Riesen-Enttäuschung vor Riesen-Kulisse

Riesen-Enttäuschung vor Riesen-Kulisse

Oberligist FSV Salmrohr hat am Samstag sein Spiel gegen den Tabellenführer SVN Zweibrücken im Salmtalstadion verloren. An der Salm gibt deswegen aber niemand auf. Mehring unterlag zeitgleich im Auswärtsspiel beim Tabellendritten in Hauenstein äußerst knapp mit 2:3.

FSV Salmrohr - SVN Zweibrücken 0:2 (0:0) Er war "saumäßig enttäuscht". Patrick Klyk, Trainer des FSV Salmrohr, rang bei der Pressekonferenz nach dem verlorenen Spitzenspiel um den Aufstiegsplatz in die Regionalliga noch um Worte. Gerade hatte der SVN Zweibrücken die Salmrohrer bei ihrer wohl schlechtesten Saisonleistung mit 2:0 besiegt - in Salmrohrs eigenem Stadion, vor einer eigentlich grandiosen Zuschauerkulisse. Die Haupttribüne im Salmtalstadion war zu etwa 90 Prozent belegt, zusätzlich zählten die Salmrohrer noch mal fast 500 Zuschauer auf den Stehplätzen - etwa 1600 waren es insgesamt. Mehr als zum diesem Zeitpunkt im Trierer Moselstadion den 5:0-Sieg der Eintracht in der Regionalliga sahen (Bericht siehe Seite 19). Nicht aggressiv gespielt

"Der Grund für die Niederlage ist, dass wir heute nichts von unserem aggressiven Fußballspiel gezeigt haben. Das hat sich in den vergangenen Wochen schon angedeutet. Und wenn du es 14-mal im Training ansprichst, sich dann nichts ändert, dann geht es beim 15. Mal eben schief", sagt Trainer Klyk nach der zu schwachen Leistung seiner Salmrohrer. Zweifelsohne war es die schwierigste Partie der Salmrohrer bisher. Zweibrücken ließ ab der vierten Minute das offensive Spiel der Salmroher nicht mehr zu und brachte die Gastgeber im Mittelfeld so in Bedrängnis, dass sich viele Fehler einschlichen. "Wir hatten einfach zu viele spielerische Ausfälle", umschreibt es Klyk. Dabei wäre gleich in der vierten Minute das 1:0 fällig gewesen. Robin Mertinitz gab den Ball an Daniel Schraps, der legte das Leder in die Mitte und Tobias Baier rutschte in den Ball, vergab aber. Bis zur Minute vor der Halbzeitpause blieb dies die einzige Torchance überhaupt. Beide Teams lieferten sich in Durchgang eins ein nicht wirklich schönes Mittelfeldgeplänkel, gespickt von Nicklichkeiten, die der Schiedsrichter nicht unter Kontrolle bekam. Salmrohr ließ sich zudem zu vielen kleinen Fouls provozieren, die Zweibrücker ließen sich stets spektakulär fallen (FSV-Präsident Helmut Meeth: "Ich stelle fest, dass es in Zweibrücken eine hervorragende Schauspielschule gibt"). Heraus kamen einige gelbe Karten für die Gastgeber und kaum eine Ahndung der Zweibrücker. Selbst eine klare Tätlichkeit im weiteren Spielverlauf pfiff der Schiri zwar ab, gab aber statt der zwingend nötigen Roten Karte nur Gelb gegen einen SVN-Spieler.Zum Pausenpfiff hielt Zweibrückens Keeper Thorsten Hodel sein Team im Spiel: Einen Freistoß von Gustav Schulz platzierte Johannes Kühne nahezu perfekt, aber der SVN-Keeper reagierte spektakulär und klärte zur Ecke. Und dann kam Halbzeit zwei: Eine Minute nach Wiederanpfiff der entscheidende Ballverlust bei den Salmrohrern. Irvin Parra schob aus spitzem Winkel zur 1:0-Gäste-Führung ein. "Mir war klar: Die Mannschaft, die in diesem Spiel den ersten Fehler macht, verliert das Spiel vielleicht. Und so kam es", sagte Zweibrückens Trainer Peter Rubeck im Nachhinein. Das sah auch Patrick Klyk so. Erst jetzt bekam das Spiel Dynamik, die der FSV aber nie zu seinen Gunsten nutzen konnte.Fairplay: Fehlanzeige

