Regelkunde schützt vor Schaden

Regelkunde schützt vor Schaden

Eine unbedachte Einwechslung eines Nachwuchsspielers und prompt verliert man aufopferungsvoll erkämpfte Punkte. Diese bittere Erfahrung musste nun auch die SG Veldenz/Burgen machen. Der TV erklärt, was genau vorgefallen ist.

Veldenz/Burgen. Die Kreisspruchkammer Mosel verhängte vor drei Wochen eine harte, aber regelkonforme Strafe gegen die SG Veldenz/Burgen. Der Spielgemeinschaft von der Mittelmosel wurden durch den unberechtigten Einsatz eines A-Jugendspielers in zwei Meisterschaftsspielen nachträglich sechs Punkte aberkannt, was sich fatal auf ihre Chancen im Titelrennen auswirkt. Doch was war genau geschehen?
Der Ausgangspunkt für das Urteil der Kreisspruchkammer findet sich in § 10 Absatz 2 der Jugendordnung des Fußballverbands Rheinland. Dieser besagt, dass ein Jugendspieler maximal zu einem Pflichtspieleinsatz am Tag auflaufen darf. Verstößt ein Verein gegen diese Regelung, wird nur die erste Partie, in der der Jugendliche mitgewirkt hat, gewertet. Jede weitere Begegnung, in der er aktiv am Spielgeschehen teilnimmt, wird folglich am grünen Tisch zugunsten des Gegners entschieden (siehe Infobox).
Der Trainer der SG Veldenz/Burgen, Karl-Heinz Reisdorf, beging diesen Lapsus zum ersten Mal beim 2:1-Sieg seiner Mannschaft am achten Spieltag gegen die SG Maring, als er in der 80. Minute den A-Jugendlichen Andreas Sauer einwechselte, der bereits am Morgen des selbigen Tages im Juniorenbereich ein Spiel absolviert hatte. Dieser Vorfall wiederholte sich beim 4:0-Sieg über die SG Monzelfeld drei Wochen später. Durch diesen Punktverlust rutschte das Team vom zweiten Platz der Tabelle auf Rang sieben und verabschiedet sich somit vorerst aus dem Meisterschaftsrennen.
Der Vorsitzende der Kreisspruchkammer Mosel, Jakob Schmitz, teilte dem TV mit, dass es sich hierbei um einen Einzelfall handele: "So etwas kommt nicht jede Saison zwangsläufig vor. Freilich gab es ähnliche Vorfälle auch schon in der Vergangenheit, aber das sind wirklich Ausnahmen."
Zuletzt trat der § 10 in der Saison 2010/2011 in Kraft, als in der Kreisliga A dem SV Wittlich ein 4:2-Erfolg über die SG Landscheid nachträglich aberkannt wurde. In diesem Zusammenhang lehnt Jakob Schmitz geflügelte Begriffe wie die des "statuierten Exempels" strikt ab: "Wir wurden vom Verein Monzelfeld auf die Regelverletzung hingewiesen, und bei deren Überprüfung ist uns auch die Partie gegen Maring aufgefallen. In der Bewertung dieses Vorfalls sind uns durch die Jugendordnung die Hände gebunden, und deren Urteil ist alternativlos." Der Punktabzug wurde infolge dessen von der SG Veldenz/Burgen ohne Einspruch akzeptiert.
Die Veröffentlichung solcher Entscheidungen hat gleichwohl einen positiven Effekt. So dienen sie der Belehrung und Sensibilisierung aller Vereine, damit Verstöße dieser Art nicht mehr vorkommen und ein Meisterschaftskampf nur noch auf rein sportlicher Basis entschieden wird. Auch wegen der treuen Fans , die durch solche Punktabzüge automatisch mitbestraft werden, sollten die Clubs versuchen, derartige Regelwidrigkeiten künftig zu vermeiden.Extra

Jugendordnung: Paragraf 10 behandelt die Spielberechtigung und besagt in Absatz zwei: Junioren dürfen an einem Tag nur in einem Spiel eingesetzt werden. Dies gilt auch für den Einsatz im Seniorenspielbetrieb. Bei Verstößen gegen diese Bestimmungen wird das erste Spiel, in dem der Junior teilgenommen hat, wie ausgetragen gewertet. Für alle weiteren Spiele tritt Spielverlust ein. red

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