1. Sport
  2. Fußball
  3. Regional

Rapider Rückgang der Fußballteams an der Mosel

Burgen : Rapider Rückgang der Fußballmannschaften

Im Jahre 1990 gab es 145 Teams im Spielkreis Mosel. Aktuell sind es nur noch 63. Beim Kreistag in Burgen zeigte sich Vorsitzender Walter Kirsten besorgt über diese Entwicklung – und sparte auch nicht mit Kritik am FSV Salmrohr.

Am Ende des Kreistags herrschte dann doch wieder Harmonie vor –   trotz zwischenzeitlich einiger kritischer Ausführungen. Der Kreisvorstand ist bis auf eine Ausnahme von den Vereinsvertretern wiedergewählt worden. Für den nicht mehr kandidierenden Jugend-Staffelleiter Helmut Schneiders rückte Georg Wenker nach. Und der in drei Funktionen aktive Manfred Junk führt das vakante Amt des Referenten für Freizeit- und Breitensport kommissarisch solange fort, bis ein Nachfolger gefunden ist. Junk hat darüber hinaus auch die Ämter des Integrationsbeauftragten sowie des Kreisehrenamtsbeauftragten inne.

Nach den Grußworten von Rainer Haas, Vorsitzender des gastgebenden FC Burgen, Ortsbürgermeister Reinhard Grasnick, Landrat Gregor Eibes und des Sportkreisvorsitzenden Günter Wagner, der auch nochmal zum Sportkreistag am 18. August. 19 Uhr, in der Andeler Sporthalle einlud, standen die Vorträge von Walter Desch als Präsident des Fußballverbandes Rheinland und von Kreischef Walter Kirsten im Zentrum des Interesses. Desch verwies auf den im bereits fünften Jahr praktizierten Masterplan des Deutschen Fußball-Bundes mit dem Schwerpunkt Ehrenamt. 500 000 Euro seien vom DFB an die Vereine für Vereinsaktivitäten gezahlt worden. Kirsten lobte die gute Infrastruktur im Spielkreis Mosel. „Wir können stolz auf unsere Fußballanlagen sein. Zwölf Kunstrasenplätze haben wir hier. Dazu kommen die renovierten Rasenlätze in Burgen, Longkamp und Veldenz. Von den Kommunen wurden stolze fünf Millionen Euro in Fußballplätze investiert.“ Die Schiedsrichterzahlen seien konstant, so Kirsten. Die von älteren Unparteiischen übernommenen Patenschaften für junge Schiris hätten sich bestens bewährt. Positiv äußerte sich der Kreischef auch über die gestiegenen Zuschauerzahlen in der A-Klasse. „Auch die Qualität der Mannschaften in der höchsten Kreisklasse ist bemerkenswert hoch. Spiele, bei denen 300 oder 400 Zuschauer kommen, sind beileibe keine Seltenheit mehr.“

Doch es gab auch kritische Töne. Kirsten begründete den Rückgang der Vereins- und Mannschaftszahlen nicht nur mit der demographischen Entwicklung. Waren es 1990 noch 145, die am Spielbetrieb teilnahmen, so spricht die Statistik von aktuell noch 63 Mannschaften Bände über den eklatanten Rückgang. Zuletzt gab es zwei Veränderungen in der C-Klasse: Der FC Bergweiler schloss sich als Spielgemeinschaftspartner der SpVgg Minderlittgen-Hupperath an und der SV Grün-Weiß Großlittgen zog seine Mannschaft kurzerhand zurück. „Wir müssen den sportlichen Abwärtstrend stoppen. Aktuell haben wir keinen Oberligisten mehr und zwei Teams stiegen aus der Bezirksliga ab“, so Kirsten.

Heftig kritisierte er den aus der Oberliga abgestiegenen FSV Salmrohr, dessen zweite Mannschaft zum Saisonende häufig mit nur zehn Spielern antrat, lustlos agierte und so der Wettbewerbsverzerrung Tür und Tor öffnete. „Es kann nicht sein, dass ein Club über Abstieg oder Aufstieg in der A-Klasse dermaßen mitentscheidet. Das ist Wettbewerbsverzerrung. Ich hoffe, dass dies die Ausnahme bleibt.“ Es gebe darüber hinaus auch Probleme im Mädchenfußball. So musste das Stützpunkttraining mangels Beteiligung aufgegeben werden.

  Angenehme Pflicht für Desch und Kirsten: Sie zeichneten langjährige  Ehrenamtler aus: Mit der Ehrennadel des Fußballverbandes Rheinland in Silber wurden Karl-Heinz Lübeck vom SV Neumagen-Dhron und Kreissachbearbeiter Vinzenz Klein aus Bengel ausgezeichnet.

Die Dankesurkunde mit Plakette des Verbands ging an Karl-Heinz Hartmann (SV Zell) und Helmut Schneiders (Pünderich). Die Urkunde mit dem Wappen des Spielkreises Mosel erhielt wiederum  Holger Binzen vom SV Strimmig.

Als Ort für den Kreistag 2021 wurde Morbach gewählt.