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Trier: Die zwei Leidenschaften des Arthur Maier

Futsal : Die zwei Leidenschaften des Arthur Maier

Bei den Futsalern des Post-Sportvereins Trier ist der 27-jährige Student Spielertrainer. Wenn es Terminengpässe gibt, übt er auch schon mal eine andere Sportart parallel aus. Mit Erfolg.

Für ihre zweite Saison in der Futsal-Regionalliga hatten sich Arthur Maier und seine Teamkollegen vom Postsportverein Trier (PST) eine ganze Menge vorgenommen. Zumindest in diesem Monat geht wegen des Trainings- und Spielverbots in der Corona-Phase aber (fast) nichts. Dabei könnte Maier zur Not sogar zwei Sportarten gleichzeitig betreiben. 

Mit seinen 27 Jahren blickt Maier auf jeweils rund eineinhalb Jahrzehnte Erfahrung im Fußball und im Schach zurück. „Beides macht Riesenspaß, wobei ich momentan ehrlich gesagt lieber kicke“, verrät der Student der Sozialwissenschaften. Kein Wunder, schließlich fungiert er beim PST als Spielertrainer. „Beides ergänzt sich ganz gut. Schach ist was für den Kopf und Futsal was für den ganzen Körper“, sagt Maier.

Mit Kumpels wie Dominik und Marcel Frank, Tarek Conrad (der auch ein Faible für den Schachsport hat), Hassan Mohssen und Kai Oberbillig spielt er schon lange zusammen. „Anfangs haben wir auf dem Bolzplatz oder auf der Straße gekickt und nahmen dann als Freizeitmannschaft an Turnieren teil – sogar bundesweit“, berichtet Maier. Als FC Nankatsu – so nannten sie sich in Anlehnung an die japanische Zeichentrickserie über den jungen ambitionierten japanischen Fußballer Tsubasa Ohzora – holten sie im Sommer 2018 sogar den Beachsoccercup des Fußballverbandes Rheinland (FVR) und kämpften um die südwestdeutsche Meisterschaft.

Alois Reichert, der in Trier-Ehrang lebende damalige Vizepräsident des FVR, regte eine Teilnahme an der neugegründeten Futsal-Regionalliga an. „Das haben wir direkt als Herausforderung eingestuft, obwohl wir vor gut einem Jahr noch wenig Erfahrung im Futsal hatten“, berichtet Maier. Doch die Möglichkeit, in der Halle technischer spielen zu können, reizte ihn und seine Teamkollegen. „Futsal ist auch fairer, weil es nach fünf Fouls einen Strafstoß gibt, einfach schneller, und man kann immer auswechseln“, nennt Maier weitere Vorzüge gegenüber dem Fußball im Freien. Wichtige Unterstützung leistet unverändert Reza Rostaei, der Hallenwart, Zeitnehmer, Betreuer und gute Seele im Umfeld der Mannschaft ist.

Maier und Co. war es klar, dass sie zunächst jede Menge Lehrgeld bezahlen würden. Die Saison 2019/2020 schlossen die PST-Futsaler nach je zwei Siegen und Remis sowie sechs zum Teil deutlichen Niederlagen als Vierter von sechs Mannschaften ab. Trotz des 1:10 gegen die TSG 1846 Mainz-Bretzenheim bleibt ihm der 21. Dezember des vergangenen Jahres in guter Erinnerung. In der PST-Halle wirkte er im Futsal-Team mit, und wenige Meter weiter in einem Nachbarsaal nahm er an den Trierer Schachmeisterschaften teil: „Ich hatte ja 90 Minuten Zeit, meine Züge zu absolvieren. Da war immer wieder Luft dazwischen. Das hat gut geklappt. In der speziellen Partie habe ich ein Remis erzielt und am Ende des Turniers war ich Meister.“

Von den beiden Niederlagen zum Auftakt der neuen Futsal-Saison (2:11 gegen Bretzenheim und 0:16 gegen den TV Nierstein) lassen sich weder er noch seine Kumpels entmutigen: „Wir lernen in jedem Spiel dazu. Dass wir manchmal den Arsch voll kriegen, müssen wir einkalkulieren.“

Wertvolle Hilfe erfährt Spielertrainer Maier seit dieser Runde von Roger Augusto. Der Portugiese lebt in Luxemburg, wo Futsal einen hohen Stellenwert genießt. „Roger wollte in Deutschland ein zusätzliches Projekt starten. Wir können uns zwar aktuell nur auf Englisch verständigen, doch das passt. Er hat unheimlich viel Ahnung vom Futsal“, schwärmt Maier, der mit dem PST auch in dieser Saison der einzige Vertreter aus dem westlichen FVR-Gebiet ist – die meisten anderen Teams kommen vom Rhein.

Maier gibt sich auch in der Futsal-losen Zeit kämpferisch: „Jeder von uns hält sich individuell mit Laufen oder Radfahren fit.“ Er hofft, dass es noch im Dezember weitergeht – und wenn es Terminengpässe gibt, will er auch wieder zwischen Schachbrett und Futsal hin- und herpendeln.