Trier: Die wertvollsten Trikots liegen im Schließfach

Kostenpflichtiger Inhalt: Fußball : Hunsrücker sammelt 250 Lautern-Trikots: Die wertvollsten liegen im Schließfach

Fußball: Patrick Rosar zählt zu den ganz treuen Fans des 1. FC Kaiserslautern und sammelt Spielerkleidung, an die er auf kuriosen Wegen kommt.

Aus seiner Fan-Liebe zum 1. FC Kaiserslautern hat Patrick Rosar eine große Sammelleidenschaft entwickelt. Der 42-jährige Trierer hat inzwischen rund 250 Spielertrikots seines Herzensvereins aus der Pfalz zusammengetragen. Darunter sind auch zahlreiche original getragene, sogenannte Matchworn-Trikots.

Sie sind weinrot, weiß, mal gelb oder auch blau und lila: Kunterbunt ist die Sammlung von Rosar. Pro Saison brauchen die Mannschaften Dienstkleidung in mehreren Farben – für Heim- und Auswärtsspiele und als Ausweichtrikot.

Der aus dem Hochwalddorf Malborn stammende FCK-Fan hat es besonders auf original getragene Jerseys ab Mitte der siebziger Jahre bis 1990/91 abgesehen: „Davor gab es ja noch keine Brustwerbung und zu Beginn der Neunziger setzte dann der Kommerz ein und Trikots kamen massenweise auf den Markt.“

Sein erstes Spielertrikot erhielt er gleich von Martin Wagner, der bis heute sein Lieblingsspieler ist („Meine letzte Identifikationsfigur beim FCK“): 1998, bei einem Auswärtsspiel gegen Hertha BSC Berlin schnappte Rosar im richtigen Moment zu, als der Mittelfeldspieler seinen Dress nach der Partie in die Fankurve warf. Auch in den Monaten danach hatte Rosar Glück, fing die Trikots von Michael Schjönberg, Hany Ramzy und Georg Koch. Ein Anfang war gemacht. Die Begeisterung, systematisch zu sammeln, war entfacht. Mal sprach er aktuelle oder frühere Akteure am Rande von Trainings oder Spielen an, kontaktierte Zeugwarte oder Verantwortliche. Auch im Fritz-Walter-Stadion oder auswärts wurde er in Fan-Kreisen mitunter fündig: „Einmal habe ich einen Zuschauer angesprochen und ihm spontan 300 Euro für sein Trikot geboten. Daraufhin hat er es direkt ausgezogen und ist im Unterhemd nach Hause gegangen.“ Von Hans-Peter Briegel, dem Lauterer Idol der 70er und Anfang der 80er Jahre, ließ er sich bestätigen, dass ein bestimmtes Trikot auch tatsächlich von ihm getragen worden sei – und stellte es später dem FCK-Museum zur Verfügung.

Mit den Jahren wurde durch Online-Plattformen vieles einfacher. Einmal kam er so über einen englischen Händler an ein Trikot, dass dieser von einem früheren Ajax-Amsterdam-Spieler gekauft hatte. Der Holländer wiederum hatte es nach einem Uefa-Cup-Match Ende 1992 mit dem damaligen Lauterer Angreifer Thomas Vogel getauscht.

Vor wenigen Wochen landete Rosar dann den großen Coup: Über einen  Mittelsmann erhielt er die Info, dass Markus Schupp – von 1984 bis ’91 bei den Roten Teufeln aktiv – Trikots von einst abgeben will. Gleich 14 Exemplare sicherte er sich. „Das war der Jackpot“, ist der Trierer immer noch mächtig stolz auf den großen Fang. Mehrere Hundert Euro werden in Sammlerkreisen schnell für ein Matchworn-Trikot hingeblättert. Mit den Jahren haben sich so auch im Hause Rosar Werte angehäuft: „Nur wenige Trikots habe ich daheim. Einige liegen sogar im Bankschließfach.“

Ein Jersey als Original zu identifizieren, sei die große Kunst. „Im Internet sind viele Fakes im Umlauf.“ Vergleiche mit Bildern von früher helfen bei der Recherche. Besonders achtet er zum Beispiel darauf, wie das Trikot beflockt wurde und ob es Gebrauchsspuren aufweist.

Nicht nur zum Anschauen oder Ausstellen sammelt Rosar. Zu den Spielen des Drittligisten vom Betzenberg zieht er auch immer wieder mal ein anderes Trikot an. Die Oberteile stammen allesamt aus (wesentlich) erfolgreicheren Zeiten als der aktuellen. 

Wehmütig blickt auch Rosar, der am 2. Dezember 1989 beim 3:1- Bundesligasieg über den FC Homburg das erste Mal auf dem „Betze“ war, auf die von den Deutschen Meisterschaften 1991 und ’98 gekrönten, glorreichen Jahre zurück.

„Die Lust, zu den Heimspielen zu fahren, war schon mal größer als momentan“, gibt der treue Anhänger (Dauerkarte seit 25 Jahren in der Westkurve) zu. Gerade sind die Lauterer beim 2:5 gegen Fortuna Düsseldorf auch noch aus dem DFB-Pokal geflogen und scheinen zu Beginn der Rückrunde im Tabellenmittelfeld der Dritten Liga festzustecken.

Doch auch beim heutigen Heimspiel gegen Preußen Münster (siehe dazu auch Extra) ist Patrick Rosar vor Ort, um seine Mannschaft anzufeuern – und auch, um vielleicht seine Trikotsammlung noch einmal  erweitern zu können. 

Seit  1989 ist der Trierer bei vielen FCK-Spielen vor Ort. Foto: Patrick Rosar

Einen Einblick in die Sammlung gibt es online:  www.facebook.com/FCKTrikots