Querelen in Ahbach

Bei den Fußballern des TuS Ahbach ist der Weihnachtsfriede in Gefahr. Nach einer mannschaftsinternen Abstimmung über die Besetzung der sportlichen Leitung im nächsten Jahr trat das Trainerduo Ludwig Clausen und Mario Etteldorf mit sofortiger Wirkung zurück.

Ahbach. Beim Bezirksligaaufsteiger Ahbach brennt der Weihnachtsbaum. Der Aufsteiger aus der A-Liga-Eifel muss als Tabellensechzehnter nicht nur auf einem Abstiegsplatz überwintern, sondern seit vergangenem Montag ist nach dem Rücktritt des Trainergespanns Ludwig Clausen und Mario Etteldorf auch die Trainerbank verwaist (der TV berichtete). Für Kai Nelles, den Geschäftsführer des TuS Ahbach, brachte eine Mannschaftssitzung die Lawine ins Rollen.
"Die Seniorenspieler und die A-Jugendlichen sind eigentlich wegen der Saisonplanung für nächstes Jahr zusammengekommen. Ohne unser Wissen hat sich dann die erste Mannschaft eine Stunde vorher getroffen, die Trainerfrage diskutiert und abgestimmt. Für uns war klar, dass Mario Etteldorf in der nächsten Saison das Traineramt allein übernehmen sollte", erfuhr Nelles, dass nur eine knappe Mehrheit der Spieler für die Weiterarbeit des Trainerduos stimmte.
Das Prozedere um die geheime Abstimmung brachte bei den beiden Übungsleitern aber das Fass zum Überlaufen. Sofort nach Bekanntwerden der Abstimmung, die mit neun zu acht Stimmen zugunsten des Trainertandems endete, traten Ludwig Clausen und Mario Etteldorf geschlossen von ihren Posten zurück.
"Vor zwei Wochen wurde Mario Etteldorf versprochen, dass er in der nächsten Saison Trainer werden wird. Uns war klar, das dies vielleicht ein oder zwei Spielern nicht gefallen würde. Dass der Vorstand aber eine Sitzung macht und eine Abstimmung über die Trainerfrage zulässt, ist nicht in Ordnung. Ich hätte mehr Autorität vom Vorstand erwartet. Mir stellt sich auch die Frage, warum auch Spieler an der Abstimmung teilgenommen haben, die noch keine Zusage für die nächste Saison gegeben haben", schließt Clausen einen Rücktritt vom Rücktritt aus. "Es geht nicht nur um Mario Etteldorf, es geht auch um meine Person. Schließlich wollten wir beide bis zum Saisonende weiterarbeiten."
Für Trainerkollege Mario Etteldorf war der Eklat abzusehen. "Die Situation ist das Ergebnis von längeren Querelen, die nicht erst in den letzten Wochen entstanden sind. Schon im letzten Jahr haben einige Leute aus dem Vorstand gegen Trainer Clausen gearbeitet. Enttäuschend ist für mich, dass bei einer von uns durchgeführten Umfrage am vergangenen Donnerstag bis auf zwei Spieler alle für die kommende Saison zugesagt haben. Die Mannschaft ist noch jung; vielen war wohl nicht bewusst, welche Lawine sie da losgetreten haben."
Mannschaftsführer Jonas Mauer wollte die Geschehnisse um die Abstimmung und über den Trainerrücktritt nicht kommentieren: "Das sind mannschaftsinterene Angelegenheiten, die in der Öffentlichkeit nichts zu suchen haben." Keinen Kommentar gab es auch von TuS-Clubchef Hans-Peter Hermes, der wegen der Streitigkeiten unter seinen Fußballern am vergangenen Montag sein Amt als Vorsitzender niederlegte.
Über die Feiertage will sich die verbliebene Vorstandschaft auf die Suche nach einem neuen Trainer machen und sich um vertrauensbildende Maßnahmen in der Mannschaft bemühen. J.W.