Sieg durch Systemumstellung

Trotz mäßigem Start in die neue Spielzeit hält Trainer Helmut Freischmidt einen Platz im oberen Liga-Drittel noch für möglich. Mit gestärktem Selbstvertrauen geht es am kommenden Sonntag zur SG Rodt auf die Fidei.

Schweich-Issel/Kenn. Ein hartes Stück Arbeit erwartet die SG Issel/Kenn am kommenden Sonntag im Auswärtsspiel gegen die SG Rodt. Die Elf aus der Fidei hat bis dato als einzige Mannschaft der Liga noch eine weiße Weste. Aber dass die Moselkicker für Überraschungen gut sind, haben sie im Spiel gegen die SG Hochwald eindrucksvoll bewiesen. Überragender Spieler beim 8:0-Erfolg über die SG Gusenburg war Dominik Klotten, der zwar selbst nur einen Ball im gegnerischen Netz versenkt hat, aber an sechs weiteren Treffern unmittelbar beteiligt war. Er hat, wie auch Marc Ossen, Martin Pelkner und Jonas Koch, als ehemaliger Stützpunktspieler im Stützpunkttraining von seinem jetzigen Trainer den Feinschliff in Sachen Fußball erhalten. "Für die Mannschaft sind sie eine echte Verstärkung", so Freischmidt.
Zu Führungsspielern geformt


Die Ernte nun einzufahren, freut den Wahl-Köwericher ganz besonders. Viele junge Spieler hat er im Stützpunkttraining in den Jahren von 2002 bis 2009, anfangs in Mehring mit Harry Kohr und später in Konz mit Peter Schuh, unter seinen Fittichen gehabt, und viele haben sich mittlerweile zu Führungsspielern in ihren jetzigen Vereinen entwickelt. Über den Stützpunkt hat sich auch der Kontakt zur SG Issel/Kenn ergeben, die Helmut Freischmidt nun im vierten Jahr trainiert. In der C-Liga hat der Realschullehrer für Sport und Religion damals die Mannschaft übernommen und das stellte ihn schon vor eine besondere Herausforderung, wie er heute zu berichten weiß. Es galt neue Strukturen aufzubauen und ein Team aus dem vorhandenen Spielerpotenzial zu formen. "Das war zwar eine harte, aber zugleich auch schöne Zeit. Die Jungs waren motiviert und äußerst lernwillig", erinnert sich Freischmidt, dessen zwei Seniorenmannschaften dann auch im Jahr 2009 mit dem Aufstieg in die nächsthöhere Liga belohnt wurden. Auf dem Platz sind seine Spieler flexibel einsetzbar und auch für unterschiedliche Spielsysteme geschult. Vielleicht sollte man das System noch mehr auf den jeweiligen Gegner ausrichten", meint Freischmidt, der dies beim jüngsten Erfolg gegen die Hochwälder so praktiziert hat. "Es war für mich schon überraschend, aber zugleich auch eine Erfahrung."
Alles Weitere wird sich in den nächsten Trainingszeiten zeigen. Eines ist für den erfahrenen Fußballlehrer aber sicher: "Die Jungs gehen jetzt wieder mit mehr Selbstvertrauen an die bevorstehenden Aufgaben heran."
Selbst hat Freischmidt seine größten sportlichen Erfolge beim VfL Trier und beim SV Leiwen gefeiert. Dort war er viele Jahre erfolgreich auf der linken Außenbahn unterwegs. "Die sechs Jahre Verbandsligafußball beim SV Leiwen waren meine schönste Zeit", erinnert sich Freischmidt immer wieder gerne an den Moselverein zurück. Als Trainer an der Mosel fühlt er sich nun richtig wohl und hat auch seit kurzem seinen Lebensmittelpunkt dorthin verlegt. Haus, Hof und Hund nennt er sein Hobby und mit Lebensgefährtin Vanessa teilt er viele Freizeitaktivitäten.