Training mit Ex-Profi

1997 gewann Ingo Anderbrügge in Mailand mit Schalke 04 den Uefa-Pokal. Am vergangenen Wochenende trainierte der Ex-Fußballprofi in Manderscheid 46 Kinder und Jugendliche.

Manderscheid. "Hier kommt Speedy", ruft Ingo Anderbrügge, und schon kurvt ein flinkes kleines Kerlchen um ein Hütchen, visiert den Ball an, den der ehemalige Bundesliga-Profi ihm zuwirft, springt, köpft - und das Leder ist drin im Mini-Tor. "Speedy" liegt grinsend auf dem grünen Rasen des Fußballplatzes von Manderscheid, und Anderbrügge lacht. Man merkt: Dem 46-Jährigen macht es Spaß, mit Kindern zu arbeiten.

46 junge Fußballspieler, die jüngsten acht, die ältesten 14 Jahre, trainierten drei Tage mit Anderbrügge und einem dreiköpfigen Trainerteam von dessen Fußballschule in der Eifel. Fußballcamp bei Ingo Anderbrügge, das bedeutet Fußball von morgens bis abends. Selbst einen Ausflug zu den Burgen gab es in Manderscheid nicht. Das können die Eltern mit ihren Kindern machen, begründet Anderbrügge seine Fokussierung auf den Sport. Er hoffe, dass die Kinder und Jugendlichen, die aus ganz Deutschland in die Eifel gekommen sind, während der drei Tage neue Freunde kennenlernen. Das sei etwas, das er während seiner aktiven Zeit schätzen gelernt habe.

Über allem, was an den drei Tagen geschieht, steht Anderbrügges Motto: "Lass' dir nie den Spaß am Fußball nehmen."

"Er geht ganz toll auf die Kinder ein", lobt ein mitgereister Großvater. "Ihr müsst keine Angst vorm Kopfball haben", erklärt Anderbrügge den Jüngsten die Technik beim Kopfball. Worauf man achten solle, fragt er in die Runde. "Nicht oben mit dem Kopf, sondern mit der Stirn köpfen", ruft Philipp Böhnlein wie aus der Pistole geschossen. Und immer die Augen aufhalten und auf den Ball schauen, ergänzt Anderbrügge. Nach der kurzen Theorie folgt die Praxis. Die Krönung: Flugkopfbälle à la "Speedy".

"Ich habe schon viel gelernt, viele Tricks wie Übersteiger", erzählt der zwölfjährige Michael Kujawa aus Olpe. Und klar, die jungen Kicker wissen, wer ihnen das alles beibringt: "Er war Profi in Köln - äh nein, bei Schalke", erzählt Thomas Wegener, der mit mehreren Vereinskameraden des TuS Mosella Schweich am Trainingscamp teilnimmt.