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Schweich: Schwarze Rolle sorgt für helle Freude

Ehrenamt : Schwarze Rolle sorgt für helle Freude

Viel Lob und ein praktisches Geschenk gibt’s für die Schweicherin Luisa Seeberger als Siegerin des Ehrenamtsförderpreises der Sportjugend.

Einen schöneren Einstand in sein neues Amt als Ressortleiter Jugendpolitik der Sportjugend im Rheinland (siehe Extra) hätte sich Michael Herrmann nicht vorstellen können, als gleich eine besonders aktive junge Frau aus den Reihen des Vereins aus seiner Heimat auszeichnen zu können: Luisa Seeberger vom TuS Mosella Schweich, der aktuellen Gewinnerin des Ehrenamtsförderpreises der Sportjugend (TV berichtete), überreichte der Funktionär am vergangenen Samstag die offizielle Urkunde und noch dazu ein praktisches Geschenk: Nach dem Auspacken strahlte die 20-Jährige über die Blackroll (deutsch: schwarze Rolle), die zur Regeneration und Selbstmassage dient: „So etwas wollte ich mir sowieso mal anschaffen.“ Mosella-Präsident Harald Emmrich war hocherfreut über den von Herrmann ausgehändigten 500-Euro-Scheck für die Jugendarbeit: „Während wir weiter etliche Ausgaben zu bestreiten haben, brechen uns viele Einnahmen in der Corona-Zeit weg, in der unsere Mitglieder leider noch nicht mal ein Mindestmaß an gemeinschaftlichem Sport ausüben können. Dabei müsste doch zumindest Training im Freien möglich sein.“ Erschwerend komme hinzu, dass sein Verein nach derzeitigem Stand an keine öffentlichen Hilfsgelder komme.

Warum sich die Jury aus der Vielzahl der Bewerbungen durch die Vereine ausgerechnet für Luisa Seeberger entschieden hat, machte Herrmann bei der Ehrung deutlich: „Luisa hat sich ganz enorm für den Ausbau der Turnabteilung bei der Mosella eingesetzt, viele Ideen entwickelt, Lehrgänge besucht. Ihr Engagement geht weit über das Normalmaß hinaus. Solch herausragende Leistungen kann man nicht hoch genug einschätzen.“

Zwischenzeitlich schnellte die Mitgliederzahl der Turner dabei sogar über die der Fußballer. „Aktuell verzeichnen wir coronabedingt leider einige Austritte, die aber bei Wiederaufnahme des Sportbetriebs durch unsere lange Warteliste mehr als nur kompensiert werden dürften“, berichtet  Emmrich. Derzeit spricht er von rund 500 Turnern im Verein. Der enorme Zuwachs der Turnabteilung, die vor wenigen Jahren noch 35 Aktive zählte, sei umso bemerkenswerter, weil „die Mosella in der breiten Öffentlichkeit in erster Linie als Fußballverein wahrgenommen wird“, sagte Herrmann, der neben seinem neuen Amt im Vorstand der Sportjugend auch weiterhin Trier-Saarburger Sportkreisjugendwart ist.

Auch Luisa Seeberger hatte ihre ersten Berührungspunkte mit dem Verein über den Fußball, wandelte damit auf den Spuren ihres heute bei den Alten Herren aktiven Vaters Frank und von Bruder Philipp, Stammspieler der Schweicher Bezirksligaelf: „Doch ich habe schnell gemerkt, dass mir das Turnen mehr liegt.“ Bereits als Vierjährige wechselte sie so die Abteilung, turnte mit großer Begeisterung. Als der Verein 2015 neue Trainer suchte, meldete sie sich. Drei Jahre später absolvierte die angehende Grundschullehrerin ihre ersten Trainerkurse. Nach dem Abitur brachte sie sich auch noch im Rahmen eines Freiwilligen Sozialen Jahrs (FSJ) bei der Mosella ein. „Luisa ist weit über ihre Trainertätigkeit hinaus aktiv“, lässt Präsident Emmrich durchblicken.

Selbst von ihrem Studienort Freiburg aus unterstütze sie den Club bei administrativen Tätigkeiten, habe zum Beispiel auch bei einer Schulkooperation, Thementagen und Weihnachtsfeiern die Ärmel hochgekrempelt und zudem einen Ordner entworfen, der Muster-Trainingsstunden enthält, auf den auch die anderen Übungsleiter zurückgreifen können.

Im Kern motiviert sie die grundsätzliche Arbeit mit den Kindern in der Turnhalle: „Das macht einfach großen Spaß.“ Wichtig ist es Seeberger, dem Nachwuchs beim Sporttreiben Freiheiten zu lassen: „Einerseits geht es mir natürlich darum, die Kids turnerisch weiterzubringen. Aber ich achte auch immer darauf, die Kinder noch Kinder sein zu lassen, ihnen kreative Freiräume zu geben und sie nicht in starre Schablonen zu pressen.“

Harald Emmrich und seine Ehefrau Dorothea haben sich in den vergangenen Jahren besonders für den Ausbau der Turnabteilung eingesetzt und den Werdegang von Luisa Seeberger so besonders intensiv verfolgt. „Wir sind unheimlich stolz auf ihre Leistungen und hoffen, dass sie uns noch lange erhalten bleibt“, unterstreicht der Präsident des in elf Abteilungen gegliederten, rund 1750 Mitglieder starken Traditionsvereins, dessen Anfänge auf das Jahr 1901 zurückgehen.