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Trier/Region: Abstand halten, wo es nur geht

Sport : Der Neustart des Amateurfußballs: Abstand halten, wo es nur geht

Darauf hatten die Amateurfußballer monatelang hingefiebert: Nach den jüngsten Corona-Lockerungen sind Testspiele erlaubt, und Anfang September soll wieder um Punkte gespielt werden. In die Vorfreude mischen sich aber auch Sorgen und Bedenken. Schließlich verlangen die Vorgaben des Verbands und der Behörden den Vereinen einiges ab.

Zahlreiche Vorbereitungsspiele sind fürs Wochenende terminiert. Einiges müssen die Clubs dafür aufbringen und beachten, um dem vom Fußballverband Rheinland veröffentlichten Hygienekonzept gerecht zu werden. Die wichtigsten Punkte im Überblick:

Wie viele Zuschauer erlaubt sind: 

Veranstaltungen im Freien sind generell mit bis zu 350 gleichzeitig anwesenden Personen zulässig – zumindest in der Testspielphase dürfte diese Vorgabe kein Problem darstellen. Der (Heim-) Verein muss nach Vorgabe des Verbands dafür sorgen, dass die Besucher auf der Anlage den Mindestabstand einhalten und am Eingang ihre Kontaktdaten abgeben, damit mögliche Infektionsketten nachverfolgt werden können.  Wer seine Daten nicht angeben möchte, dürfe die Sportstätte nicht nutzen. Kontrollen, das hat der Eifel-Kreisvorsitzende Walfried Hacken bereits im TV deutlich gemacht, würde der Verband nicht durchführen.

Möglich sei aber, dass Ordnungsämter generelle Corona-Regeln überprüfen. Auf der Anlage sollen etwa mithilfe von Pylonen oder Bändern Spielfeld, Umkleide- und Zuschauerbereich voneinander getrennt werden, um größere Ansammlungen zu vermeiden.

Muss es einen separaten Ein- und Ausgang des Sportgeländes geben?

„Die Voraussetzungen sind den jeweiligen Gegebenheiten vor Ort anzupassen“, heißt es in der Vorgabe des Verbands vielsagend. Sofern zwei Zugänge zu einer Sportstätte vorhanden sind, wird empfohlen, diese getrennt zu nutzen. Ansonsten soll in jedem Fall der Mindestabstand gewahrt sein.

Was gilt beim Zutritt zum Vereinshaus/Gastronomiebereich?

Hier sind  die allgemeinen Vorgaben der 10. Corona-Bekämpfungsverordnung von Rheinland-Pfalz maßgebend. Demnach kann der Besucher seine Maske abnehmen, sobald er einen Sitzplatz eingenommen hat. Auch ein Thekenbetrieb ist möglich – sofern die Gäste den Mindestabstand von 1,50 Metern wahren.

Was ist bei der Nutzung von Umkleidekabinen zu beachten?

Diese können genutzt werden, allerdings nur unter Einhaltung des Mindestabstands. Das Problem bei einigen Vereinen ist derzeit, buchstäblich vor verschlossenen Türen zu stehen: Kommunen als Träger vieler Sportanlagen haben es vorgezogen, auch Kabinen noch bis weit in den August hinein zu sperren. „Das schränkt uns sehr ein. Ich kann keinen Test gegen eine Mannschaft vereinbaren, deren Spieler dann ungeduscht 30 oder 40 Kilometer zurückfahren müssen“, berichtet Klaus Grüber, Trainer der SG Kordel. „Der Fußballverband hätte die Behörden bei der Erstellung dieses Konzeptes mit einbinden müssen“, heißt es ergänzend in einer Stellungnahme des Trier/Saarburger A-Ligisten. Obwohl beim TuS Mosella Schweich die Anlage in Vereinshand ist, wird der Sanitärbereich aktuell nur für Testspiele, nicht aber zum Training geöffnet. „Wir wollen Risiken minimieren. Außerdem bedeuten die vorgeschriebenen Reinigungen und Desinfektionen einen erheblichen Mehraufwand“, sagt Präsident Harald Emmrich.

Aufgaben des Hygienebeauftragten:

Er soll ein Konzept zur Kommunikation mit allen Beteiligten (Trainern, Spielern, Eltern) erstellen und sie über die aktuellen Hygienevorgaben auf dem Laufenden halten, wie etwa über Social-Media-Kanäle. Der Hygienebeauftragte ist in den Vereinen meist die Person, welche für die Einhaltung der Regeln verantwortlich ist. Die Namen aller Trainingsteilnehmer sowie der Name der verantwortlichen Person müssen dokumentiert sein. Bei der SG Kordel fragen sie sich, wie diese und weitere Verantwortungen gemeistert werden können: „Wie soll ein kleiner Verein dafür Sorge tragen, dass im Zuschauerbereich die Abstandsregeln eingehalten werden? Durch weitere freiwillige Helfer? Laut Sportbund ist für die Organisation des Sport- und Wettkampfbetriebes und die damit verbundene Einhaltung der Auflagen der Vorstand verantwortlich.“

Gerüstet  sehen sie sich trotz aller Hürden etwa beim Rheinlandligisten FC Bitburg („Wir finden das aktuelle Konzept super. Das Fussballleben normalisiert sich“, so Geschäftsführer Andreas Neuerburg) und bei Bezirksligist SG Nusbaum („Unsere Vorstände arbeiten mit Hochdruck an einem Konzept und wollen möglichst nah an das Hygienekonzept ran. Ich denke wir werden dafür gerüstet sein“, meint Trainer Frank Hermes). In Kordel und Welschbillig fühlen sie sich aber alleingelassen und befürchten, dass sich manch ehrenamtlicher Vorstand  seine Gedanken machen und eventuell seine Konsequenzen daraus zieht.