. "Wir wollen versuchen, auch von dort mit einer kompakten Leistung etwas mitzubringen und uns dann drei Tage später im Pokalspiel in Koblenz vorzeitig zu beschenken", gab Rechtsverteidiger Florian Dick, am Samstag wieder einer der zweikampfstärksten Akteure, die Richtung für die letzten Tage eines ereignisreichen FCK-Jahres vor.