Udler muss nachsitzen

Salmrohr · Es war mal wieder eine dieser Geschichten, die anscheinend nur der Fußball schreibt. Ausgerechnet Tobias Baier, der bis zur letzten Saison noch das Trikot der SG Udler trug, hatte mit seinem ersten Doppelpack für den FSV Salmrohr beim 3:0 (1:0) gegen seinen Ex-Club maßgeblichen Anteil am FSV-Erfolg.

 Voller Einsatz: Iwan Bogatschenko (links) von der SG Udler und Philipp Mies kämpfen um den Ball. TV-Foto: Klaus Kimmling

Voller Einsatz: Iwan Bogatschenko (links) von der SG Udler und Philipp Mies kämpfen um den Ball. TV-Foto: Klaus Kimmling

(wir) Die SG Udler war eine Stunde lang gleichwertig - das hilft den Gästen allerdings nichts, die nun nachsitzen müssen, wenn sie die Liga noch halten wollen. Zudem wurde die SG von der unsicheren Schiedsrichter-Troika benachteiligt. In der 30. Minute hätte der Salmrohrer Alaudin Haijdari nach einer Tätlichkeit Rot sehen müssen. Schiedsrichter Christian Walter hatte es gesehen, denn er zog eine Karte - mit Gelb aber die falsche.

Teufelskerl Kieren pariert sogar einen Strafstoß



Rot zeigte er dagegen später gegen Benedikt Blank. Nach Aussagen mehrerer Zeugen wegen Beleidigung. Wie dem auch sei, Udler hatte es selbst in der Hand, die Partie für sich zu entscheiden. Die Führung der Gastgeber durch einen Baier-Schuss aus halbrechter Position ins lange Eck fiel aus dem Nichts. Dann scheiterte Sebastian Hilgers völlig frei am wieder einmal in Topform auftrumpfenden FSV-Schlussmann Karl-Heinz Kieren, der zuvor schon gegen Sebastian Stolz (19.) und später gegen David Trumm (60.) glänzte und in der 71. Minute auch noch einen Strafstoß von Andreas Häb abwehrte. Als Blank dann eine Minute später Rot sah, war die Partie für die Gäste gelaufen.

Andreas Sicken im Kasten der SG hatte sich zuvor gegen Tim Köhler (65.) und Christian Adams (67.) ebenfalls zweimal auszeichnen können, war dann aber chancenlos, als seine Elf die letzte Chance darin suchte, bedingungslos die Offensive zu suchen. Köhler markierte nach einem tollen Solo, als er mit einer Drehung um die eigene Achse den Ball mit der Sohle mitnahm und so drei Gegenspieler stehen ließ, das 2:0. In der Schlussminute verwandelte Baier eine Flanke von Michael Mayer-Nosbüsch unhaltbar zum 3:0.

Entscheidungsspiel am Donnerstag gegen Mülheim



"Der Platzverweis und die zwei dicken vergebenen Chancen haben uns das Genick gebrochen", sagte SG-Trainer Jörg Stölben. Er muss sein Team nun aufrichten, das am Donnerstag (Ort und Uhrzeit stehen noch nicht fest) gegen die SG Mülheim/Kärlich ein Entscheidungsspiel um den Klassenerhalt austragen muss. Der Verlierer dieser Partie tritt dann am kommenden Sonntag gegen die SG Hundsangen (Bezirksliga Ost) in der Relegation an.

FSV Salmrohr - SG Udler 3:0 (1:0)

FSV Salmrohr: Kieren - Fischer, Hohns (71. Mies), Hesslein, Meschak - Hajdari (46. T. Köhler) - Adrian, Souza, Mayer-Nosbüsch (84. Sorge) - C. Adams, Baier

SG Udler: Sicken - Gräfen (71. Bogatschenko), Osiewacz, J. Mayer (80. Krämer), Klas - Hilgers (71. von Graevnitz), Trumm, Häb, Blank, Bauer - Stolz

Tore: 1:0 (17.) Baier, 2:0 (82.) Köhler, 3:0 (89.) Baier - Besonderes Vorkommnis: Kieren (69./Salmrohr) hält Foulelfmeter von Häb

Rote Karte: Blank (70./Udler) - Schiedsrichter: Walter (Thomm) - Zuschauer: 166

LAGE DER LIGA

Die Tragik des letzten Spieltags

Am letzten Spieltag der Rheinlandliga vollzogen sich fast nicht mehr für möglich gehaltene Wendungen. Nach zwei Niederlagen hintereinander ohne eigenes Tor drehte die U 23 der Eintracht den Spieß noch um und wurde Meister. Und darf nicht aufsteigen, weil im kommenden Jahr die erste Mannschaft in der Oberliga spielt. Da werden unangenehme Erinnerungen wach. In der Saison 2005/06 hatte die U 23 der Moselaner den Klassenerhalt in der Oberliga geschafft, musste aber dennoch absteigen. Ursache war auch damals der Regionalliga-Abstieg der ersten Mannschaft. Am 31. Spieltag war der SV Dörbach Vorletzter und wurde als "nicht mehr zu retten" eingestuft. Nach dem 34. Spieltag darf man den Salmtalern den Ehrentitel "Die Unabsteigbaren" verleihen. Innerhalb von drei Spieltagen katapultierten sie sich noch auf den zehnten Platz. Den umgekehrten Weg ging die lange Zeit als gesichert geltende SG Udler. Die Eifeler haben jetzt noch ein Entscheidungsspiel und im Fall einer Niederlage die Relegation vor sich.