1. Sport
  2. Fußball
  3. Regional

Temmels/Wasserbillig: Die erste Liga ist jetzt sein Ziel

Fußball : Die erste Liga ist jetzt sein Ziel

Fußballtrainer Marcus Weiss kündigt seinen Abschied vom Luxemburger Zweitligisten Mertert-Wasserbillig an. Der frühere Trainer in der Trier-Saarburger Kreisliga blickt auf erfolgreiche Zeiten beim Grenzclub zurück. 

Ob und wie es im Fußball weitergeht, steht angesichts der andauernden Corona-Krise auch in Luxemburg in den Sternen. Trainer Marcus Weiss strebt aber in jedem Fall eine neue Herausforderung an.

Nach drei Saisons will der aus Konz stammende und inzwischen in Temmels an der Obermosel lebende Coach Union Mertert-Wasserbillig verlassen. Nach zwei Spielzeiten dort als Trainer beim Luxemburger Zweitligisten und der aktuellen Runde als Sportlicher Leiter möchte er zu einem Verein in der BGL-Ligue und damit in die fußballerische Beletage des Großherzogtums wechseln. „Ich bin ganz zuversichtlich, bald in der ersten Liga als Trainer zu arbeiten“, sagt der 33-Jährige im Gespräch mit dem TV. Um welchen Club es sich dabei konkret handelt, möchte er nicht sagen, zumal auch noch nichts wasserdicht scheint („Erste Gespräche laufen.“).

Gerne würde Weiss gemeinsam mit Trainer Carlo Trierweiler (zuvor Assistent unter ihm) Mertert-Wasserbillig noch zum Klassenverbleib in der Ehrenpromotion führen, befürchtet aber, dass die momentan noch bis Ende des Monats unterbrochene Saison wegen der unklaren Situation während der Corona-Pandemie abgebrochen wird.

Der Fusionsclub von Sauer und Mosel ist nach den Plätzen sechs und sieben in den beiden vergangenen Saisons und dem Erreichen des Pokalhalbfinales im vergangenen Jahr ins Hintertreffen geraten. Laut Weiss, der im Sommer aus beruflichen Gründen das Traineramt abgegeben hatte, hat dies vor allem zwei Gründe: „Wir haben nicht mehr wie in den Jahren zuvor solch starke Japaner zur Verfügung. Außerdem haben wir gerade im Angriff mit vielen Verletzungssorgen zu kämpfen.“ Carlo Buchheit, vor vier Jahren vom Trier-Saarburger A-Ligisten SG Nittel gewechselter Stürmer, habe so wegen Meniskus-, Schambein- und Adduktorenproblemen in dieser Runde noch überhaupt keinen Einsatz verzeichnen können. „Wenn wir gut waren, hat es oft nur zum Unentschieden gereicht und bei schwächeren Leistungen gab es gleich Niederlagen“, vermisst Weiss auch die Effektivität. Große Hoffnungen setz(t)en sie in an der deutsch-luxemburgischen Grenze auf Winter-Neuzugang Gustav Schulz. Gleich in seinem ersten Einsatz traf der mittlerweile 34-Jährige im Duell gegen die Yellow Boys aus  Weiler zum Turm (Endstand: 1:1).

 „Gustav ist immer noch überragend, muss sich aber wohlfühlen. Er ist vielleicht nicht mehr so schnell wie früher, macht aber viel mit Auge und hat ein tolles Spielverständnis“, schwärmt Weiss von Schulz, der nach zahlreichen Stationen (unter anderem Eintracht Trier, FSV Salmrohr, F91 Düdelingen, 1. FC Köln II und VfB Stuttgart II) im Winter vom abstiegsbedrohten Bezirksligisten SV Leiwen-Köwerich gekommen war.

Egal, was kommt und wie die Saison ausgeht: Weiss blickt auf eine schöne Zeit in Mertert und Wasserbillig zurück. In dem Zusammenhang erinnert er sich an ein Spiel unter seinem Vorgänger Thomas Berens (inzwischen Trainer des Bezirksligisten SV Konz): „Damals wurde ein Heimspiel gegen Bissen nach grandiosem Kampf mit 1:0 gewonnen. Danach wusste ich: Das ist die Truppe, die ich in den nächsten Jahren trainieren will und die ich als Trainer weiterbringen möchte.“

Stolz sei er vor allem auf die fußballerische Entwicklung: „Mehr als die halbe Mannschaft ist noch dieselbe wie vor meiner Zeit. Die Identifikation und Leidenschaft der Mannschaft ist und bleibt herausragend für die Liga und das Land.“

Weiss blickt mit seinen 33 Jahren bereits auf fast zwei Jahrzehnte als Trainer zurück: Los ging es einst in der F-Jugend des SV Konz, Erfahrungen im Seniorenbereich sammelte er dann ab 2009 als Spielertrainer beim damals in der Trier-Saarburger B-Liga angesiedelten SV Oberemmel. Damals war Weiss einer der jüngsten Übungsleiter im gesamten Fußballverband Rheinland. Spielerisch habe er sich selbst nur auf durchschnittlichem Niveau bewegt, räumt der Taktikfreak ein.

Der Bestnote beim A-Lizenz-Lehrgang (unter anderem mit dem heutigen Bremer Bundesligatrainer Florian Kohfeldt) zum Trotz zog es der heutige Diplom-Psychologe und Fitness-Ökonom nach seiner Trainerprüfung im Jahre 2011 zunächst vor, in den USA zu studieren.

Nach seiner Rückkehr aus den Vereinigten Staaten heuerte Weiss später in Luxemburg beim CS Grevenmacher an, wo er mit der B- und der A-Jugend den nationalen Pokal gewann. Auch die erste Mannschaft coachte er einige Monate lang in Liga eins und zwei, ehe er Mitte 2017 dann in Mertert und Wasserbillig anheuerte.