Tennis Ex-Fußballer der Eintracht startet im Tennis durch

Trier · Weit gebracht hat es Philipp Herz in seiner Karriere nach der Karriere: Der aus Tawern stammende Wahl-Trierer war einst als Fußballprofi unterwegs und mischt nun auf internationaler Tennis-Ebene kräftig mit.

Nach seiner Laufbahn als Fußballer sorgt Philipp Herz auf dem Tennisplatz für Furore.

Nach seiner Laufbahn als Fußballer sorgt Philipp Herz auf dem Tennisplatz für Furore.

Foto: privat

An diesem Wochenende geht’s zum Tennisturnier nach Leverkusen. Auch hier will Philipp Herz Punkte sammeln für die nationale und internationale Rangliste. Dank vieler erfolgreicher Teilnahmen hat sich der frühere Fußballer von Eintracht Trier und des 1. FC Nürnberg II hier in den vergangenen rund zwölf Monaten weit nach vorne gearbeitet. Mal dritte Plätze etwa bei Wettkämpfen in Neapel und Prag, sogar Siege in Barcelona und Luxemburg: Aktuell belegt er im Ranking des internationalen Tennisverbands ITF den 71. und in der Rangliste des Deutschen Tennis-Bundes den 18. Platz. Als 37-Jähriger wird er in den Konkurrenzen der Über-30- beziehungsweise Über-35-Jährigen geführt.

Tennis ist für Herz seit einigen Jahren die neue Leidenschaft: „Hier bist du viel mehr auf dich alleine gestellt, im Fußball hast du noch zehn Mitspieler und kannst dir auch mal die eine oder andere Auszeit gönnen. Das ist mental anstrengender, aber auch reizvoller zugleich.“

Trotz großer Anstrengungen, vier- bis fünf Mal wöchentlichem Training auf dem Platz, bei Läufen oder im Kraftraum und den weiten Reisen gebe es höchstens mal ein paar hundert Euro an Preisgeld zu gewinnen, berichtet Herz. Seiner großen Begeisterung für den Sport mit der gelben Filzkugel tut das aber keinen Abbruch. Mit 13 gab er dem Fußball einst den Vorzug. Vor rund zehn Jahren fand er dann zurück zum Tennis.

Dazwischen lagen spannende Zeiten. Der aus dem SV Tawern hervorgegangene Herz stieg 2005 mit der U19-Jugend von Eintracht Trier in die A-Jugend-Bundesliga auf, und er schaffte den Sprung in den damaligen Oberligakader. Auf sein Talent wurden die Nürnberger aufmerksam. Mit der U23 der Franken stieg der in Abwehr und Mittelfeld einsetzbare Akteur 2008 in die Regionalliga Süd auf, und er war ein halbes Jahr lang Mitglied des Profikaders unter Trainer Hans Meyer. Gesundheitliche Rückschläge warfen ihn dort zurück, und er wechselte wieder an die Mosel. Bei der Eintracht stieg er mit der von Reinhold Breu gecoachten zweiten Mannschaft 2010 in die Oberliga auf.

Das International-Management-Studium gewann für Herz zunehmend an Bedeutung. Er besuchte Universitäten in Dänemark, Barcelona und den USA und spielte dort teilweise noch auf gehobenem Amateurniveau. Mittlerweile ist Herz seit rund vier Jahren beim Warenhaus Bungert in Wittlich Mitglied der Geschäftsleitung.

Aus dem Tennis ziehe er die Kraft für die beruflichen Herausforderungen, betont er. Neben den Turnierteilnahmen hat er in der vergangenen Saison gleich in vier (!) Mannschaften gespielt: Im luxemburgischen Grevenmacher war er gleich für zwei Teams (davon einem in der ersten Liga) aktiv. Hinzu kamen Einsätze für den TC Neumagen-Dhron in der Rheinland- und den pfälzischen TC Mutterstadt in der Oberliga.

Wie weit es in den Tennis-Ranglisten noch für ihn nach oben geht? „Da muss ich realistisch sein. Angesichts der beruflichen Beanspruchung ist das Ende der Fahnenstange fast erreicht.“ Dem Fußball ist er immer noch verbunden, aber ausschließlich als Zuschauer. Ab und an sieht er sich mal ein Champions-League-Spiel im Stadion an oder besuchte etwa vor kurzem das Spiel seines Ex-Klubs 1. FC Nürnberg beim 1. FC Kaiserslautern (1:3).

Der nächste große Trip führt ihn um die Jahreswende für drei Wochen nach Down Under. So ganz ohne Tennis soll und wird es auch da nicht gehen: „Natürlich schaue ich da bei den Australian Open vorbei und informiere mich auch darüber, ob ich bei einem ITF-Turnier teilnehmen kann …“

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