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Reform an der Mosel abgeschmettert

Reform an der Mosel abgeschmettert

Die Kreisligen im Fußball-Spielkreis Mosel werden nicht neu geordnet. Die Fußballvereine haben sich am Mittwochabend mit deutlicher Mehrheit gegen eine Spielklassenreform ausgesprochen - vollkommen entgegen den Erwartungen des Kreisvorstands.

Maring-Noviand. Sie sollte den Fußball im Spielkreis Mosel zukunftssicher machen, die niedrigklassigen Staffeln im Spielkreis attraktiver werden lassen - und nicht zuletzt ein Zeichen setzen, dass der Fußball an der Mosel lebt: die von langer Hand geplante Spielklassenreform. Doch ein ganzes Jahr Arbeit von Vorstand, speziell gegründeter Kommission und Vereinen ist hinfällig. Am Mittwochabend hat die große Mehrheit der fußballspielenden Vereine im Spielkreis Mosel alle Reformvorschläge abgelehnt.
Von 64 stimmberechtigten Vereinsvertretern - damit waren mehr als 80 Prozent aller Vereine im Kreis bei der Versammlung vertreten - sprachen sich nur 19 für eine Reform aus, 43 stimmten dagegen, zwei enthielten sich. Somit kam es zur Zweidrittelmehrheit - nur nicht so, wie es sich der Vorstandsvorsitzende des Spielkreises vorgestellt hatte. Walter Kirsten hatte im Vorfeld fest mit der qualifizierten Mehrheit für eine Reform gerechnet - nun gibt es die qualifizierte Mehrheit gegen eine Reform.
Im Nachbarspielkreis gibt es bisher keine D-Ligen. 79 Mannschaften spielen in einer A-, zwei B- und drei C-Liga-Staffeln. Wegen der demografischen Entwicklung und den nach und nach abnehmenden Spieler- und Mannschaftszahlen wollte man den Kreisfußball für die Zukunft besser aufstellen und auch die C-Liga sportlich attraktiver machen. Der Leistungsunterschied in der C-Liga an der Mosel ist teilweise beachtlich, ein echter Wettbewerb nur teilweise gegeben.
Zwei Varianten vorgeschlagen


Daher sollte in der Spielklassenreform, die der Kreisvorstand mit einer Kommission aus Vereinsvertretern ein Jahr lang vorbereitet hat, die D-Liga eingeführt werden. Vor allem, um den Wettbewerb in den niedrigen Ligen anzustoßen.
Zwei Vorschläge waren erarbeitet worden. Im ersten Vorschlag, einer sogenannten "großen Reform", hätte die B-Liga nur noch aus einer Staffel bestehen sollen, dafür sollte es zwei D-Liga-Staffeln mit jeweils zwölf Mannschaften geben. Vorschlag zwei - die "kleine Reform" - beließ es bei zwei B-Staffeln und führte zwei D-Staffeln mit je sieben Mannschaften ein.
Allerdings ließ der Kreis am Mittwochabend zunächst nicht über einer der beiden Lösungen abstimmen, sondern in einem ersten Wahlgang nur über ein Ja oder Nein für eine Reform - egal, in welcher Variante.
Nach einer langen Diskussion hatte sich bei den Vereinsvertretern der Glaube festgesetzt, es ginge nur um die große Reform, die kleine sei vom Vorstand nicht gewünscht. Da bei Wirksamwerden der großen Reform wegen des Wegfalls der einen B-Staffel auf einen Schlag 37 Mannschaften absteigen würden, entschied sich die Versammlung mit großer Mehrheit gegen eine Reform - der zweite Wahlgang war hinfällig.
Im Nachhinein hatten mehrere Vereinsvertreter klargemacht, dass sie mit der "kleinen Reform" - mit wie bisher einer zweigleisigen B-Liga und zwei kleinen D-Liga-Staffeln - hätten leben können.
Die Diskrepanzen an der Mosel haben somit ein Jahr Arbeit zunichtegemacht und die Integrität des Vorstands in Gefahr gebracht.