Total vernarrt in Fußball

Seit dem Sommer ist Mario Mayer Ehrenamtsbeauftragter der Fußballer in der Eifel. Seit 19 Jahren pfeift er außerdem als Schiedsrichter auf dem Platz. Der 35-Jährige ist ein Ehrenamtler durch und durch - auch abseits vom Fußball, im Karneval.

Daun. Kreisehrenamtsbeauftragter ist er seit dem 1. Juli dieses Jahres - Schiedsrichter seit fast 19 Jahren. Mario Mayer kennt die Sportplätze der Region und auch besonders verdienstvolle Funktionäre in den Vereinen. "Meine Aufgabe ist es unter anderem, die Vorschläge für die Vergabe des Ehrenamtspreises entgegenzunehmen, sie zu sondieren und dem Kreisvorstand vorzulegen. Der Vorstand leitet sie letztlich zum Verband weiter", sagt Mayer. Jedes Jahr wird vom DFB ein anderes Thema zum Ehrenamtspreis vorgegeben. Für 2013 lautet es "Junges Ehrenamt". Mayer betont, dass Anträge von den Vereinen das ganze Jahr über gestellt werden können und dass maximal eine Person pro Verein vorgeschlagen werden kann.
"Mir macht dieses Amt als Nachfolger von Walter Neuerburg sehr viel Spaß, weil ich hier unheimlich viele Leute aus allen Sparten kennenlernen kann".
Auch als Schiedsrichter ist Mario Mayer ein Urgestein. Seit April 1994, als er die Prüfung ablegte, ist der gebürtige Pelmer als Unparteiischer in der A-und B-Klasse unterwegs. "Für mich ist in der A-Klasse Feierabend. Doch, wenn ich aushelfen kann, pfeife ich als Assistent mit Thorsten Schlösser oder Jean-Marie Lantau auch in der Rheinlandliga. Ich kann jedem Interessierten nur raten, Schiedsrichter zu werden. Man lernt so viele Menschen kennen. Das Pfeifen ist eine sehr interessante Tätigkeit", sagt Mayer, der so einiges schon erlebt hat.
"Vor zwei Wochen musste ich das B-Liga-Spiel Ellscheid II gegen Feusdorf mit 20-minütiger Verspätung anpfeifen, weil die Hauptsicherung der Flutlichtanlage ausfiel. Doch alle Beteiligten haben sich professionell verhalten, keiner moserte. Darüber hin aus war die Partie auch sehr fair", erinnert sich Mayer. 1998 im Pokalspiel Wiesbaum gegen Nohn zeigte der Steinborner einem Nohner Spieler mal Rot, weil der ihn umgeschubst hatte - am Ende wurde Mayer beim SV Nohn Schiri. "Der Spieler hat zehn Wochen Sperre bekommen, doch Nohn hatte in mir einen Schiedsrichter mehr, weil diese händeringend danach suchten, um das Schiri-Soll nicht zu gefährden."
Des Öfteren wünscht sich Mayer, der seit diesem Jahr für den FC Ormont (SG Schneifel) pfeift, aber auch ein bisschen Ruhe. "Als Groß- und Außenhandelskaufmann bin ich beruflich viel unterwegs. Das ist oftmals zeitlich schwierig, weil es keine Seltenheit ist, wenn man am Wochenende zwei oder gar drei Spiele pfeifen muss. Deshalb noch einmal der Appell an junge Interessierte, bewerbt euch als Schiedsrichter, macht die Prüfung und habt Spaß und tragt Verantwortung".
Von 1982 bis 2005 war Mayer zudem als aktiver Fußballer in Gerolstein und Neunkirchen am Ball, spielt jetzt noch AH in Pelm bei seinem Heimatverein.
Privat ist der noch ledige bei der Firma Technisat in Daun tätige Mayer noch als Sitzungspräsident im Karneval in Neunkirchen eingebunden - war auch schon Karnevalsprinz -, übt sich des Öfteren als Hobbykoch und geht gern in die Sauna. L.S.