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Salmrohr/Willwerath: (K) ein verlorenes Jahr für Thomas Holper

Fußball : (K) ein verlorenes Jahr

Erst musste er sich ans höhere Niveau gewöhnen, dann kamen Corona-Pausen hinzu. Außerdem plagten ihn Verletzungssorgen: Thomas Holper hatte nach seinem Wechsel vor einem Jahr zum FSV Salmrohr mit einigen Hürden zu kämpfen. Nun zieht der Fußballer aus der Westeifel einen Schlussstrich. Ob der 29-Jährige überhaupt noch mal kicken kann, ist derzeit ungewiss. Trotz aller Probleme blickt er auf viel Positives zurück.

Auf den großgewachsenen, durchsetzungsfreudigen und treffsicheren Angreifer war Salmrohrs Sportlicher Leiter Karl-Heinz Kieren aufmerksam geworden. Vor etwas mehr als einem Jahr überzeugte der FSV-Verantwortliche Thomas Holper, es mal zwei Etagen weiter oben zu versuchen.

Gleich kurz nach seinem Wechsel vom Eifeler A-Kreisligisten SG Großkampen in die Rheinlandliga ließ dieser aufhorchen. Genauer gesagt: seine Fans. Holpers Ex-Verein hatte zum ersten Salmrohrer Spiel nach der Winterpause eigens einen Fanbus eingesetzt. „Wir woll’n den Holper seh’n!“ So schallte es Ende Februar 2020 vom Salmrohrer Kunstrasenplatz, als der FSV den SV Morbach im Rheinlandligaderby mit 3:1 bezwang.

Sein Debüt in der höchsten Verbandsspielklasse durfte der aus dem SV Winterspelt hervorgegangene und nach seiner Jugendzeit über viele Jahre hinweg für die SG Großkampen aktive Offensivspezialist dann eine Woche später geben. 25 Minuten stand er auf dem Platz und half mit, das Duell bei der SG Malberg mit 3:0 zu gewinnen. „Nach der Wintervorbereitung und den ersten Spielen hatte ich den Eindruck, dran zu sein“, erinnert sich Holper an den anfangs beschwerlichen Niveau-Sprung. Doch dann wurde die Saison zunächst unter- und dann abgebrochen. Monatelang fand kein Mannschaftstraining statt. Mitte Juni  war der FSV aufgrund einer Härtefallregelung plötzlich in die Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar aufgestiegen. So groß die Freude darüber auch beim Westeifeler war, musste er schnell feststellen: „Das war von den Anforderungen noch mal eine ganz andere Geschichte für mich.“

Immer wieder lobte Trainer Lars Schäfer den großen Einsatz Holpers, wechselte ihn Ende September in zwei Partien für jeweils einige Minuten ein und brachte ihn dann beim 4:2 im Rheinlandpokal bei Bezirksligist SG Wittlich sogar von Anfang an. Wenig später ging aber nichts mehr beim stämmigen Stürmer, der in Willwerath unweit von Prüm lebt und als Industriemechaniker bei Arla Foods im nahen Pronsfeld arbeitet.

Eine Schambeinentzündung plagt ihn seit Wochen. Hinzu kommt eine Arthrose an der linken Hüfte. „Momentan geht nichts. Bis ich wieder fit, werden wohl mindestens sechs Monate vergehen“, erwartet Holper keine schnelle Genesung und viele intensive Behandlungen beim Physiotherapeuten. Ob die Beschwerden noch mal so weit abklingen, dass er wieder auf den Platz kann – der 29-Jährige vermag es derzeit nicht abzuschätzen. „In jedem Fall“, ist er überzeugt, „werde ich nicht mehr die körperliche Belastung wie in Salmrohr vertragen“. Deshalb hat er sein Engagement beim FSV nun auch schweren Herzens beendet. Der Spielerpass liegt wieder bei der SG Großkampen – ein Comeback zumindest in der Kreisliga hat der kämpferische Holper noch nicht ganz abgeschrieben.

Trotz der ganzen Schwierigkeiten, die ihm vor allem Corona und sein Körper in Salmrohr bereiteten, blickt der Angreifer auf eine „tolle Erfahrung“ zurück. Beim FSV herrschten „andere Abläufe“, als bei den allermeisten Vereinen in der Region. Das Salmtalstadion als Spielstätte, ein Vip-Raum als Treffpunkt nach dem Spiel, eine erhöhte Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit: Vieles verläuft beim früheren Zweitligisten noch immer relativ professionell ab. Mit Regionalliga erfahrenen Akteuren wie Michael Dingels und Giancarlo Pinna zusammengespielt zu haben, wertet Holper zudem als besondere Bereicherung.

Beim FSV bedauern sie seinen Weggang. „Menschlich ist er top. Thomas war ein Teamplayer und hat sich sehr gut eingebracht – obwohl auch ihm klar war, dass es für ihn sportlich in der Oberliga schwierig wird“, sagt Trainer Schäfer. In die gleiche Kerbe schlägt Fußballchef Kieren: „Thomas war immer positiv. Er war anerkannt in der Mannschaft, ein feiner Kerl. Wir werden ihn vermissen.“

Ganz weg will Holper auch nicht sein – und verspricht: „Wenn es wieder losgeht mit dem Fußball, werde ich mal ab und an als Zuschauer dabei sein.“ Chancen auf den Ligaverbleib des FSV sieht er allemal: „Sicher wird es schwer, aber es ist möglich. Wir haben in den ersten neun Spielen ein paar Mal Lehrgeld bezahlt. Junge Leute wie etwa Hendrik Thul haben ein wenig Zeit gebraucht, wurden zuletzt aber immer wichtiger für die Mannschaft.“ Wenn die Mannschaft gut aus der langen Pause komme, „klappt das auch mit dem Klassenerhalt“.

Holpers Worte klingen ehrlich und überzeugend. Mit seiner authentischen Art hat er in Salmrohr mächtig Eindruck hinterlassen – obwohl er kaum gespielt hat. Das will schon was heißen.