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Trier/Lissendorf: Re-Start der Regionalliga freut Besiri und Michels

Fußball : Re-Start der Regionalliga freut Schiris aus Trier und der Eifel

Fußballer aus der vierten Liga können wieder loslegen. Damit auch Arianit Besiri und Philipp Michels pfeifen dürfen, bedarf es aber eines negativen Corona-Tests.

Umstritten war der Re-Start der Fußball-Regionalliga Südwest bis zuletzt. Erst am Mittwoch lehnte das Landgericht Mannheim den Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung durch sechs Vereine ab. Dieser hatte das Ziel, die Beschlüsse zur raschen Fortsetzung des Spielbetriebs aufzuheben. Die Clubs hatten ihren Antrag unter anderem mit den Umständen durch die Corona-Pandemie begründet und eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs vor Weihnachten für schwierig gehalten. Los geht es nun aber auch wieder für die beiden regionalen Topschiedsrichter: Während der für den FSV Trier-Tarforst aktive Arianit Besiri (mit seinem Bruder Veron und Naemi Breier als Assistenten) für die Partie am Samstag, ab 14 Uhr, zwischen Schott Mainz und dem FC Gießen angesetzt ist, rechnet Philipp Michels aus Lissendorf (Vulkaneifelkreis) am vierten Adventswochenende mit seinem ersten Viertliga-Einsatz nach der Pause, die aufgrund der politischen Vorgaben ab Ende Oktober einsetzte, nun aber wegen Lockerungen für den (erweiterten) Spitzensport in Rheinland-Pfalz beendet ist. „Froh, dass ein Stück weit Normalität ins Leben zurückkehrt“, ist der 27-jährige Besiri. Bevor es am Samstag nach Mainz geht, muss er sich aber einen Tag vorher noch genauso wie seine beiden Assistenten einem Corona-Test unterziehen. Dafür fährt das Schiedsrichtergespann eigens zum von Trier aus nächstgelegenen Regionalligisten ins gut 90 Kilometer entfernte Elversberg und nimmt dort an den Testungen der Spieler und des dortigen Trainer- und Betreuerstabs teil. „Ist einer von uns positiv, müssen wir umgehend den Verband informieren und uns bei unserem Gesundheitsamt melden“, berichtet Besiri. Die Regionalliga hält eigens Ersatz-Unparteiische bereit, die im Fall der Fälle einspringen würden. Michels und sein Schiedsrichterteam sind zunächst Rot-Weiß Koblenz zugeordnet und müssen dort zu den Tests antreten.

Eine Quarantäne als Konsequenz aus einem positiven Ergebnis wäre für Michels (als Angestellter der Kreissparkasse Vulkaneifel aktuell sowieso zeitweise im Homeoffice tätig) und für den Bundespolizisten Besiri („Isoliertes Arbeiten wäre möglich.“) beruflich zu stemmen.

Beide freuen sich, nach wochenlanger Unterbrechung, in der im Schnitt etwa alle zwei Tage Läufe und zudem Videoschulungen durch den DFB stattfanden, wieder auf dem Platz eingreifen zu können.

„Gesellschaftlich gesehen ist es angesichts der aktuellen Entwicklung in der Corona-Krise schon ein wenig heikel. Es geht aber bei einigen Clubs auch ums wirtschaftliche Überleben und um Arbeitsplätze“, sagt der für den SV Oberkyll an den Start gehende Michels. „Das Infektionsrisiko auf dem Platz ist gering. Das belegt eine Studie, die der DFB schon vor einigen Wochen veröffentlicht hat. Sicherheit bieten auch die Hygienekonzepte der Vereine, die auch schon im September und Oktober sehr gut gegriffen haben. Hinzu kommt, dass in den Stadien durch die Geisterspiele sowieso viel weniger als sonst los ist“, lässt Besiri durchblicken. „Eigentlich“, ergänzt Michels, „ist die Lage durch die regelmäßigen Tests nun noch sicherer als vor der Saisonunterbrechung“.

Nun doch schon im Dezember wieder starten zu können, lindert die Terminsorgen in der durch den im Frühjahr ausgesetzten Abstieg auf 22 Teams aufgeblähten Regionalliga zumindest etwas. Für einige Teams stehen bis zum geplanten Saisonschluss Mitte Juni noch 32 Partien an. Die letzte Begegnung in diesem Jahr soll am 23. Dezember über die Bühne gehen, im neuen Jahr wird schon ab dem 9. Januar wieder um Punkte gekämpft.

 Arianit Besiri in Aktion.
Arianit Besiri in Aktion. Foto: Sebastian J. Schwarz/sjs / Sebastian J. Schwarz

Auf stressige Wochen und Monate stellen sich die Mannschaften, aber auch die Unparteiischen wie Besiri und Michels ein – immer in der Hoffnung, dass die regelmäßigen Tests negative Ergebnisse mit sich bringen. Größere personelle Ausfälle könnten die Regionalliga Südwest ganz leicht in Turbulenzen bringen und würden auch einen (erneuten) Saisonabbruch wahrscheinlich werden lassen.