Zweibrückens Athanasios Noustos zeigte sich noch in Luiz-Adriano-Manier, abseits von jedem Fairplay: Ein Zweibrücker Spieler lag auf dem Boden, Salmrohr schoss den Ball ins Aus. Der Einwurf für SVN landete bei Noustos, der schlug den Ball mit aller Kraft Richtung Salmrohrs Tor, wo Keeper Grup auf der Strafraumlinie stand, wo er nie an den Ball gelangen konnte. Das Runde flog und flog - und ging nur um Zentimeter neben das Tor.Ein paar Chancen gab es in der Folge noch für beide Teams. Und in der 88. Minute erlöste dann Zweibrückens Joker Mark Gamber den SVN mit dem zweiten Treffer. "Es geht mir auf den S…, dass wir verloren haben", sagte Klyk, und weiter: "Teilweise habe ich auch Schuld daran. Ich habe es nicht geschafft, die Aggressivität in mir so auf die Mannschaft zu übertragen, dass sie sich in den Gegner verbeißt. Aber Zweibrücken ist noch nicht durch. Sie haben einen Fingerzeig gemacht. Vielleicht verlieren sie aber schon nächste Woche ein Spiel. Und dann sind wir wieder da. Abgerechnet wird am Schluss." FSV Salmrohr: Grub - Fischer (64. Makiadi), Hohns, Kühne, Petersch (80. Mehrfeld) - Mees, Schulz, Schraps - Baier, Mertinitz - Adrian Tore: 0:1 (46.) Irvin Parra, 0:2 (88.) Mark Gambler Schiedsrichter: Patrick Alt (Heusweiler) Zuschauer: 1600 SC Hauenstein - SV Mehring 3:2 (1:1)Ein Last-Minute-Treffer hat den SV Mehring am Samstag um einen Punkt beim Top-Drei-Team in Hauenstein gebracht. Beim SC 1919 Hauenstein musste sich Mehring mit 2:3 geschlagen geben. Das siegbringende Tor für die Gastgeber fiel in der allerletzten Minute. Einen lang nach vorne geschlagenen Ball nahm Patrick Brechtel auf und traf für den Tabellendritten aus dem Wasgau. Der weiter akut abstiegsbedrohte Drittletzte von der Mosel lieferte am Samstagnachmittag aber ein starkes Spiel ab und hätte nach Ansicht seines verletzt zuschauenden Spielertrainers Dino Toppmöller einen Punkt auf jeden Fall verdient gehabt: "Ohne Zweifel hat Hauenstein am Ende ganz schön Gas gegeben. Philipp Basquit musste einige Male glänzend parieren. Unterm Strich war es aber eine Partie auf Augenhöhe. Auch daran sieht man die positive Entwicklung der Mannschaft. Im Hinspiel war sie beim 0:3 noch chancenlos gegen Hauenstein." Für die verletzungebedingt dezimierten Mehringer traf Sven Kohlei zur 1:0-Führung (22.) und glich später, drei Minuten nach der Hauensteiner 2:1-Führung, noch zum 2:2 aus (56.). Für Toppmöller war die knappe Niederlage "extrem bitter". Er sehe aber weiter alle Chancen auf den Klassenverbleib. SV Mehring: Basquit - Diederich, Kohl, Ageman, Eifel - Ting - Weinberg, Kön (84. Dietz), Kohlei (79. Bradasch), Monzel (55. Lorenz) - Boussi. Tore: 0:1 (22.) Sven Kohlei, 1:1 (37.) Daniel Schattner, 2:1 (53.) Eric Veth, 2:2 (56.) Kohlei, 3:2 (90.) Patrick Brechtel Schiedsrichter: Manuel Reichardt (Bexbach) Zuschauer: 150